Prostatakrebsoperation, Erektionsstörungen

Prostatakrebsoperation: 40–70% leiden unter Erektionsstörungen

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 13:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach einer Prostataoperation betrifft erektile Dysfunktion viele Männer. Therapien sind etabliert, doch ihr Nutzen für die spontane Erholung bleibt unklar.

Prostataoperation: Erektionsprobleme und offene Fragen der Nachsorge
Ein minimalistischer, heller Praxisraum mit einer Pflanze auf einem Tisch und weichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Eine Prostatakrebsdiagnose und ihre Behandlung ziehen für viele Männer weitreichende Konsequenzen nach sich, die über die reine Tumorbeseitigung hinausgehen. Fachmedien widmen sich zunehmend den körperlichen und psychischen Begleiterscheinungen, die nach einer Prostataoperation auftreten können.

So veröffentlichte springermedizin.at einen Podcast, der sich diesen Themen widmet – ohne dabei auf spezifische Studienergebnisse oder Zahlen zurückzugreifen, sondern mit dem Ziel, das Bewusstsein für die Komplexität der Nachsorge zu schärfen.

Erektile Dysfunktion als häufige Folge

Zu den am besten dokumentierten Auswirkungen einer radikalen Prostatektomie zählt die erektile Dysfunktion. Laut einer Übersichtsarbeit von prolekare.cz sind 40 bis 70 Prozent der Männer nach einer nervenschonenden radikalen Prostatektomie davon betroffen. Diese Bandbreite verdeutlicht, wie unterschiedlich der individuelle Verlauf je nach Operationstechnik, Ausgangsbefund und weiteren Faktoren sein kann.

Um diesen Folgen zu begegnen, hat sich in der urologischen Nachsorge das Konzept der sogenannten penilen Rehabilitation etabliert. Dabei handelt es sich um einen multimodalen Ansatz, der verschiedene Behandlungsstrategien kombiniert.

Am häufigsten kommen dabei PDE5-Hemmer sowie Vakuumerektionspumpen zum Einsatz, wie die Übersicht von prolekare.cz darlegt. Ziel dieser Verfahren ist es, die Regeneration der Erektionsfähigkeit nach dem operativen Eingriff zu unterstützen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

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Uneinheitliche Evidenzlage

Trotz der breiten klinischen Anwendung bleibt die Datenlage zur Wirksamkeit der penilen Rehabilitation uneinheitlich. Die Übersichtsarbeit weist darauf hin, dass sich aus den vorliegenden Studien kein einheitliches Bild ergibt, welche Kombination aus Maßnahmen den größten Nutzen bringt oder zu welchem Zeitpunkt nach der Operation mit der Behandlung begonnen werden sollte.

Ein konkretes Ergebnis liefert allerdings die europäische Leitlinie der European Association of Urology (EAU) aus dem Jahr 2024: Demnach erhöhen PDE5-Hemmer nachweislich nicht die Chance auf eine spontane Erektion – dieser Befund wird mit dem höchsten Evidenzgrad 1a eingestuft. Das bedeutet, dass die Medikamente zwar bei der Behandlung akuter Erektionsprobleme wirksam sein können, jedoch keinen belegten Effekt auf die langfristige, eigenständige Regeneration der Erektionsfähigkeit haben.

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Bedeutung für Betroffene

Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass die Nachsorge nach einer Prostataoperation ein komplexes Feld bleibt, in dem körperliche und psychische Aspekte eng miteinander verwoben sind. Für Betroffene bedeutet dies, dass realistische Erwartungen an die verfügbaren Therapieoptionen wichtig sind.

Die uneinheitliche Studienlage zur penilen Rehabilitation zeigt zugleich, dass in diesem Bereich weiterer Forschungsbedarf besteht, um evidenzbasierte Empfehlungen für die individuelle Nachbehandlung zu entwickeln.

Fachleute betonen, dass die Auseinandersetzung mit den psychischen Folgen einer Krebsdiagnose und -behandlung nicht vernachlässigt werden sollte. Podcasts und Fachpublikationen wie jene von springermedizin.at tragen dazu bei, das Thema stärker in den ärztlichen und öffentlichen Diskurs zu rücken und Betroffenen sowie ihren Angehörigen einen offeneren Umgang mit den Folgen der Erkrankung zu ermöglichen.

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