Prostatavergrößerung, Gutartige

Prostatavergrößerung: Jeder zweite Mann über 50 betroffen

21.06.2026 - 05:30:44 | boerse-global.de

Gutartige Prostatavergrößerung betrifft viele Männer über 50. Der Artikel beleuchtet Behandlungen von Medikamenten bis zu digitalen Gesundheits-Apps.

Prostatavergrößerung: Neue Therapien und digitale Helfer im Überblick
Prostatavergrößerung - Nahaufnahme einer Hand, die eine weiße Kapsel hält, mit unscharfem Hintergrund von Medikamentenverpackungen und medizinischen Instrumenten. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Fast jeder zweite Mann über 50 ist betroffen: Die gutartige Prostatavergrößerung (BPH) zählt zu den häufigsten urologischen Erkrankungen. Die Behandlung reicht von klassischen Medikamenten über pflanzliche Präparate bis hin zu digitalen Gesundheitsanwendungen.

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Wirkstoffe und Kombinationen im Fokus

In der medikamentösen Standardtherapie setzen Ärzte vor allem auf Alpha-1-Blocker. Der Wirkstoff Silodosin (4 mg pro Hartkapsel) soll die Symptome lindern. Erwachsene nehmen in der Regel zwei Kapseln einmal täglich zu einer Mahlzeit ein.

Ein wachsender Trend sind Kombinationspräparate. „Tamsublock Duo“ vereint Dutasterid und Tamsulosin. Die Einnahme erfolgt einmal täglich, etwa 30 Minuten nach dem Essen. Während Tamsulosin die Muskulatur von Prostata und Harnröhre entspannt, bremst Dutasterid die hormonell bedingte Gewebevergrößerung.

Pflanzliche Alternativen

Ergänzend kommen pflanzliche Arzneimittel zum Einsatz. Präparate mit Gräserpollen-Extrakt – aus Roggen, Timothy-Gras und Mais – helfen sowohl bei BPH als auch bei chronischer abakterieller Prostatitis. Die übliche Dosis: mehrmals täglich zwei Kapseln.

Zahlen und Fakten zur Erkrankung

Die Häufigkeit steigt mit dem Alter rasant. Bei Männern zwischen 41 und 50 Jahren liegt die BPH-Rate bei etwa 20 Prozent. In der Gruppe der 51- bis 60-Jährigen sind es bereits rund 50 Prozent. Bei Männern über 80 sind mehr als 90 Prozent betroffen.

Schwere Verläufe können zum akuten Harnverhalt führen. Dann sind operative Eingriffe wie die transurethrale Resektion (TURP) nötig.

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Neben der gutartigen Vergrößerung bleibt Prostatakrebs eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen. In Deutschland registrierte man 2023 rund 79.600 Neuerkrankungen. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 92 Prozent – die Heilungschancen hängen stark vom Diagnosezeitpunkt ab.

International zeigen sich Unterschiede. In Vietnam wurden 2022 laut WHO über 10.000 Neuerkrankungen bei Prostata-, Blasen- und Nierenkrebs verzeichnet. Nur etwa 20 Prozent der Prostatakrebs-Patienten werden dort im Frühstadium erkannt. In Deutschland empfiehlt man die Früherkennung ab 45, bei familiärer Vorbelastung bereits ab 40.

Digitale Helfer und neue Wirkstoffe

Der Markt entwickelt sich weiter. Das Unternehmen Nymox Pharmaceutical schloss im Juni 2026 eine Vereinbarung mit GARM zur Bereitstellung des Wirkstoffs Nymozarfex für Prostata-Behandlungen in der Region Roatan ab.

Ein wichtiger Bestandteil der modernen Versorgung sind digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs). Im aktuellen DiGA-Verzeichnis findet sich die App „Kranus Lutera“, speziell für Patienten mit Prostatavergrößerung. Die Anwendungen ergänzen die klassische Therapie durch Monitoring, Schulung und gezielte Übungen.

Minimal-invasive Verfahren als Alternative

Zusätzlich gewinnen schonende Eingriffe an Bedeutung. Im Rahmen der Welt-Kontinenz-Woche 2026 stehen moderne Inkontinenz-Therapien wie die Hydrogel-Injektionstherapie im Fokus. Diese Verfahren können eine Alternative zu größeren chirurgischen Eingriffen sein – etwa wenn Medikamente allein nicht mehr ausreichen, um Folgeerscheinungen wie Inkontinenz zu kontrollieren.

de | wissenschaft | 69593930 |