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Projekt Pangea: 50 Banken revolutionieren Devisenhandel mit Echtzeit-Abwicklung

Veröffentlicht: 27.06.2026 um 07:21 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ein Bankenkonsortium um Chainlink will mit Projekt Pangea Devisengeschäfte in Sekunden abwickeln und das Herstatt-Risiko eliminieren.

Chainlink und 50+ Banken starten Projekt Pangea für Echtzeit-Devisenhandel
Digitale Grafik: Globus mit vernetzten Knoten, globale Finanznetzwerke darstellend, leuchtende Datenströme treffen auf zentrales 'Pangea'-Symbol. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der milliardenschwere Devisenhandel steht vor einem grundlegenden Wandel. Am 26. Juni 2026 präsentierte das Blockchain-Unternehmen Chainlink gemeinsam mit einem Konsortium internationaler Banken auf dem Point Zero Forum in Zürich das Projekt Pangea. Ziel der Initiative: Die Abwicklung von Devisengeschäften von Tagen auf Sekunden zu verkürzen und das sogenannte Herstatt-Risiko auszuschalten.

Was steckt hinter dem Projekt?

Der globale Devisenmarkt bewegt täglich rund 9,6 Billionen Euro. Bislang dauert die Abwicklung von Geschäften oft Tage – ein Risiko, das Banken und Anleger in Atem hält. Projekt Pangea setzt auf atomare Abwicklung in Echtzeit (T+0). Das bedeutet: Beide Währungen werden gleichzeitig und unwiderruflich getauscht. Möglich macht dies die Zahlung-gegen-Zahlung-Technologie (PvP) auf Basis regulierter Stablecoins.

Im Fokus stehen zunächst der Euro und der südkoreanische Won. Genau dieser Handelskorridor zwischen Europa und Südkorea ist mit einem jährlichen Handelsvolumen von rund 150 Milliarden Euro von enormer Bedeutung.

Wer macht mit?

Die Liste der Teilnehmer liest sich wie ein Who's who der internationalen Finanzwelt. Qivalis, ein Zusammenschluss von 37 europäischen Banken, ist ebenso dabei wie UniKA, ein südkoreanisches Konsortium mit über zehn Instituten – darunter Shinhan Bank, JB Bank und Kbank. Insgesamt verwalten die beteiligten Banken Vermögenswerte von mehr als zehn Billionen Euro.

Drei Schichten für maximale Sicherheit

Die technische Architektur von Projekt Pangea ist clever aufgebaut. Sie besteht aus drei Ebenen:

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  1. Banking-Layer: Die traditionelle Welt bleibt erhalten – mit Swift-Netzwerk und ISO-20022-Standards.
  2. Connectivity-Layer: Chainlink übersetzt mit seinem Cross-Chain Interoperability Protocol (CCIP) die Banknachrichten in Blockchain-Instruktionen.
  3. Settlement-Layer: Die finale Abwicklung erfolgt auf der eigens entwickelten Pangea-Blockchain, ergänzt durch Ethereum und Polygon.

Diese Kombination stellt sicher, dass die Transaktionen rechtsverbindlich sind und alle regionalen Vorschriften einhalten. Interessant: Dieselbe Technologie nutzt bereits die US-Wertpapierverwahrstelle DTCC für ihre tokenisierte Collateral-Plattform, die im vierten Quartal 2026 in Produktion gehen soll.

Der Fahrplan

Der Rollout erfolgt in mehreren Phasen. Qivalis plant, in der zweiten Jahreshälfte 2026 einen regulierten Euro-Stablecoin auf den Markt zu bringen. Das würde die nötige Liquidität für das Netzwerk schaffen.

Aktuell arbeiten die beteiligten Banken an den letzten Herausforderungen – insbesondere beim Liquiditätsmanagement und den erforderlichen Genehmigungen. Das Ziel: Bis Mitte 2027 sollen die ersten Live-Transaktionen laufen.

Was bedeutet das für den Markt?

Sollte Projekt Pangea erfolgreich sein, könnte dies den Devisenhandel grundlegend verändern. Die Abwicklung in Echtzeit würde nicht nur Risiken minimieren, sondern auch Kosten senken. Und die Perspektive reicht noch weiter: Das System ist so konzipiert, dass weitere Währungen und Regionen später integriert werden können.

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Chainlink selbst hat bereits Erfahrung mit Großprojekten: Über verschiedene Anwendungen hinweg wurden bereits Transaktionen im Wert von über 31 Billionen Euro abgewickelt. Die Erlöse aus dem Projekt sollen in den firmeneigenen LINK-Token fließen und in einer speziellen Reserve gehalten werden.

Ob der traditionelle Devisenmarkt tatsächlich vor einer Zeitenwende steht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Eines ist jedoch klar: Die Banken setzen nicht länger auf Zögern, sondern auf Tempo.

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