Prokrastination, Erwachsenen

Prokrastination: 57% der jungen Erwachsenen schieben ständig auf

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 11:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Umfragen und Studien verknüpfen häufiges Aufschieben mit psychischer Gesundheit und zeigen bei Trichotillomanie Vorteile der Verhaltenstherapie.

Prokrastination und Trichotillomanie: Studien zeigen wichtige Unterschiede
Ein minimalistischer, leerer Arbeitsplatz in einem Raum mit sanftem Dämmerungslicht und langen Schatten. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Analysen und wissenschaftliche Untersuchungen befassen sich verstärkt mit psychologischen Phänomenen, die den Alltag vieler Menschen prägen. Im Fokus stehen dabei das weit verbreitete Aufschieben von Aufgaben, die sogenannte Prokrastination, sowie die Hintergründe der Impulskontrollstörung Trichotillomanie.

Ausbreitung von Prokrastination im Spiegel demografischer Faktoren

Eine im Juli 2026 im Auftrag der hkk Krankenkasse durchgeführte forsa-Umfrage unter rund 1.000 Erwachsenen gibt Aufschluss über die Verbreitung von Prokrastination in der Gesellschaft. Die Erhebung, die im Zeitraum vom 2. bis zum 9. Juli 2026 stattfand, weist eine Schwankungsbreite von plus/minus 3 Prozentpunkten auf. Demnach geben 49 Prozent der Befragten an, Erledigungen häufig aufzuschieben.

Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen. Besonders betroffen sind junge Erwachsene: Bei den 18- bis 34-Jährigen schieben 57 Prozent ihre Aufgaben häufig auf. Im Gegensatz dazu berichten in der Gruppe der über 60-Jährigen lediglich 22 Prozent von einem entsprechenden Verhalten im Alltag.

Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Aufschiebeverhalten

Die Daten der Krankenkasse deuten zudem auf eine Korrelation zwischen der psychischen Verfassung und der Neigung zur Prokrastination hin. Befragte, die ihre psychische Gesundheit als schlecht bewerten, gaben zu 61 Prozent an, Erledigungen häufig aufzuschieben.

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Bei Personen mit einer guten psychischen Gesundheit liegt dieser Anteil mit 41 Prozent signifikant niedriger. Das Phänomen des Aufschiebens scheint demnach eng mit dem allgemeinen Wohlbefinden verknüpft zu sein.

Wissenschaftliche Analysen zur Impulskontrollstörung Trichotillomanie

Neben der alltäglichen Prokrastination beschäftigen sich Fachleute mit spezifischen Störungsbildern wie der Trichotillomanie. Betroffene dieser Störung reißen sich wiederholt Haare aus der Kopfhaut, den Wimpern oder anderen Körperregionen aus. Die Störung beginnt häufig in der Phase der Pubertät, typischerweise zwischen dem 11. und 15. Lebensjahr.

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Eine im Jahr 2026 durchgeführte Studie der Universität Heidelberg untersuchte die unmittelbaren Auslöser dieses Verhaltens. An der Untersuchung nahmen 61 Erwachsene über einen Zeitraum von zehn Tagen teil.

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass ein starker innerer Drang sowie das Empfinden von Langeweile die stärksten Hinweise auf ein späteres Haareausreißen lieferten. Entgegen früherer Annahmen stellten negative Gefühle in dieser Untersuchung keine primären Indikatoren für das Verhalten dar.

Wirksamkeit von Therapieansätzen und medikamentöse Situation

Hinsichtlich der Behandlung der Trichotillomanie liegen Erkenntnisse aus einer niederländischen Studie mit 43 Patienten vor. In dieser Untersuchung wurden verschiedene Behandlungswege verglichen. Bei 64 Prozent der Teilnehmer, die einer Verhaltenstherapiegruppe zugeordnet waren, gingen die Symptome signifikant zurück.

Im Vergleich dazu erwies sich der Einsatz medikamentöser Unterstützung als weniger effektiv. Bei der Behandlung mit dem Antidepressivum Fluoxetin zeigten lediglich 9 Prozent der Probanden eine signifikante Besserung der Symptomatik.

Fachleute weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es derzeit kein offiziell zugelassenes Medikament gegen diese spezifische Störung gibt. Die Ergebnisse unterstreichen damit die Bedeutung psychotherapeutischer Ansätze bei der Bewältigung von Impulskontrollstörungen.

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