Prostatakrebs-Screening: Zwei Todesfälle pro 1.000 vermeidbar
03.07.2026 - 22:09:32 | boerse-global.de
000 Männer weniger – das verspricht das PSA-Screening. Doch die Kehrseite der Früherkennung wiegt schwer.
Eine aktuelle Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration wertete Daten aus sechs randomisierten Studien mit rund 800.000 Teilnehmern aus. Der Beobachtungszeitraum reicht bis zu 23 Jahre. Das Ergebnis: Regelmäßige Tests senken die prostatakrebsspezifische Sterblichkeit. Statistisch vermeidet das Screening zwei Todesfälle pro 1.000 Männer.
Doch die Autoren warnen vor den Risiken. Das systematische Screening führt weiterhin zu vielen Überdiagnosen. Patienten erhalten Behandlungen für Tumore, die ohne Entdeckung vermutlich nie klinisch relevant geworden wären.
Lebensqualität: Der Preis der radikalen Behandlung
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Für Niedrigrisiko-Patienten stellt sich die Frage: Sofort eingreifen oder abwarten? Eine Studie im Fachjournal BJU International gibt klare Hinweise.
Die Forscher untersuchten 6.265 Patienten und verglichen radikale Therapien – operative Entfernung der Prostata oder Bestrahlung – mit der aktiven Überwachung (Active Surveillance). Das Ergebnis: Patienten unter engmaschiger Kontrolle behielten eine deutlich stabilere Harn- und Sexualfunktion.
Radikale Eingriffe führten dagegen häufig zu Beeinträchtigungen der Kontinenz und Sexualität. Die Studie stützt damit die Empfehlung, bei geringem Risikoprofil die aktive Beobachtung als erste Option zu prüfen.
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Neue Hoffnung für Hochrisiko-Patienten
Für Patienten mit aggressivem Krankheitsverlauf zeichnet sich ein Fortschritt ab. Eine neue Doppeltherapie im Bereich der Hormonbehandlung zeigt Erfolge – speziell für Fälle von Hochrisiko-Prostatakrebs nach einer Operation.
Die kombinierte Hormontherapie verlängerte die Zeit signifikant, in der Patienten beschwerdefrei und ohne Metastasen blieben. Fachleute rechnen mit einer baldigen breiten Verfügbarkeit. Für komplexe Krankheitsverläufe stünde damit ein zusätzliches Instrument bereit, um das Fortschreiten der Erkrankung nach einem chirurgischen Eingriff effektiver zu verzögern.
