Prostata-OP: Lasertherapie und TUR-P bieten je nach Patient andere Vorteile
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deBei der operativen Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung existiert kein einzelnes Verfahren, das für jeden Patienten gleichermaßen überlegen ist. Wie Fachbeiträge des Ac?badem Medical Board darlegen, hängt die Entscheidung zwischen einer Lasertherapie und der transurethralen Resektion der Prostata (TUR-P) von individuellen Parametern ab.
Ausschlaggebend sind demnach die Größe der Vorsteherdrüse, das Ausmaß der Beschwerden, bestehende Begleiterkrankungen, die Einnahme von Blutverdünnern sowie die operative Erfahrung des behandelnden Teams.
TUR-P als langjährig etablierter Standard
Die transurethrale Resektion der Prostata gilt laut dem Ac?badem Medical Board weiterhin als langjährig etablierte Standardbehandlung. Bei diesem Eingriff wird das Prostatagewebe über die Harnröhre entfernt. Ein methodischer Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass das abgetragene Gewebe vollständig für eine feingewebliche Untersuchung eingeschickt werden kann.
Im postoperativen Verlauf verbleibt nach einer TUR-P meist für einige Tage ein Blasenkatheter. Dessen Entfernung erfolgt in der Regel nach dem Abklingen von Blutungen und bei klarem Urin; treten stärkere Blutungen auf oder liegen relevante Vorerkrankungen vor, kann die Katheterverweildauer länger ausfallen.
Zudem weist das Board darauf hin, dass es nach einer TUR-P in seltenen Fällen durch die verwendete Spülflüssigkeit zu Störungen des Salz- und Flüssigkeitshaushalts kommen kann.
Eigenschaften und Varianten der Lasertherapie
Die Lasertherapie bietet nach Angaben des Ac?badem Medical Board je nach angewendetem Verfahren spezifische Vorteile, insbesondere hinsichtlich eines reduzierten Blutungsrisikos und bei der Versorgung großer Prostatadrüsen. Zu den klinisch eingesetzten Techniken zählen unter anderem die Holmium-Laser-Enukleation (HoLEP), Thulium-Verfahren wie ThuLEP und ThuVEP sowie die photoselektive Vaporisation der Prostata (PVP bzw. GreenLight-Laser).
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Bei der PVP steht im Unterschied zur Resektion meist kein Gewebe für eine histologische Begutachtung zur Verfügung, da das Gewebe verdampft wird. Bei beiden Behandlungsansätzen – sowohl bei der Lasertherapie als auch bei der TUR-P – stellt die retrograde Ejakulation eine häufige dauerhafte Folge dar, durch welche die Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird.
Klinische Erfahrungen und technologische Entwicklungen
Internationale Kliniken setzen zunehmend auf differenzierte Laser- und Alternativtechniken. Das Windsor Regional Hospital führt das ThuLEP-Verfahren ein.
Laut Gesundheitsdienstleistern gilt diese Thulium-Laser-Enukleation als Fortschritt gegenüber der TUR-P, dem Green-Light-Laser und der offenen Prostatektomie, wobei kürzere Krankenhausaufenthalte, reduzierte Katheterzeiten und eine gesteigerte chirurgische Effizienz angeführt werden.
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Der Urologe José Nogueira erläutert, dass Prostatawachstum und Prostatakrebs ab einem Alter von 45 Jahren beginnen und das Risiko mit den Lebensjahren ansteigt.
Bei der transurethralen HoLEP sorge die Koagulation der Gefäße für geringere Blutungen und eine schnellere Erholung, sodass Patienten mehrheitlich am Folgetag ohne Katheter entlassen werden könnten. Zudem verringerten dünnere Instrumente das Risiko für Harnröhrenstrikturen.
Am West Coast General Hospital ersetzt ein Green-Light-Laser den Elektrokauter bei der transurethralen Prostataresektion. Wie der dortige Urologe Dr. Zeid Mohamedali darlegt, ermögliche die gleichzeitige Gefäßkoagulation minimale Blutverluste, Entlassungen am selben Tag und weniger Katheterkomplikationen.
Ergänzend zu abtragenden Methoden kommen weitere Ansätze zum Einsatz. Am Mulgrave Private Hospital in Victoria wurde erstmals das iTind-Verfahren angewendet, bei dem ein temporäres Implantat die Harnröhre ohne Schneiden oder Brennen weitet und nach sieben Tagen entfernt wird.
Prof. Sree Appu vom Mulgrave Private Hospital verweist dabei auf kürzere Ausfallzeiten und den Erhalt der Sexualfunktion. Zudem betont er die Häufigkeit der gutartigen Prostatavergrößerung: Rund 50 Prozent der Männer zwischen 51 und 60 Jahren seien betroffen, wobei der Anteil um zehn Prozentpunkte pro weiterer Lebensdekade zunehme.
