Prüfungsbetrug, Noten

Prüfungsbetrug: KI lässt Noten auf 96 Punkte schießen

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 21:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de

KI verändert Prüfungen und Personalauswahl grundlegend. Hochschulen reagieren auf Betrug, Firmen automatisieren die Kandidatensuche.

KI-Revolution: Wie Bildung und Headhunting sich radikal wandeln
Prüfungsbetrug: KI lässt Noten auf 96 Punkte schießen Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Auswirkungen sind radikal – und betreffen jeden.

Wenn die Hausarbeit zur Farce wird

Ein Experiment an der Brown University zeigt das Problem deutlich. Professor Roberto Serrano musste im Frühjahr 2026 eine Zwischenprüfung in eine unbeaufsichtigte Hausarbeit umwandeln. Der Grund: ein Vorfall auf dem Campus im Dezember 2025.

Das Ergebnis war verblüffend. Der Notendurchschnitt schoss auf 96 von 100 Punkten hoch. Historisch lag er zwischen 65 und 80. Eine anschließende Präsenzklausur unter Aufsicht offenbarte die Wahrheit: Der Schnitt fiel auf 48,6 Prozent.

Besonders auffällig: 18 Studenten brachen den Kurs ab, neun weitere tauchten zur Prüfung gar nicht auf. Von diesen 27 Abwesenden hatten 22 zuvor die volle Punktzahl in der Heimarbeit erreicht. Serrano erklärte die Ergebnisse der Zwischenprüfung für ungültig. Seine Konsequenz: Keine unbeaufsichtigten Heimprüfungen mehr.

„Eine Gesellschaft kann es sich nicht leisten, die intellektuelle Eigenleistung der besten Köpfe durch Schummelei zu ersetzen", warnte der Professor.

Auch Princeton reagiert. Die Elite-Uni schaffte eine 130 Jahre alte Regel ab, nach der Professoren während Klausuren den Raum verlassen durften.

Schulen und Ausbildung unter Druck

Die Probleme beschränken sich nicht auf Unis. Eine Blitzumfrage unter 150 Lehrkräften in Bayern im November 2025 ergab: 85 Prozent berichten von Betrugsversuchen mit Smartphones oder Smartwatches.

Die Bildungspolitik reagiert mit Reformen:

  • Nordrhein-Westfalen führt zum Schuljahr 2027/28 ein fünftes Abiturfach mit Präsentationsprüfung ein. KI ist erlaubt, muss aber kenntlich gemacht werden.
  • Die Schweiz reformierte die kaufmännische Grundbildung bereits 2023. Statt reinem Fachwissen prüft man jetzt Kompetenzen im Umgang mit KI-Prompts. Kritiker wie Nationalrat Nicolò Paganini warnen vor schwindendem Fachwissen. Lehrkräfte berichten dagegen von historisch niedrigen Durchfallquoten.
Anzeige

Warum so viele Deutsche ChatGPT nutzen – aber kaum einer weiß, wie man es richtig anwendet: Ein kostenloser Ratgeber zeigt, wie Sie die KI sofort für Ihren Alltag nutzen können – ganz ohne Vorkenntnisse. Die praktischsten KI-Tricks jetzt kostenlos entdecken

China geht noch weiter: Dort deaktivieren Anbieter von KI-Modellen während nationaler Hochschulaufnahmetests fotobasierte Frage-Antwort-Funktionen.

Headhunting in Zeiten von KI

Nicht nur die Ausbildung verändert sich. Auch die Suche nach Führungskräften wird neu erfunden.

Heiner Thorborg, Branchenkenner, spricht von einer Revolution. „Die Identifikation geeigneter Kandidaten dauert heute Minuten statt Wochen", so Thorborg.

Das setzt die großen Anbieter unter Druck. Die sogenannten „SHREKs" – Spencer Stuart, Heidrick & Struggles, Russell Reynolds, Egon Zehnder und Korn Ferry – verlieren Marktanteile. Immer mehr Großkonzerne wie die Deutsche Telekom bauen eigene Inhouse-Headhunting-Abteilungen auf.

Die reine Beratungsleistung bleibt wichtig. Die Suche nach Kandidaten wird aber weitgehend automatisiert.

Anzeige

Urlaub planen, Sprachen lernen oder Zeit sparen – so wie die Personalsuche lässt sich auch der private Bereich durch KI massiv beschleunigen. Dieser kostenlose PDF-Report liefert fertige Anleitungen und Beispiel-Prompts, um ChatGPT effektiv als Alltagshelfer einzusetzen. Kostenlosen PDF-Report für KI-Einsteiger herunterladen

Neue Anforderungen an junge Talente

Für Berufseinsteiger ergibt sich ein gemischtes Bild. Rund 45.000 Akademiker unter 30 Jahren sind derzeit arbeitslos. Gleichzeitig verschieben sich die Anforderungen.

Analytische Routinetätigkeiten verlieren an Bedeutung. Stattdessen sind Koordinationsaufgaben, Urteilskraft und konzeptionelle Kompetenzen gefragt.

In der IT-Ausbildung dient KI bereits als „Sparringspartner" beim Programmieren. Das IT-Ausbildungsnetzwerk Rhein-Main diskutiert die Folgen. Ausbildungsverantwortliche betonen: Die kognitive Diversität des Menschen bleibt unersetzbar. KI-Halluzinationen – also sachlich falsche Informationen – machen eine kritische Überprüfung durch Fachkräfte zwingend erforderlich.

Konzepte wie die triale Ausbildung setzen daher auf haptische Anteile und menschliches Mentoring. Die Lücke zwischen technologischer Unterstützung und notwendiger Eigenkompetenz soll so geschlossen werden.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69734642 |