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Proton Easy Switch: Microsoft-365-Daten in sechs Schritten migrieren

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 12:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Protons Migrationstool überträgt nun auch E-Mails, Kontakte und Kalender aus Microsoft 365; Dokumente und gemeinsame Postfächer bleiben ausgeschlossen.

Proton erweitert Easy Switch: Microsoft-365-Daten migrieren
Modernes Rechenzentrum mit serverracks in kühler blauer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Das Schweizer Technologieunternehmen Proton baut sein Migrationswerkzeug Easy Switch for Business aus. Firmenkunden können damit ab sofort auch Daten direkt aus Microsoft 365 in die verschlüsselte Umgebung des Anbieters überführen. Bislang war dieser automatisierte Dienst auf Google Workspace beschränkt. Der Wechsel umfasst E-Mails, Kontakte sowie Kalendereinträge, während Dokumente vorerst nicht in den Migrationsprozess einbezogen werden.

Migration in sechs geführten Schritten

Der Transfer wird über einen geführten Prozess in sechs Einzelschritten abgewickelt und soll ohne Ausfallzeiten für die Organisation ablaufen. Für den Zeitraum der Umstellung ist ein paralleler Betrieb beider Systeme vorgesehen. Wie am 30. September 2026 bekannt wurde, synchronisiert eine sogenannte Dual-Send-Phase beide Umgebungen, sodass der laufende Geschäftsbetrieb ununterbrochen fortgeführt werden kann.

Protons Chief Operating Officer Raphael Auphan erklärte dazu, dass der Wechsel des E-Mail-Anbieters früher oft Monate in Anspruch genommen habe. Heutzutage dauere dieser Umstieg dagegen nur noch wenige Tage.

Für die technische Durchführung müssen Administratoren bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Erforderlich ist ein Proton-Administratorzugang, der gleichzeitig über Administratorrechte im Microsoft-365-Konto verfügt. Das Microsoft-365-Konto muss zwingend in der Cloud gehostet sein, da lokale Installationen über On-Premises-Exchange nicht unterstützt werden. Zudem wird ein direkter Zugriff auf den zuständigen Domain-Provider vorausgesetzt.

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Technische Anforderungen und aktuelle Begrenzungen

Die Domain-Verifizierung erfolgt im Zuge des Prozesses über einen TXT-Record, dessen weltweite Verbreitung bis zu 24 Stunden dauern kann. Um einen unterbrechungsfreien Versand und Empfang zu gewährleisten, müssen Administratoren spezifische DNS-Konfigurationen vornehmen: Dazu zählen ein SPF-TXT-Record, drei DKIM-CNAME-Einträge sowie ein DMARC-TXT-Record.

Einschränkungen bestehen aktuell bei gemeinsamen Postfächern: Microsoft-365-Shared-Mailboxes werden derzeit nicht unterstützt. Zudem müssen Unternehmen unter Umständen Tenant-Einstellungen anpassen, insbesondere hinsichtlich verborgener Benutzer- und Gruppenberichtsnamen, damit das System die Postfachgrößen im Vorfeld der Migration korrekt berechnen kann.

Fokus auf Datenschutz und digitale Souveränität

Nach dem Abschluss der Migration greifen bei Proton Ende-zu-Ende- sowie Zero-Access-Verschlüsselungen. Die zugrunde liegenden Dienste sind als Open Source veröffentlicht und werden unabhängig auditiert.

Als Schweizer Organisation unterliegt das Unternehmen nicht der US-amerikanischen Rechtsordnung; Zugriffsgesetze wie die FISA Section 702 oder der CLOUD Act greifen für die dort verarbeiteten Daten nicht. Eigentümerin des Anbieters ist die gemeinnützige Proton Foundation.

Das Thema Datenkontrolle gewinnt im europäischen Unternehmensumfeld spürbar an Bedeutung. Laut einer Proton-Umfrage aus dem Jahr 2026 unter 1.500 europäischen Führungskräften in Großbritannien, Deutschland und Frankreich befürchten 74 Prozent der Befragten, dass ein US-Anbieter den Zugriff auf betriebliche Dienste kappen könnte.

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Zugleich verfügt derzeit nur rund ein Drittel der befragten Unternehmen über eine funktionierende Notfall- oder Ausfalllösung für die betriebliche E-Mail-Kommunikation. Nach Unternehmensangaben vom 30. September 2026 setzen bereits mehr als 100.000 Organisationen auf die Dienste von Proton.

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