Prostatavergrößerung, Laser-Verfahren

Prostatavergrößerung: Laser-Verfahren ermöglichen Entlassung nach 2–3 Tagen

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Minimalinvasive Verfahren wie ThuLEP und Rezum ersetzen zunehmend offene Operationen. Ein 3,1-kg-Blasenstein in Sri Lanka markiert derweil einen medizinischen Extremfall.

Prostatatherapie im Wandel: Laser, Roboter und ein 3,1-kg-Weltrekord
Ein Urologe bei der Arbeit in einem modernen Operationssaal vor medizinischen Bildschirmen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH), der gutartigen Vergrößerung der Vorsteherdrüse, durchläuft derzeit einen technologischen Wandel. Insbesondere bei Patienten mit sehr großem Drüsengewebe kommen zunehmend minimalinvasive Verfahren zum Einsatz, die klassische offene Operationen verdrängen.

Ein zentrales Element dieser Entwicklung ist das sogenannte ThuLEP-Verfahren (Thulium-Laser-Enukleation der Prostata), das eine präzisere und schonendere Entfernung des Gewebes ermöglicht.

Technologischer Fortschritt am Landesklinikum Baden-Mödling

Am Landesklinikum Baden-Mödling wird diese Technik bereits flächendeckend eingesetzt. Berichten von Mitte August 2026 zufolge dient der Einsatz eines 150-Watt-Thulium-YAG-Lasers dazu, selbst bei massiven Vergrößerungen auf Schnitte durch die Bauchdecke zu verzichten.

Der Eingriff erfolgt stattdessen vollständig über die Harnröhre. Dies führt zu einer deutlich verkürzten Regenerationsphase; Patienten können das Krankenhaus in der Regel bereits am zweiten oder dritten Tag nach dem Eingriff wieder verlassen.

Das Klinikum in Niederösterreich nimmt mit dieser Ausstattung eine Sonderstellung ein. Seit etwa einem Jahr ist das System dort im Einsatz, wobei die Einrichtung als eine der wenigen in ganz Österreich gilt, die diese spezielle Lasertechnik in dieser Leistungsklasse anbietet. Das fachliche Interesse an dieser Methode ist auch international vorhanden: Mitte August hospitierten urologische Fachkräfte aus Kroatien am Landesklinikum, um Einblicke in die minimalinvasive Operationstechnik zu gewinnen.

Alternative Verfahren und robotergestützte Systeme

Neben der Laser-Enukleation etablieren sich weitere Verfahren, die je nach Größe der Prostata und dem individuellen Risikoprofil der Patienten gewählt werden. In Spanien und der Türkei wird vermehrt die Rezum-Therapie eingesetzt. Dabei wird kontrollierter Wasserdampf genutzt, um das überschüssige Gewebe zu reduzieren.

Dieses Verfahren kann ambulant und unter lokaler Anästhesie durchgeführt werden, was besonders für Patienten, die Blutverdünner einnehmen müssen, von Vorteil ist. Eine Besserung der Symptome wird hierbei oft nach etwa einem Monat beobachtet.

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Für Patienten mit einer moderaten Vergrößerung der Prostata von unter 50 Gramm existieren mikroinvasive Ansätze wie die UroLift-Operation. Fallberichte aus dem August 2026 beschreiben etwa zehnminütige Eingriffe, bei denen das Gewebe mechanisch beiseitegehalten wird, um die Harnröhre zu entlasten, ohne dass sexuelle Nebenwirkungen auftreten.

Ebenfalls an Bedeutung gewinnen robotergestützte Systeme. Die European Association of Urology (EAU) empfiehlt etwa die Aquablation, bei der ein wasserstrahlgestützter Roboter das Gewebe unter Echtzeit-Ultraschallkontrolle abträgt.

Diese Methode wird beispielsweise in spezialisierten Zentren in Südkorea eingesetzt. Parallel dazu entwickeln Unternehmen wie Profound Medical neue Softwarelösungen für die MRT-geführte Ultraschall-Ablation (TULSA-PRO), um die Präzision durch überwachte Roboter-Autonomie weiter zu steigern.

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Komplexe Eingriffe und chirurgische Grenzfälle

Die moderne Roboterchirurgie, etwa mit dem daVinci-Xi-System, ermöglicht heute zudem hochkomplexe Eingriffe an den ableitenden Harnwegen und der Blase. Fachberichte dokumentieren erfolgreiche Nierentumor-Resektionen mit minimalem Blutverlust sowie roboterassistierte Zystektomien bei Blasenkrebs. Auch komplexe Rekonstruktionen wie Blasenaugmentationen bei älteren Patienten werden zunehmend mit dieser Technik durchgeführt.

Trotz des Vormarsches minimalinvasiver Methoden gibt es weiterhin Fälle, die klassische chirurgische Interventionen erfordern. Ein außergewöhnliches Beispiel wurde Mitte August 2026 aus Sri Lanka bekannt: Im Trincomalee District General Hospital entfernte ein Team um den Chirurgen Prahalahan Balakrishnan einem 55-jährigen Patienten einen Blasenstein mit einem Gewicht von 3,1 Kilogramm und einer Größe von etwa 17 Zentimetern.

Aufgrund der enormen Ausmaße des Steins, der vermutlich über fünf bis zehn Jahre gewachsen war, war eine Laser-Lithotripsie (Zertrümmerung) unmöglich, sodass eine offene Zystolithotomie durchgeführt werden musste. Dieser Fall wird aufgrund des Gewichts als möglicher neuer Weltrekord eingestuft.

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