Proteinshakes: Preise um 40–60% gestiegen, 4,6 Mio. Haushalte kaufen
14.06.2026 - 09:15:56 | boerse-global.de
Gefühlter Verlust ist nicht real
Dr. Paolo Colombani erklärte Mitte Juni: Ein echtes Schrumpfen der Muskeln findet in typischen Urlaubszeiten kaum statt. Das mulmige Gefühl, schwächer zu sein, entsteht durch weniger Glykogen und Wasser im Muskel. Nach der Rückkehr ins Training normalisiert sich das schnell.
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Die Faustregel: Alle drei Tage 30 Minuten trainieren reicht. Übungen mit dem eigenen Körpergewicht genügen. Fitnessbänder oder Handtücher als Gleitunterlage helfen zusätzlich.
Weniger ist oft mehr
Das American College of Sports Medicine (ACSM) wertete 137 Studien mit über 30.000 Teilnehmern aus. Ergebnis: Zweimal pro Woche alle großen Muskelgruppen trainieren – das reicht für Aufbau und Erhalt. Etwa zehn Sätze pro Muskelgruppe und Woche sind das Ziel.
Muss man bis zum Muskelversagen gehen? Nein. Ein bis zwei Wiederholungen vor dem technischen Versagen aufhören – das erhält den Reiz. Die konkrete Übung ist weniger wichtig als die Intensität.
Protein-Preise schießen in die Höhe
Die Eiweißzufuhr bleibt entscheidend. Colombani empfiehlt 1,2 bis 1,6 Gramm Protein pro Kilo Körpergewicht täglich, die ACSM-Daten liegen bei 1,4 bis 2,0 Gramm. Auch im Urlaub wichtig: ausreichend trinken, gut schlafen und 8.000 bis 10.000 Schritte am Tag.
Doch der Markt für Proteinshakes dreht durch. Seit Januar 2026 stiegen die Preise um 40 bis 60 Prozent. 4,6 Millionen deutsche Haushalte kaufen solche Produkte – ein Plus von 66 Prozent binnen Jahresfrist. Grund sind nicht nur Sportler, sondern auch Nutzer von Abnehmspritzen. Die Folge: vereinzelte Lieferengpässe in Drogerien und Supermärkten.
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Gefahr durch Abnehmspritzen
Bei GLP-1-Analoga zur Gewichtsreduktion gehen bis zu 40 Prozent des Gewichtsverlusts auf Kosten der Muskulatur. Der Antikörper Apitegromab soll das verhindern – ist aber noch Jahre von der Zulassung entfernt. Mediziner der Universitätsklinik Leipzig raten zur Vorsicht: Sport und gezielte Proteinzufuhr bleiben die sicherere Methode.
Eine aktuelle Metaanalyse im European Journal of Preventive Cardiology zeigt übrigens: Bestimmte Atemübungen schützen Herz und Kreislauf ähnlich gut wie Ausdauersport. Für Reisende mit wenig Zeit eine echte Alternative.
