Prostatakrebs, Jährliche

Prostatakrebs: Jährliche Kontrollen ab 50 verhindern späte Diagnose

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Urologen und Onkologen raten zu altersgerechten Prostatakontrollen, da Beschwerden oft spät auftreten und familiäre Risiken früheres Testen erfordern.

Prostatakrebs: Experten empfehlen frühere Kontrollen für Risikogruppen
Ein minimalistischer, heller Untersuchungsraum in einer medizinischen Praxis mit natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Urologische Experten weisen darauf hin, dass Männer ab dem 50. Lebensjahr regelmäßige, jährliche Prostatauntersuchungen wahrnehmen sollten. Hintergrund der Empfehlung ist die Beobachtung, dass viele Patienten erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium diagnostiziert werden – häufig dann, wenn bereits Schmerzen und andere spürbare Beschwerden aufgetreten sind. Frühzeitige Kontrollen könnten diese Verzögerung verhindern und die Behandlungschancen deutlich verbessern.

Prostatakrebs unter den häufigsten Krebsarten bei Männern

Die Bedeutung des Themas unterstrich die Türk T?bbi Onkoloji Derne?i (Türkische Gesellschaft für Medizinische Onkologie) im Rahmen einer Pressekonferenz in Ankara, die im Zusammenhang mit dem Prostatakrebssensibilisierungsmonat und dem Welt-Prostatakrebstag stand.

Demnach ist Prostatakrebs in der Türkei nach Lungenkrebs die zweithäufigste Krebsart bei Männern. Ein landesweites, strukturiertes Screening-Programm für Prostatakrebs existiert nach Angaben der Gesellschaft bislang nicht.

Wer wann zum PSA-Test sollte

Die Türkische Gesellschaft für Medizinische Onkologie empfiehlt den PSA-Test ab dem 50. Lebensjahr für symptomatische Patienten. Bei Personen mit erhöhtem Risiko – etwa bei familiärer Vorbelastung mit Prostata-, Brust-, Eierstock- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs – rät die Fachgesellschaft bereits ab dem 45. Lebensjahr zur Kontrolle.

Ürologen ergänzen diese Einordnung um einen genetischen Aspekt: Veränderungen der Gene BRCA1 und BRCA2, die bei Frauen das Brustkrebsrisiko erhöhen, können demnach auch bei Männern mit einem gesteigerten Prostatakrebsrisiko einhergehen.

Wer in der Familie Fälle von Brust- oder Prostatakrebs hat, sollte laut den Urologen bereits ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur Kontrolle gehen – eine im Vergleich zur Empfehlung der onkologischen Fachgesellschaft nochmals frühere Altersgrenze.

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Symptome oft erst im fortgeschrittenen Stadium

Ein zentrales Problem bei der Früherkennung ist der oft symptomlose Verlauf der Erkrankung in frühen Stadien. Laut den Urologen deuten Blut im Urin, Probleme beim Wasserlassen sowie Rücken- oder Flankenschmerzen meist bereits auf eine fortgeschrittene Erkrankung hin. Genau deshalb kommt der aktiven, symptomunabhängigen Vorsorge eine besondere Rolle zu.

Als diagnostische Mittel gelten weiterhin die rektale Tastuntersuchung und der PSA-Test als besonders wertvoll – nicht zuletzt, weil ein MRT nicht bei jedem Patienten verfügbar ist und daher als alleinige Diagnosemethode nicht flächendeckend eingesetzt werden kann.

Behandlungsoptionen je nach Krankheitsstadium

Die Therapieansätze richten sich laut der Türkischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie nach dem Krankheitsstadium. In frühen Phasen kommen chirurgische Eingriffe oder Strahlentherapie zum Einsatz.

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Bei fortgeschrittenen Stadien reicht das Spektrum von Hormontherapie über zielgerichtete und neue Hormontherapien bis hin zu Chemotherapie und Radioligandentherapie, etwa mit Lutetium. Bei Patienten mit Veränderungen des BRCA-Gens stehen zudem gezielte medikamentöse Therapien zur Verfügung.

Warnung vor unbelegten Alternativpräparaten

Die Fachgesellschaft warnte in diesem Zusammenhang ausdrücklich vor wissenschaftlich nicht belegten Produkten, die im Umlauf sind und die eigentliche Krebstherapie verzögern oder deren Wirkung abschwächen können. Für Patienten und Angehörige empfiehlt sich demnach, sich bei Fragen zu ergänzenden Präparaten an das behandelnde onkologische Team zu wenden, bevor solche Mittel eigenständig eingesetzt werden.

Insgesamt zeigt die aktuelle Einordnung aus urologischer und onkologischer Sicht ein klares Bild: Regelmäßige, altersabhängige Kontrollen – kombiniert mit einer genauen Kenntnis der familiären Risikofaktoren – gelten als wichtigster Hebel, um Prostatakrebs frühzeitig zu erkennen und die Behandlungsmöglichkeiten optimal auszuschöpfen.

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