Prostatakrebs-OP, Monaten

Prostatakrebs-OP: 94,4 Prozent nach sechs bis neun Monaten vorlagenfrei

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 186 operierten Männern waren nach sechs bis neun Monaten 94,4 Prozent vorlagenfrei; 96 Prozent erreichten zumindest teilweise Potenz.
Moderne, sterile medizinische Instrumente in einem hellen Untersuchungsraum. Illustration mit AI erstellt.

Moderne chirurgische Verfahren bei der Behandlung von Prostatakrebs zielen zunehmend darauf ab, neben der vollständigen Tumorentfernung auch wichtige Funktionen wie Kontinenz und Potenz bestmöglich zu erhalten.

Eine im Fachjournal In Vivo erschienene Untersuchung aus dem Jahr 2026 analysiert die Ergebnisse eines minimalinvasiven Ansatzes: der laparoskopischen Retzius-sparenden Prostatektomie (RSR-LRP).

Die klinische Erhebung umfasst 186 Patienten, die im Zeitraum von 2022 bis 2025 von dem Onkourologen Dr. Paulius Bosas am Nationalen Krebszentrum operiert wurden, wie das Portal delfi.lt in einem Bericht vom 30. Oktober 2026 darlegt.

Hohe Kontinenzraten nach wenigen Monaten

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der postoperativen Wiedererlangung der Harnkontinenz. Den Daten der Publikation zufolge benötigten sechs bis neun Monate nach dem Eingriff 94,4 Prozent der operierten Männer keinerlei Inkontinenzvorlagen mehr.

Lediglich 4,4 Prozent der Patienten waren auf eine einzelne Schutzvorlage angewiesen, die nur alle zwei bis sieben Tage gewechselt werden musste. Jeweils 0,6 Prozent der Behandelten verwendeten eine beziehungsweise zwei oder mehr Vorlagen pro Tag.

Die sogenannte soziale Kontinenz, die als Bedarf von höchstens einer Vorlage am Tag definiert ist, lag im Zeitraum von sechs bis neun Monaten bei 99,4 Prozent. Auch der frühzeitige Verlauf zeigte bereits deutliche Fortschritte: Bereits nach zwei Monaten kamen 55,7 Prozent der Patienten ohne Vorlagen aus, während 94,3 Prozent maximal eine Vorlage pro Tag benötigten.

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Erhalt der Potenz und onkologische Ergebnisse

Neben der Kontinenz erfasste die Erhebung auch funktionelle und onkologische Parameter. Bezüglich der erektilen Funktion zeigte sich bei 96 Prozent der Patienten zumindest eine teilweise Erholung; bei 31 Prozent war die Funktion ausreichend für den Geschlechtsverkehr, was mindestens 75 Prozent des individuellen Ausgangswertes entsprach.

Onkologisch erwies sich die Methode ebenfalls als effektiv: Der PSA-Wert fiel bei den meisten Patienten nach rund zwei Monaten nahezu auf null ab. Der stationäre Aufenthalt gestaltete sich kurz, da die Entlassung aus der Klinik meist am dritten Tag nach dem Eingriff erfolgte.

Zudem erwies sich die Technik auch bei lokal fortgeschrittenen Befunden im Stadium pT3a als anwendbar, wobei ähnlich niedrige Raten an positiven chirurgischen Rändern verzeichnet wurden.

Einordnung im Vergleich zu bisherigen Referenzdaten

Die Resultate der litauischen Serie ordnen die Autoren in den Kontext etablierter Register und früherer Untersuchungen ein. Ein Vergleich mit dem deutschen Prostatakrebs-Register anhand einer Publikation von Kowalski und Kollegen aus der Fachzeitschrift Die Urologie von 2024, die 17.149 Patienten aus 125 zertifizierten Zentren umfasste, verdeutlicht die Unterschiede zu konventionellen Verläufen: Dort waren nach einem Jahr 56 Prozent der Patienten vorlagenfrei, während 13 Prozent zwei oder mehr Vorlagen täglich benötigten.

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Auch im Vergleich zu einer frühen italienischen Serie robotischer Eingriffe von Galfano und Kollegen, publiziert 2013 im Fachblatt European Urology an den ersten 200 Patienten mit einer Nachbeobachtung von mindestens einem Jahr, fallen die Werte auf.

Während in der italienischen Erhebung 96 Prozent der Patienten nach einem Jahr ohne Vorlage oder nur mit Schutzvorlage auskamen, erreichten in der aktuellen Serie nach sechs bis neun Monaten 98,8 Prozent der Patienten diesen Status. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial Retzius-sparender laparoskopischer Techniken für funktionelle Behandlungsergebnisse in der spezialisierten Urologie.

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