Prostatakrebs, Pluvicto

Prostatakrebs: Pluvicto senkt Fortschritt-Risiko um 28 Prozent

02.06.2026 - 02:33:50 | boerse-global.de

Robotik und neue Krebstherapien prägen die Urologie. Novartis-Studie zeigt 28 Prozent weniger Risiko bei Prostatakrebs.

Immer mehr Kliniken setzen auf roboterassistierte Chirurgie, präzise Strahlentherapien und integrierte Versorgungskonzepte. Das Ziel: bessere Behandlungsergebnisse bei gleichzeitig höherer Lebensqualität.

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Robotik auf dem Vormarsch

In der Behandlung von Blasenkrebs setzt sich die minimalinvasive Chirurgie durch. Das Alfried Krupp Krankenhaus in Essen bereitet sich auf das Krupp Robotic Symposium am 19. Juni 2026 vor. Unter der Leitung von PD Dr. Stephan Buse stehen roboterassistierte Zystektomien mit intrakorporaler Harnableitung im Fokus. Live-Operationen mit dem Da-Vinci-5-System demonstrieren die neuesten Möglichkeiten der Präzisionschirurgie.

Parallel dazu widmete sich der 20. Nordkongress Urologie Ende Mai in Potsdam der Rehabilitation nach Krebsoperationen. PD Dr. Guido Müller von den Kliniken Hartenstein präsentierte Daten zur frühen Kontinenz nach radikaler Zystektomie und Neoblase. Die Ergebnisse aus den Jahren 2018 bis 2024 zeigen: Die Branche will nicht nur Tumore entfernen, sondern die funktionelle Lebensqualität der Patienten optimieren.

Durchbruch bei Prostatakrebs

In der Pharmakologie gibt es bedeutende Fortschritte. Auf dem ASCO-Kongress in Chicago präsentierte Novartis am 31. Mai neue Daten aus der PSMAddition-Studie. Demnach senkt die Kombination von Pluvicto mit der Standardtherapie das Risiko für Krankheitsfortschritt oder Tod bei PSMA-positiven Patienten um 28 Prozent.

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Allerdings zeigte die Kombination auch mehr schwere Nebenwirkungen: 51 Prozent in der Studiengruppe gegenüber 43 Prozent in der Kontrollgruppe. Zulassungsanträge für die USA, China und Japan sind bereits eingereicht. Entscheidungen werden für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.

Noch einen Schritt weiter gehen die frühen Ergebnisse der AcTION-Studie zur Actinium-basierten Therapie (225Ac-PSMA-617). Bei therapieresistenten Fällen zeigte sich erste Wirksamkeit. Die Rekrutierung für Phase-III-Studien läuft bereits.

Neue Zentren und Patientenvertreter

Die Versorgungslandschaft verändert sich auch strukturell. In Wien öffnete am 1. Juni das „magnus*“-Zentrum für sexuelle Gesundheit. Unter der Leitung von Alexander Zoufaly bietet es Diagnostik, Behandlung und psychosoziale Betreuung unter einem Dach. Die Kapazität liegt bei 30.000 Patienten pro Jahr.

Das Mitteldeutsche Krebszentrum (CCCG) der Unikliniken Leipzig und Jena startete die ONCOlleg-Reihe. Etwa 20 Patienten und Angehörige werden dort zu „Patientenbotschaftern“ ausgebildet. Ein Abschlussworkshop mit Zertifikatsübergabe ist für den 26. Juni in Jena geplant.

Selbsthilfe und psychische Versorgung

Regionale Initiativen bleiben ein wichtiger Pfeiler. Das Ordensklinikum Linz bietet im Juni verschiedene Selbsthilfegruppen an. In der Wetterau gründete sich Anfang März eine neue Gruppe für Vorhofflimmern.

Doch während die körperliche Medizin Fortschritte macht, hinkt die psychische Versorgung hinterher. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe berichtet von durchschnittlich fünf Monaten Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz. Diese Versorgungslücke war zentrales Thema eines Kongresses, den Schirmherr Harald Schmidt begleitete. Der Bedarf an strukturellen Verbesserungen im psychiatrischen System bleibt drängend.

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