Prostatavergrößerung: Johns Hopkins findet auffällige WIF1-Zellen
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 05:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie gutartige Prostatavergrößerung, in der Fachwelt als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet, gilt unter Medizinern als die am weitesten verbreitete Prostataerkrankung bei Männern über 50 Jahren.
Bei der Suche nach den zellulären Ursachen für die Gewebezunahme liefert eine im Fachblatt Journal of Pathology publizierte Untersuchung der Johns Hopkins University neue Anhaltspunkte. Forschende der Institution haben eine spezifische Zellpopulation ausgemacht, die WIF1-positiven Basalzellen, welche möglicherweise maßgeblich zur Entwicklung dieser Veränderung beitragen.
Gezielte Untersuchung der Prostatazonen
Für die Analyse griffen die Wissenschaftler der Johns Hopkins University auf die Methode der Einzelzell-RNA-Sequenzierung zurück. Dabei untersuchten sie fast 130.000 Zellen, die aus nicht-karzinösem Prostatagewebe von 10 Männern mit Prostatakrebs stammten. Die Probenentnahme und Sequenzierung erstreckte sich über drei unterschiedliche Zonen der Vorsteherdrüse.
Dabei fiel auf, dass die WIF1-positiven Basalzellen eine besonders hohe Dichte in der sogenannten Transition-Zone aufweisen. Dieser anatomische Abschnitt umgibt unmittelbar die Harnröhre und ist zugleich der Bereich, in dem die typischen Gewebewucherungen der BPH ihren Ausgang nehmen.
Sowohl im Hinblick auf ihr Genexpressionsmuster als auch bezüglich ihrer anatomischen Verteilung grenzen sich diese Zellen deutlich von anderen Basalzellen des Organs ab.
Wer sich mit den Ursachen von Zellveränderungen befasst, sollte auch die Rolle der Ernährung für die Prostatagesundheit nicht unterschätzen. Dieser kostenlose Spezialreport zeigt Ihnen 7 einfache Ernährungstipps, die Ihr Prostatawachstum auf natürliche Weise stoppen können. 7 Tipps zur natürlichen Vorbeugung jetzt kostenlos sichern
Molekulare Signale und Gewebeumbau
Auf molekularer Ebene zeigen die identifizierten WIF1-positiven Zellen eine ausgeprägte Aktivität in Genen, die auf Androgene einschließlich Testosteron reagieren. Zudem weisen sie eine erhöhte Aktivität innerhalb der WNT-Signalwege auf, die bei vielen Wachstums- und Differenzierungsprozessen im menschlichen Körper eine zentrale Rolle spielen.
Eine ergänzende Auswertung öffentlich zugänglicher Datensätze stützte diesen Befund: Vergrößertes Prostatagewebe weist demnach eine größere Menge dieser WIF1-positiven Basalzellen auf als nicht vergrößertes Gewebe.
Nach Ansicht der Studienautoren der Johns Hopkins University könnten diese Zellen die Entstehung der BPH vorantreiben, indem sie Umbauprozesse im epithelialen und stromalen Gewebe der Vorsteherdrüse begünstigen. Ein nicht an der Untersuchung beteiligter Urologe erläuterte dazu die biologische Grundlage des Leidens: Bei der BPH handele es sich definitionsgemäß um eine Vermehrung der Zellzahl und nicht um eine Größenzunahme der einzelnen Zellen.
Neben neuen zellbiologischen Erkenntnissen rückt auch der Einfluss westlicher Lebensgewohnheiten immer stärker in den Fokus der Vorsorge. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, welche alltäglichen Lebensmittel Ihre Prostata belasten und wie Sie Operationen durch gezielte Anpassungen vermeiden. Kostenlosen Prostata-Ratgeber hier herunterladen
Ob die WIF1-positiven Basalzellen die gutartige Wucherung letztlich direkt in Gang setzen oder ob sie lediglich Begleiterscheinung anderer Prozesse sind, ist durch die aktuellen Daten jedoch noch nicht abschließend belegt. Die Autoren betonen daher, dass weitere gezielte Studien erforderlich sind, um die genauen Mechanismen und mögliche therapeutische Angriffspunkte zu klären.
