Prostatakrebs-Diagnostik, PSMA-PETCT

Prostatakrebs-Diagnostik: PSMA-PET/ CT erreicht 91% Treffsicherheit

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 04:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die RAPID-Studie der MedUni Wien bescheinigt PSMA-PET/CT eine hohe Sicherheit bei bedeutsamen Prostatakarzinomen und langfristiger Prognose.

MedUni Wien: PSMA-PET/CT erkennt relevante Prostatatumoren
Moderner, steriler Untersuchungsraum in einer medizinischen Forschungseinrichtung mit hochwertiger diagnostischer Technik. Illustration mit AI erstellt.

In der urologischen Diagnostik zeichnet sich ein signifikanter Fortschritt bei der Erkennung von Prostatakrebs ab. Die Medizinische Universität Wien (MedUni Wien) hat die Ergebnisse der sogenannten RAPID-Phase-3-Studie vorgelegt, die das Potenzial der PSMA-PET/CT-Untersuchung als präzises Instrument zur Identifikation klinisch relevanter Tumoren untermauern.

Wie aus Berichten von Mitte September 2026 hervorgeht, könnten diese Erkenntnisse dazu beitragen, die Anzahl invasiver und oft unnötiger Biopsien künftig deutlich zu reduzieren.

Hohe Treffsicherheit bei klinisch signifikanten Karzinomen

Die Untersuchung, an der insgesamt 194 Patienten teilnahmen, konzentrierte sich auf die diagnostische Güte der PSMA-PET/CT-Bildgebung. Die in der Fachzeitschrift The Lancet Medical Imaging & Theranostics veröffentlichten Daten belegen eine hohe Zuverlässigkeit bei der Identifizierung klinisch signifikanter Karzinome (definiert als ISUP-Grad ?2). In dieser Gruppe erkannte das Verfahren 70 von 77 Tumoren, was einer Rate von 91 % entspricht.

Die Sensitivität für diese signifikanten Fälle wurde mit 91 % (Konfidenzintervall 82–96) angegeben. Besonders wichtig für die klinische Einschätzung ist der negative prädiktive Wert, der ebenfalls bei 91 % (Konfidenzintervall 82–95) lag.

Demnach konnte bei einem unauffälligen Befund in 91 % der Fälle ein signifikanter Tumor ausgeschlossen werden. Diese statistische Sicherheit bietet eine fundierte Basis für die Entscheidung, auf eine Gewebeentnahme zu verzichten, wenn die Bildgebung keinen entsprechenden Verdacht liefert.

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Differenzierte Betrachtung der diagnostischen Parameter

Neben der Fokussierung auf aggressive Tumorformen untersuchte die MedUni Wien auch die allgemeine Erkennungsrate über alle histologisch bestätigten Prostatakarzinome hinweg (ISUP-Grade 1 bis 5). Hier wurden 84 von 106 Fällen korrekt identifiziert, was einer Quote von 79 % entspricht.

Die Sensitivität in diesem Gesamtspektrum lag laut den Studiendaten bei 79 % (95 %-KI 71–86), während die Spezifität mit 59 % (49–69) beziffert wurde.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Verfahren insbesondere darin stark ist, jene Karzinome zu lokalisieren, die einer unmittelbaren Behandlung bedürfen, während weniger aggressive Verläufe differenziert bewertet werden müssen.

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Langzeitbeobachtung bestätigt diagnostische Relevanz

Ein wesentlicher Aspekt der RAPID-Studie war die Nachverfolgung der Patienten über einen längeren Zeitraum. Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 35 Monaten (Interquartilsabstand 32–38 Monate) konnten die Forscher die Langzeitwirkung der Diagnostik validieren. In diesem Zeitraum wurden 23 von 24 aggressiven Krankheitsverläufen durch die initiale PSMA-PET/CT-Untersuchung korrekt vorhergesagt.

Durch die hohe Spezifität bei klinisch bedeutsamen Befunden bietet die Methode einen Ansatz, um die Patientenbelastung im Rahmen der Krebsvorsorge und -diagnostik zu senken.

Experten der MedUni Wien weisen darauf hin, dass die Integration dieses bildgebenden Verfahrens in den klinischen Alltag die Patientensicherheit erhöhen könnte, indem gezieltere Therapieentscheidungen ermöglicht werden. Dies ist insbesondere in der Geriatrie von Bedeutung, wo die Abwägung zwischen diagnostischem Nutzen und der Belastung durch invasive Eingriffe eine zentrale Rolle spielt.

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