Proton Mail und Meet: macOS stuft Apps fälschlich als Schadsoftware ein
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 01:51 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn den vergangenen Tagen kam es bei den macOS-Anwendungen Proton Mail und Proton Meet zu erheblichen Funktionsstörungen. Zahlreiche Nutzer berichteten, dass sich die Programme nicht öffnen ließen, da das Betriebssystem macOS sie fälschlicherweise als Schadsoftware klassifizierte. Laut Angaben von Proton sei dieser Vorfall auf einen Fehler innerhalb des Apple-Entwicklerprogramms zurückzuführen.
Wiederherstellung des Dienstes am 2. Oktober
Die Störung, die vor allem Nutzer der Desktop-Clients betraf, wurde im Laufe des 2. Oktobers 2026 behoben. Laut Protokollen zur Statusüberwachung begann die Untersuchung des Vorfalls gegen 10:54 Uhr Eastern Time. Bereits um 12:51 Uhr Eastern Time stellte Proton neue App-Versionen als Umgehungslösung zur Verfügung, um den Betrieb wieder zu ermöglichen.
Am Abend des 2. Oktobers, um 20:11 Uhr MESZ (14:11 Uhr Eastern Time), markierte das Unternehmen die Störung offiziell als behoben. Während des Zeitraums, in dem die Desktop-Anwendungen blockiert waren, dienten die Web-Apps von Proton als primäre Ausweichmöglichkeit für betroffene Anwender. Das Unternehmen betonte, dass andere Proton-Anwendungen für macOS nach derzeitigem Kenntnisstand nicht von der fehlerhaften Malware-Einstufung betroffen waren.
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Trotz der Warnmeldungen des Betriebssystems stellte Proton klar, dass die Anwendungen zu keinem Zeitpunkt kompromittiert waren. Das Unternehmen versicherte, dass sämtliche Nutzerkonten sowie die darin gespeicherten Daten sicher geblieben seien. Die Fehlermeldung sei rein technischer Natur gewesen und basierte auf einer fehlerhaften Verifizierung durch die Sicherheitsmechanismen von Apple.
Für Anwender, bei denen weiterhin Malware-Warnungen erscheinen oder die Apps nicht starten, empfahl das Unternehmen eine Neuinstallation. Betroffene sollten die neuesten Versionen der Programme direkt von der offiziellen Webseite proton.me beziehen. Eine Aktualisierung auf die neueste Version sei notwendig, um die durch macOS ausgelösten Blockaden dauerhaft zu umgehen.
Hintergrund und mögliche Ursachen
Als ursprüngliche Ursache für die Probleme nannte Proton den Widerruf eines Entwicklerkontos durch Apple. Dieser Widerruf sei aus unbekannten Gründen erfolgt und habe dazu geführt, dass die mit diesem Konto signierten Anwendungen ihre Gültigkeit verloren und von macOS als potenzielle Bedrohung eingestuft wurden.
Inzwischen arbeite Proton gemeinsam mit Apple an einer dauerhaften Lösung, wobei derzeit noch kein konkreter Zeitplan für den Abschluss dieser Zusammenarbeit vorliegt.
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Apple selbst hat bislang keine öffentliche Stellungnahme zu dem Vorfall abgegeben oder die genaue technische Ursache erläutert. Branchenbeobachter verweisen jedoch auf eine Ankündigung von Apple vom 1. Oktober 2026. Demnach wird die ursprüngliche Zertifizierungsstelle für Developer IDs zum 1. Februar 2027 auslaufen.
Während bereits signierte und notariell beglaubigte Apps laut Apple weiterhin funktionieren sollen, lassen sich Installationspakete mit diesen älteren Zertifikaten nach diesem Datum nicht mehr verwenden. Ob ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dieser bevorstehenden Systemumstellung und dem aktuellen Ausfall bei Proton besteht, wurde von offizieller Seite bisher nicht bestätigt.
Die genaue Anzahl der betroffenen Nutzer blieb unklar. Da die technischen Details des Widerrufs des Entwicklerzertifikats nicht vollständig offengelegt wurden, bleibt die Ursache für die selektive Einstufung von Proton Mail und Proton Meet als Malware Gegenstand von Untersuchungen.
