Prometheus: Bezos-Startup sammelt 12 Milliarden Euro für KI-Ingenieure
12.06.2026 - 07:22:01 | boerse-global.de
Prometheus will die industrielle Fertigung revolutionieren – mit einer künstlichen Intelligenz für Ingenieure.
Der KI-Startup Prometheus, gegründet von Amazon-Gründer Jeff Bezos und Vik Bajaj, hat in einer Finanzierungsrunde zwölf Milliarden Euro eingesammelt. Das Unternehmen bewertet sich damit auf rund 41 Milliarden Euro, wie es am Donnerstag bekannt gab. Prometheus verlässt damit den Stealth-Modus und präsentiert seine Vision: eine „künstliche Generalingenieurin" für die physische Welt.
Schwergewichtige Investoren an Bord
Anzeige: Wer die Entwicklungszeiten für Ingenieurprojekte drastisch verkürzen will, findet in diesem Whitepaper die entscheidenden Hebel: KI-Simulation, digitale Fertigung und konkrete Fallstudien. Jetzt kostenloses Whitepaper anfordern
An der Series-B-Runde beteiligten sich namhafte Finanzinstitute wie JPMorgan, Goldman Sachs und BlackRock. Auch die Wagniskapitalgeber DST Global und Arch Venture Partners stiegen ein. Die zwölf Milliarden Euro kommen zu einer früheren Finanzierung von rund 6,2 Milliarden Euro hinzu, die Ende 2025 abgeschlossen wurde.
Das Geld fließt vor allem in zwei Bereiche: Rechenleistung und Trainingsdaten. Denn die Entwicklung einer KI für industrielle Anwendungen erfordert immense Prozessorleistung und spezialisierte Datensätze zur Simulation physikalischer Umgebungen. Prometheus positioniert sich damit als hoch kapitalintensives Vorhaben.
Vom Design zur Produktion – alles aus einer Hand
Das Kerngeschäft von Prometheus ist eine KI-gesteuerte „End-to-End"-Lösung. Sie soll von der ersten Entwurfsidee bis zur finalen Fertigung alles abdecken – für Branchen wie Luftfahrt, Automobilbau und Pharmazie.
Die Gründer erklärten in einem Interview, die Technologie beschleunige den „Erfindungskreislauf". Jeff Bezos bezeichnete Prometheus als sein derzeit wichtigstes Projekt. Die KI könnte die Entwicklungszeiten für Ingenieurprojekte drastisch verkürzen. Ein Beispiel: Ein Triebwerk, für das normalerweise 1.000 Menschen zehn Jahre brauchen, soll künftig in ein bis zwei Jahren mit einem deutlich kleineren Team fertig sein.
Das Startup baut keine physischen Roboter. Stattdessen entwickelt es Software, die Physik und Fertigungsprozesse mit hoher Präzision simuliert. Teure Versuch-und-Irrtum-Verfahren wandern so von der Werkstatt in die digitale Welt.
150 Mitarbeiter an drei Standorten
Prometheus beschäftigt rund 150 Menschen in Büros in San Francisco, London und Zürich. Das Team rekrutierte gezielt Fachkräfte von führenden KI- und Technologieunternehmen wie OpenAI, DeepMind und Nvidia.
Obwohl Prometheus unabhängig von Bezos' anderen Firmen wie Amazon oder Blue Origin agiert, dient die Raumfahrtfirma als wichtiges Fallbeispiel. An ihr wollen die Gründer zeigen, wie ihre KI-Tools in der Luft- und Raumfahrttechnik eingesetzt werden können.
Anzeige: Bevor Ihre Konkurrenz mit KI-gestützter Simulation die Time-to-Market halbiert, sollten Sie die 5 Schritte zur digitalen Fertigung kennen. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie teure physische Prototypen durch präzise digitale Zwillinge ersetzen. 5-Schritte-Checkliste jetzt sichern
Wettbewerb mit etablierten Industrieriesen
Mit seiner Ausrichtung tritt Prometheus gegen etablierte Anbieter von Industriesoftware an – darunter Autodesk, PTC und Dassault Systèmes. Der Fokus auf „Artificial General Engineering" zielt darauf ab, die Produktion von Triebwerken, Medizinprodukten und elektronischer Hardware durch schnellere Simulationen zu optimieren. Interne Benchmarks des Unternehmens zeigen bereits deutlich höhere Geschwindigkeiten im Vergleich zu traditionellen Methoden.
Trotz der hohen Bewertung und der massiven Finanzierung sei es für einen Börsengang noch zu früh, so die Unternehmensführung. Derzeit stehe der Aufbau der technischen Infrastruktur im Vordergrund. Zudem müsse sich beweisen, dass KI die arbeitsintensiven Herausforderungen der physischen Fertigung lösen kann. Die Gründer sehen in solchen Produktivitätssprüngen eine Notwendigkeit, um den Lebensstandard angesichts künftiger Arbeitskräfteknappheit zu halten.
