Proxy-Missbrauch: Zehntausende Geräte für Cyberkriminalität gekapert
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 14:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle nutzen zehntausende private Geräte als Proxy für illegale Aktivitäten. Die japanische Polizeibehörde und das Innenministerium schlagen Alarm.
Verschleierung von Identitäten über Drittgeräte
Die Täter zweckentfremden gezielt die Internetverbindungen privater Endgeräte. Dadurch erschweren sie den Sicherheitsbehörden die Rückverfolgung von Cyberangriffen. Allein in Japan sind Schätzungen zufolge mehrere zehntausend Geräte betroffen.
Besonders verbreitet ist diese Methode im digitalen Zahlungsverkehr. Bei 4.369 registrierten Fällen von unberechtigten Überweisungen im Internetbanking vor zwei Jahren entfielen 44 Prozent auf den Missbrauch von Drittgeräten. Die rechtmäßigen Besitzer bemerken die Hintergrundaktivitäten oft nicht.
Risiken durch ungesicherte Software-Downloads
Die Kompromittierung erfolgt häufig über die Installation von Programmen aus nicht verifizierten Quellen. Die Polizei mahnt zur Vorsicht beim Herunterladen unbekannter Software. Schädliche Funktionen tarnen sich in scheinbar nützlichen Anwendungen und geben nach der Installation im Hintergrund den Internetzugang für kriminelle Netzwerke frei.
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Die Entwicklung steht im Kontext zunehmender Professionalisierung der Cyberkriminalität. Sicherheitsbehörden weltweit verzeichnen eine hohe Aktivität automatisierter Angriffe. Erst kürzlich gelang internationalen Ermittlern, unter Beteiligung des Bundeskriminalamtes, ein Schlag gegen die Phishing-Plattform Kratos. Dieses Netzwerk ermöglichte täuschend echte Login-Seiten und umging Sicherheitsmechanismen wie die Zwei-Faktor-Authentisierung.
Parallel dazu beobachten IT-Sicherheitsexperten die Ausbreitung spezialisierter Botnetze wie NadMesh. Diese suchen gezielt nach Fehlkonfigurationen in digitalen Diensten und nutzen Schwachstellen, um Zugangsdaten zu entwenden. Die japanischen Behörden kündigten an, die Aufklärungsarbeit zu intensivieren. Das Risiko, dass der eigene Internetanschluss zum Werkzeug für Straftaten wird, sei durch die hohe Verbreitung mobiler Endgeräte deutlich gestiegen.
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