Prostatakrebs, Screening

Prostatakrebs: Neues Screening senkt Sterblichkeit um 40-50%

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 07:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Österreich startet im November ein organisiertes Prostatakrebs-Screening. Zudem überzeugen eine Laser-OP bei einem 100-Jährigen und ein neuer Antikörper in Studien.

Prostata-Medizin: Screening, Laser-OP und neuer Antikörper im Fokus
Nahaufnahme eines modernen medizinischen Instruments in einem Operationssaal, das Präzision und fortschrittliche Technologie symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Früherkennungsprogramme, schonende Operationstechniken und innovative Medikamente rücken in den Fokus. Besonders Männer ab 50 Jahren profitieren von diesen Entwicklungen.

Organisiertes Screening startet im November

Österreich bereitet ein strukturiertes Früherkennungsprogramm für Prostatakrebs vor. Der Start ist für November 2026 geplant. Das Ziel: die Sterblichkeit deutlich senken.

Die Prognosen sind vielversprechend. Bis zu 33 Prozent weniger metastasierte Fälle und eine Reduktion der Todesfälle um 40 bis 50 Prozent scheinen erreichbar. Zum Vergleich: In Österreich gibt es jährlich etwa 8.500 Diagnosen und 1.200 Todesfälle.

Das Modell sieht vor, Männer zwischen 50 und 70 Jahren aktiv einzuladen. Der Ablauf beginnt mit einem PSA-Test. Bei erhöhten Werten folgen eine Magnetresonanztomographie (MRT) und gegebenenfalls eine Biopsie.

Die Effizienzsteigerung ist beachtlich. Die Österreichische Gesundheitskasse finanziert derzeit 600.000 bis 700.000 PSA-Tests pro Jahr. Das neue Modell setzt auf etwa 300.000 gezielte Tests. Die Folge: 34 Prozent weniger MRT-Untersuchungen und 57 Prozent weniger Biopsien.

Laser-OP bei 100-jährigem Patienten

Auch bei gutartiger Prostatavergrößerung (BPH) gibt es Fortschritte. Ein Fall aus dem Juli 2026 zeigt, was heute möglich ist. Ein 100-jähriger Patient – geboren am 1. Juli 1926 – wurde in Izmir erfolgreich operiert.

Trotz Herzschrittmacher und Blutverdünnern führten die Chirurgen Prof. Dr. Ömer Öge und Dr. Ali Han Pirim den Eingriff durch. Sie nutzten die ThuLEP-Lasertechnik (Thulium Laser Enucleation of the Prostate). Das Verfahren entfernte das überschüssige Gewebe komplikationsfrei. Der Patient konnte den Katheter ablegen.

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Erektionsstörungen als Warnsignal

Urologische Beschwerden sind oft mehr als ein lokales Problem. Sie können auf systemische Erkrankungen hinweisen. Erektionsstörungen etwa gelten als frühes Warnzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Jeder f?nfte Mann ab 50 ist betroffen.

Experten raten zu frühzeitiger Abklärung. Parallel dazu gewinnen spezialisierte Zentren an Bedeutung. In den Niederlanden erhielt das Expertisecentrum Prostaatkanker des Jeroen Bosch Ziekenhuis im Juli 2026 die Anerkennung als topklinisches Zentrum.

Das Angebot umfasst moderne Diagnostik wie MRI-Fusionsbiopsie und Robotchirurgie. Dazu kommen unterstützende Maßnahmen wie Beckenbodentherapie. Diese Programme spielen eine zentrale Rolle bei der Rehabilitation und dem Erhalt der Kontinenz.

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Neuer Antikörper zeigt beeindruckende Ergebnisse

Die Forschung bei fortgeschrittenem Prostatakrebs macht ebenfalls Fortschritte. Auf einem Fachsymposium in San Francisco wurden im Juli 2026 Daten zu einem neuen gentechnisch veränderten Antikörper vorgestellt. VIR-5500, ein sogenannter T-Zell-Engager, zeigte vielversprechende Resultate.

Die Studie unter der Leitung von Johann de Bono umfasste 58 Männer. In der höchsten Dosierungsgruppe sank der PSA-Wert bei 82 Prozent der Patienten um mindestens 50 Prozent. Bei einem Drittel der Probanden fiel der Wert sogar um über 99 Prozent.

Ein besonders bemerkenswerter Fall: Bei einem Patienten verschwanden 14 Lebermetastasen vollständig. Leichte Nebenwirkungen traten bei den meisten Teilnehmern auf. Dennoch werten Experten die Ergebnisse als wichtigen Fortschritt.

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