Prostataadenom: Bipolare OP ermöglicht Entlassung schon am zweiten Tag
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie operative Behandlung von gutartigen Prostatavergrößerungen entwickelt sich zunehmend in Richtung gewebeschonender, endoskopischer Verfahren. Besonders bei einem stark ausgeprägten, voluminösen Prostataadenom standen Mediziner lange vor der Herausforderung, dass herkömmliche minimalinvasive Standardmethoden an technische Grenzen stießen und häufig auf eine offene Operation zurückgegriffen werden musste.
Neuere operative Ansätze zeigen jedoch, wie minimalinvasive Techniken auch bei komplexen Befunden und multimorbiden Patienten erfolgreich eingesetzt werden können.
Wie das Portal amosnews.ro in einem Bericht vom 29. Oktober 2026 darlegte, markiert der Einsatz der bipolaren minimalinvasiven Adenomektomie an regionalen Schwerpunktkliniken einen wichtigen Schritt in der urologischen Versorgung.
Klinischer Ersteinsatz an der Kreisklinik Alba Iulia
An der Urologie des Notfallkrankenhauses SJU Alba Iulia gelang dem Mediziner Dr. Bogdan Nicolae eine Premiere für das Haus. Erstmals führte er dort eine bipolare minimalinvasive Adenomektomie bei einem Patienten durch, der an einem voluminösen Prostataadenom litt.
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Der behandelte Patient war 69 Jahre alt und wies ein anspruchsvolles medizinisches Profil auf. Vor dem Eingriff litt der Mann an einem akuten Harnverhalt und war auf das dauerhafte Tragen eines Langzeitkatheters angewiesen.
Zusätzlich erschwerten bestehende Vorerkrankungen die Ausgangslage, da der Patient sowohl unter kardiologischen als auch unter neurologischen Begleiterkrankungen litt. Bei derartigen Risikopatienten stellt ein chirurgischer Eingriff stets eine besondere Abwägung dar, da Belastungen durch Narkose und Wundheilung minimiert werden müssen.
Methodik und technische Besonderheiten gegenüber Standardverfahren
Die von Dr. Bogdan Nicolae angewandte Operationstechnik folgt grundlegend den Prinzipien der etablierten Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP). Bei diesem Konzept wird das vergrößerte Drüsengewebe, das die Harnröhre einengt, präzise entlang der anatomischen Kapsel abgelöst und entfernt.
Ein wesentlicher Unterschied liegt jedoch in der apparativen Ausstattung. Während Laserverfahren oft auf kostenintensive Spezialgeräte angewiesen sind, greift die bipolare Variante auf eine breiter zugängliche Infrastruktur zurück.
Durch den Einsatz bipolarer Energiequellen lässt sich das Adenomgewebe effizient abtragen, ohne dass aufwändige Lasersysteme zwingend vorgehalten werden müssen. Dies ermöglicht es Kliniken abseits hochspezialisierter Maximalversorger, moderne endourologische Konzepte anzubieten.
Relevanz für den Heilungsverlauf bei Hochrisikopatienten
Im klinischen Alltag gilt das bipolare Verfahren als vollwertige Alternative zur klassischen offenen Prostataoperation. Der Verzicht auf einen Bauchschnitt verringert die Invasivität des Eingriffs deutlich. Zu den primären klinischen Vorteilen zählen ein messbar geringerer Blutverlust während der Operation sowie eine wesentlich raschere postoperative Erholung des Patienten.
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Diese Faktoren spiegelten sich auch im Verlauf des Eingriffs am SJU Alba Iulia wider. Die Operations dauer betrug nach Angaben des Hauses rund 2 Stunden. Trotz der kardiovaskulären und neurologischen Vorerkrankungen sowie der vorherigen Katheterpflicht konnte der 69-jährige Patient bereits am zweiten postoperativen Tag aus der stationären Behandlung entlassen werden.
Zu diesem Zeitpunkt war das Tragen eines Katheters nicht mehr erforderlich, und der Patient erreichte wieder eine vollkommen spontane Miktion. Derartige Fallverläufe unterstreichen das Potenzial der Methode, älteren und vorerkrankten Männern mit stark vergrößerter Prostata schonende chirurgische Wege zu eröffnen.
