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Project Perception: Microsofts KI-Plattform findet 570 Schwachstellen

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 00:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft startet die KI-Plattform Project Perception zur automatischen Schwachstellenerkennung und tritt gegen Anthropics Mythos an.

Microsoft Project Perception: Neue KI-Ära für Cybersicherheit startet
Abstraktes, leuchtendes neuronales Netzwerk mit digitaler Lupe, symbolisiert KI-gestützte Sicherheit und Schwachstellenerkennung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ende Juli 2026 bringt Microsoft Project Perception an den Start – eine KI-gesteuerte Sicherheitsplattform, die Schwachstellen automatisch erkennt und behebt. Das System markiert einen strategischen Wendepunkt: Statt auf manuelle Fehlersuche setzt Microsoft künftig auf eine Armada autonomer KI-Agenten, die Codebasen, Cloud-Umgebungen und Endgeräte in nie dagewesener Frequenz durchleuchten.

Wettlauf mit Anthropic: Günstiger, breiter, schneller

Project Perception tritt direkt gegen Anthropics Mythos an – ein KI-Sicherheitstool, das Anfang April 2026 auf den Markt kam. Doch während Mythos bislang nur rund 50 Partnern im Rahmen der „Project Glasswing"-Initiative zugänglich ist, plant Microsoft eine deutlich breitere Verfügbarkeit. Der Konzern setzt dabei auf seine globale Azure-Infrastruktur, um Exportbeschränkungen zu umgehen, die Wettbewerber ausbremsen.

Das Herzstück der neuen Plattform: eine Multi-Modell-Architektur, die verschiedene Aufgaben intelligent an die jeweils passenden KI-Modelle von Microsoft, OpenAI und Anthropic verteilt. Diese Orchestrierungsschicht soll die Leistung optimieren und gleichzeitig die Betriebskosten drastisch senken. Branchenkenner schätzen, dass Anthropics Mythos derzeit etwa doppelt so teuer ist wie dessen Standard-Modell Opus – ein Preisnachteil, den Microsoft mit seinem flexiblen Routing-System ausgleichen will.

Rekordjagd mit MDASH: 570 Sicherheitslücken in einem Monat

Die technische Basis von Project Perception heißt MDASH (Machine-Driven Automated Security Hunter). Das System setzt über 100 autonome KI-Agenten ein, die Sicherheitslücken scannen, validieren und sogar untereinander diskutieren. In internen Tests erreichte MDASH eine Trefferquote von 88,45 Prozent im CyberGym-Benchmark – ein Spitzenwert für automatisierte Sicherheitssysteme.

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Wie effektiv der KI-Ansatz ist, zeigte sich bereits beim Patch-Day im Juli 2026: Microsoft schloss damals rekordverdächtige 570 Sicherheitslücken – ein Anstieg von 316 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. MDASH identifizierte die überwältigende Mehrheit dieser Schwachstellen, darunter 16 bislang unbekannte Windows-Lücken und mehrere kritische Sicherheitslücken für Schadcode aus der Ferne (Remote Code Execution). Besonders brisant: Eine Zero-Day-Lücke in SharePoint (CVE-2026-56164), die Angreifer bereits Anfang Juli aktiv ausnutzten.

Umbau der Sicherheitssparte: Tausende Stellen gestrichen

Der Start von Project Perception fällt mit einer grundlegenden Neuaufstellung von Microsofts Sicherheitsgeschäft zusammen. Unter der Führung von Hayete Gallot, die im Februar 2026 zur Executive Vice President of Security ernannt wurde, hat der Konzern Hunderte Mitarbeiter in traditionellen Sicherheitsabteilungen entlassen. Ziel der Restrukturierung: eine klare Priorisierung KI-integrierter Sicherheitsprodukte gegenüber veralteten Legacy-Systemen.

Gallot treibt einen strategischen Kurswechsel voran: Statt Sicherheitsfunktionen weiterhin in breite Unternehmenspakete einzubetten, setzt sie auf eigenständige KI-Sicherheitsprodukte. Dieser Schritt folgt einem Branchentrend – erst Anfang Juli veröffentlichte Capital One mit VulnHunter ein quelloffenes KI-Tool, das ebenfalls auf die automatisierte Identifizierung ausnutzbarer Schwachstellen spezialisiert ist.

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Risiken der Automatisierung: Datenklau und Prompt-Angriffe

Doch die rasante Entwicklung autonomer Sicherheitsplattformen birgt auch Gefahren. Branchenanalysten warnen vor Daten-Governance-Problemen in Multi-Modell-Umgebungen und der wachsenden Gefahr von Prompt-Injection-Angriffen, bei denen Angreifer KI-Systeme durch manipulierte Eingaben kapern.

Ein aktueller Bericht des britischen KI-Sicherheitsinstituts vom Juli 2026 bestätigt die Bedenken: Zwar holen offene KI-Modelle bei Cybersicherheitsaufgaben zu den geschlossenen Spitzenmodellen auf – doch die Leichtigkeit, mit der sich Sicherheitsvorkehrungen umgehen lassen, bleibt ein ungelöstes Problem der gesamten Branche.

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