Proton Sheets: Neue Tabellenkalkulation mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 04:47 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Proton Sheets soll Google und Microsoft mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung herausfordern.
Der Schweizer Datenschutzspezialist Proton hat am Dienstag sein neues Tabellenkalkulationsprogramm Proton Sheets veröffentlicht. Die Anwendung ergänzt die bestehende Produktivitätssuite aus Mail, Kalender, Drive und VPN um ein zentrales Werkzeug für die Datenverwaltung – und das mit maximaler Sicherheit.
Verschlüsselung als oberstes Prinzip
Anders als bei Google Sheets oder Microsoft Excel stehen bei Proton Sheets die Datenhoheit und der Schutz vor unbefugtem Zugriff im Mittelpunkt. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist standardmäßig aktiviert. Nur der Nutzer selbst und ausdrücklich berechtigte Mitarbeiter können auf die Inhalte zugreifen.
Die Funktionen bleiben dennoch wettbewerbsfähig: Formelunterstützung, Diagrammerstellung sowie der Import und Export über CSV- und XLS-Formate sind an Bord. Die Zusammenarbeit erfolgt über gezielte Freigaben, wobei die Funktion derzeit vor allem für Proton-Nutzer optimiert ist.
Das Speichermodell folgt der bekannten Proton-Strategie: 5 Gigabyte kostenlos, zahlende Kunden erhalten bis zu 3 Terabyte. Wer seine Verschlüsselungsschlüssel verliert, verliert allerdings auch unwiderruflich den Zugriff auf die Daten. Zudem kann die starke Verschlüsselung auf älterer Hardware zu Leistungseinbußen führen.
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Ein Markt im Umbruch
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist strategisch klug gewählt. Die Branche erlebt derzeit eine Spaltung zwischen datenschutzorientierten und KI-getriebenen Ansätzen. Erst am 11. Juni hatte Smartsheet eine Schnittstelle für KI-Assistenten wie Microsoft Copilot und ChatGPT vorgestellt. Superhuman wiederum launchte am Dienstag – zeitgleich mit Proton – seine KI-native Plattform Superhuman Docs, die bereits von rund 50.000 Organisationen genutzt wird.
Google erweiterte am 7. Juli seine „Fill with Gemini"-Funktion in Sheets um elf Sprachen. Einen Tag später kündigte der Konzern an, Excel-3D-Balkendiagramme künftig ohne Qualitätsverlust importieren zu können – ein langjähriges Ärgernis für Nutzer.
Der Schweizer Sonderweg
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Während die Konkurrenz auf Künstliche Intelligenz setzt, bleibt Proton seinem Geschäftsmodell treu: Finanzierung über Premium-Abonnements statt Datenverwertung. Das Unternehmen mit Sitz in Genf unterliegt dem strengen Schweizer Datenschutzrecht und der europäischen DSGVO.
Bemerkenswert: Proton akzeptiert Bitcoin als Zahlungsmittel für Abonnements, schließt aber andere Kryptowährungen wie Ethereum aus seinem Zahlungssystem aus. Ein klares Bekenntnis zur Unabhängigkeit – und ein weiteres Signal, dass dieser Anbieter andere Wege geht als die US-Tech-Giganten.
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