Prostatakrebs, Kombinationstherapie

Prostatakrebs: Kombinationstherapie verlängert progressionsfreie Zeit deutlich

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 23:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In der Phase-2-Studie vergingen mit der Kombination median 17,6 Monate bis zum Fortschreiten, gegenüber 7,4 Monaten mit alleiniger SBRT.

LUNAR-Studie: Kombination verlängert progressionsfreies Überleben
Ein moderner, steriler Behandlungsraum in einer onkologischen Forschungseinrichtung mit minimalistischer Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Eine Kombination aus zielgerichteter Radioligandentherapie und stereotaktischer Strahlentherapie kann bei wiederkehrendem Prostatakarzinom den Krankheitsverlauf deutlich verlangsamen. Das zeigen Daten der Phase-2-Studie LUNAR (NCT05496959) des UCLA Health Jonsson Comprehensive Cancer Center, die in der Fachzeitschrift European Urology veröffentlicht wurden.

Die Untersuchung befasst sich mit Männern, bei denen nach einer vorherigen Behandlung ein sogenannter oligorezidivierender hormonsensitiver Prostatakrebs aufgetreten ist.

Deutliche Verlängerung des progressionsfreien Überlebens

An der Untersuchung des UCLA Health Jonsson Comprehensive Cancer Center nahmen 92 Männer teil, bei denen mittels PSMA-PET/CT zwischen einer und fünf Metastasen festgestellt worden waren.

Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt eine alleinige stereotaktische Strahlentherapie (SBRT), während die andere Gruppe vor der SBRT zwei Zyklen des Radiopharmazeutikums 177Lu-PNT2002 als neoadjuvante Behandlung verabreicht bekam.

Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 31,9 Monaten zeigte sich ein deutlicher Vorteil für den kombinierten Ansatz. Das mediane progressionsfreie Überleben lag unter der Kombinationstherapie bei 17,6 Monaten, verglichen mit 7,4 Monaten bei einer alleinigen SBRT.

Das UCLA Health Jonsson Comprehensive Cancer Center ermittelte eine Hazard Ratio von 0,38, was einer Reduktion des Risikos für ein Fortschreiten der Erkrankung oder den Beginn einer rettenden Hormontherapie um 62 Prozent entspricht. Nach 24 Monaten waren in der Kombinationsgruppe 33 Prozent der Teilnehmer ohne nachweisbare Erkrankung, während dies im Vergleichsarm lediglich auf 12 Prozent zutraf.

Verzögerung der systemischen Hormontherapie

Ein wesentliches Ziel bei der Behandlung des oligorezidivierenden Prostatakrebses besteht darin, den Beginn einer klassischen Hormonblockade hinauszuzögern, um Betroffenen die damit verbundenen Nebenwirkungen möglichst lange zu ersparen.

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Beim hormontherapiefreien Überleben verzeichnete das UCLA Health Jonsson Comprehensive Cancer Center eine Hazard Ratio von 0,57. Im Median vergingen in der Kombinationsgruppe 24,3 Monate bis zum Start einer Hormontherapie, verglichen mit 14,1 Monaten im Kontrollarm. Der Beginn einer solchen Folgetherapie ließ sich somit um rund zehn Monate verzögern.

Auch bei der weiteren Metastasierung und der Resistenzbildung traten Unterschiede auf. Mehr als fünf neue Metastasen entwickelten sich bei drei Patienten der Kombinationsgruppe gegenüber neun Patienten unter alleiniger SBRT. Einen kastrationsresistenten Status erreichten in der Kombinationsgruppe lediglich ein Patient, im Vergleichsarm waren es sieben.

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Verbesserungen zeigten sich folglich sowohl beim polymetastatischen progressionsfreien Überleben als auch beim kastrationsresistenzfreien Überleben, während der Trend beim CT-progressionsfreien Überleben keine statistische Signifikanz erreichte.

Sicherheitsdaten und weiterer Studienverlauf

In puncto Verträglichkeit traten nach Angaben des Krebszentrums keine neuen Sicherheitssignale auf. Die einzige beobachtete Nebenwirkung des Grades 3 war eine Lymphopenie, deren Häufigkeit in beiden Studienarmen ähnlich ausfiel.

Ergebnisse der Untersuchung wurden zuvor bereits auf dem Fachkongress ASTRO 2025 präsentiert. Das UCLA Health Jonsson Comprehensive Cancer Center weist darauf hin, dass es sich um eine Einzelzentrums-Studie handelt, die nicht auf die Messung des Gesamtüberlebens ausgelegt ist.

Die von Lantheus finanzierte Studie sieht eine Nachbeobachtung von bis zu 60 Monaten vor; der primäre Abschluss wird für September 2032 geschätzt. Für 177Lu-PNT2002 liegt in diesem Anwendungsbereich bislang keine Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA vor, sodass die Bestätigung der Daten in einer Phase-3-Studie erforderlich bleibt.

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de | wissenschaft | 70317599 |