Prostatakrebs, Gewichtsverlust

Prostatakrebs: Fünf Prozent Gewichtsverlust verschlechtert Prognose deutlich

03.06.2026 - 13:39:28 | boerse-global.de

Studien belegen: Ungewollter Gewichtsverlust verschlechtert Prognose bei Prostatakrebs. Forscher setzen auf Omega-3 und zielen auf Zombie-Zellen.

Prostatakrebs: Fünf Prozent Gewichtsverlust verschlechtert Prognose deutlich - Bild: über boerse-global.de
Prostatakrebs: Fünf Prozent Gewichtsverlust verschlechtert Prognose deutlich - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Studien zeigen: Wer während der Behandlung unbeabsichtigt fünf Prozent seines Gewichts verliert, hat eine deutlich schlechtere Prognose.

Hormontherapie als Risikofaktor

Besonders tückisch: Die Hormonentzugstherapie (ADT) ist zwar klinisch notwendig, begünstigt aber gefährliche Veränderungen. Sie fördert den Aufbau von Bauchfett bei gleichzeitigem Abbau von Muskelmasse. Experten empfehlen daher eine gezielte Anpassung der Lebensweise.

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Im Zentrum stehen eine pflanzenbasierte Ernährung und ausreichend Eiweiß – idealerweise 1,2 bis 1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Regelmäßige Bewegung hilft zusätzlich, die Muskelsubstanz zu erhalten.

Neue Wege: Omega-3 gegen Chemo-Nebenwirkungen

An der Medizinischen Universität Graz forscht ein neues Christian Doppler Labor an einer ungewöhnlichen Idee. Unter Leitung von Beate Rinner untersuchen Wissenschaftler Omega-3-basierte Nanoemulsionen aus Algenöl.

Die enthaltenen Fettsäuren DHA und EPA sollen die Wirksamkeit von Chemotherapien erhöhen und gleichzeitig deren Verträglichkeit verbessern. Das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft sowie Fresenius Kabi Austria finanzieren das Projekt für sieben Jahre.

„Zombie-Zellen“ im Visier der Forschung

Ein weiterer Ansatz zielt auf sogenannte seneszente Zellen – auch „Zombie-Zellen“ genannt. Diese überleben die Therapie und können Rückfälle auslösen. Eine Studie im Fachjournal „Nature Cell Biology“ zeigt nun einen möglichen Weg, sie zu eliminieren.

Die Zellen sind auf das Enzym GPX4 angewiesen. Blockiert man es gezielt, löst das den programmierten Zelltod aus – die Ferroptose. In Mausmodellen für Prostata-, Eierstock- und Hautkrebs führte diese Kombination zu kleineren Tumoren und längerem Überleben.

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Weniger Chemo durch klügere Diagnostik

Der ASCO-Jahreskongress 2026 in Chicago machte einen weiteren Trend deutlich: Die Onkologie wird individueller. Die Optima-Studie des University College London zeigt, dass Gentests wie der Prosigna-Test bei Brustkrebs im Frühstadium präzise bestimmen können, wer wirklich eine Chemotherapie braucht.

Für fortgeschrittene Stadien gibt es ebenfalls Fortschritte. Der Wirkstoff Daraxonrasib verdoppelte bei Bauchspeicheldrüsenkrebs mit RAS-Mutation die mittlere Überlebenszeit von 6,6 auf 13,2 Monate.

Die Botschaft der Forscher ist klar: Medikamentöse Fortschritte und metabolische Unterstützung müssen Hand in Hand gehen. Der körperliche Gesamtzustand bleibt ein entscheidender Faktor für den Behandlungserfolg.

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