Prostata-Therapie: Wasserdampf und Laser ersetzen klassische Operationen
04.06.2026 - 04:09:52 | boerse-global.de
Immer mehr Kliniken setzen auf minimalinvasive Methoden, die Patienten schneller auf die Beine helfen und das Risiko von Komplikationen senken. Gleichzeitig verbessern sich die Diagnosemöglichkeiten – mit weitreichenden Folgen für die Vorsorge.
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Dampf statt Skalpell: Marien Hospital Düsseldorf setzt auf Rezum
Das Marien Hospital Düsseldorf hat sein Behandlungsspektrum für gutartige Prostatavergrößerung (BPH) erweitert. Seit dem 3. Juni kommt dort das Rezum-Verfahren zum Einsatz. Dabei wird steriler Wasserdampf über die Harnröhre direkt in das störende Prostatagewebe geleitet – und dieses gezielt reduziert.
„Das ist eine besonders schonende Option mit kurzer Erholungszeit“, erklärt Prof. Dr. Patrick J. Bastian, Chefarzt der Klinik. Die neue Methode ergänzt das bestehende Angebot, das von der klassischen transurethralen Resektion (TUR-P) über die Holmium-Laser-Enukleation (HoLEP) bis zur robotergestützten Da-Vinci-Chirurgie reicht.
Laser-Pionierarbeit in Südamerika
Auch in Südamerika tut sich etwas: Das Hospital Beneficente Unimar (HBU) in Marília führte am 2. Juni einen EchoLaser TPLA-Eingriff (Transperineale Laserablation) durch. Die Besonderheit: Der Zugang erfolgt durch das Perineum – die Harnröhre bleibt unberührt.
Die Prozedur dauert rund 30 Minuten und findet ambulant statt. Die behandelnden Ärzte Dr. Mateus Maziero de Carvalho und Dr. Oliver Rojas betonen die niedrige Komplikationsrate. Für Patienten, die einen Krankenhausaufenthalt vermeiden wollen, eröffnet sich damit eine echte Alternative.
PSA-Test: Weniger Todesfälle, aber keine pauschale Empfehlung
Neben den Eingriffen selbst verbessern sich auch die Diagnoseverfahren. Ein Cochrane-Review unter Leitung von Dr. Juan Franco der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf wertete im Frühjahr 2026 sechs randomisierte Studien mit rund 800.000 Teilnehmern aus.
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Das Ergebnis: PSA-Screenings senken die Sterblichkeit an Prostatakrebs leicht – von 16 auf 15 Todesfälle pro 1.000 Männer. Trotzdem raten die Autoren nicht zu einer generellen Vorsorge. Stattdessen empfehlen sie eine individuelle Entscheidung im Gespräch mit dem Arzt.
Urintest könnte Biopsien überflüssig machen
Noch einen Schritt weiter geht eine Studie im Journal of Urology. Forscher um Jeffrey J. Tosoian vom Vanderbilt University Medical Center testeten den MyProstateScore 2.0-Urintest. Er analysiert die Genaktivität und könnte bei Patienten mit geringem Risiko unter aktiver Überwachung künftig Kontrollbiopsien ersetzen. Der Test erkennt höhergradige Tumore zuverlässiger – und spart den Patienten invasive Eingriffe.
Aufklärung zur Welt-Kontinenz-Woche
Die neuen Verfahren bleiben nicht im Hörsaal. Das St. Barbara-Hospital in Gladbeck lädt am 18. Juni zu einer Informationsveranstaltung im Rahmen der Welt-Kontinenz-Woche ein. Prof. Dr. Bernhard Planz, Chefarzt der Klinik, will dort über Blasengesundheit und moderne Lasertherapien aufklären. Anatomische Modelle zeigen, wie die verschiedenen minimalinvasiven Verfahren im Harntrakt wirken – verständlich für jedermann.
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