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Project Orchard: Microsoft spart 40% KI-Kosten mit eigenen Modellen

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 12:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft setzt auf eigene MAI-Modelle, um Kosten zu drücken, und behält OpenAI-Partnerschaft bei. Aktie reagiert mit Kursverlust.

Microsofts KI-Strategie: Eigene Modelle senken Kosten
Stilisierte digitale Illustration zweier verbundener, leuchtender Gehirne, beschriftet mit 'OpenAI' und 'Microsoft AI', mit Datenfluss dazwischen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Konzern setzt weiter auf die Partnerschaft mit OpenAI, baut aber gleichzeitig massiv eigene KI-Modelle auf. Ziel ist es, die explodierenden Kosten in den Griff zu bekommen.

Am 9. Juli 2026 gab OpenAI bekannt, dass GPT-5.6 zum bevorzugten Modell für Microsoft 365 Copilot wird. Das betrifft Word, Excel, PowerPoint, Chat und Cowork. Die neue Version soll mehr Leistung pro investierten Euro bieten und komplexe Aufgaben besser bewältigen. Microsoft greift weiterhin direkt über eine API auf die OpenAI-Modelle zu. Die bestehende Lizenz läuft bis 2032.

Eigene Modelle entlasten die Kasse

Doch parallel dazu dreht Microsoft an einer zweiten Schraube. Bereits am 7. Juli 2026 wurde bekannt, dass der Konzern begonnen hat, Drittanbieter-Modelle von OpenAI und Anthropic durch die eigene MAI-Serie (Microsoft AI) zu ersetzen. Aktuell betrifft das spezifische Aufgaben in Excel und Outlook – und zwar zehntausende Anfragen pro Woche.

Auf der Build 2026 stellte Microsoft gleich sieben MAI-Modelle vor. Darunter MAI-Code-1, das nach Unternehmensangaben die Leistung von Anthropics Opus 4.6 erreicht – zu deutlich geringeren Kosten. MAI-Image-2.5 ist bereits in PowerPoint aktiv, MAI-Transcribe-1.5 wird in Microsoft Teams integriert.

Projekt Orchard: 40 Prozent weniger Kosten

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Die Umstellung ist Teil der internen Initiative Project Orchard. Sie zielt darauf ab, die KI-Ausgaben um 40 Prozent zu senken. Microsoft-KI-Chef Mustafa Suleyman machte keinen Hehl aus dem Kalkül: „Die Drittanbieter-Modelle sind extrem teuer.“ Allein für Anthropic-Modelle zahlte der Konzern zuletzt rund 500 Millionen Euro jährlich. Suleyman will diese Abhängigkeit reduzieren und langfristig ganz beenden.

Die technischen Daten der neuen Modelle können sich sehen lassen: MAI-Thinking-1, ein reasoning-fokussiertes Modell, kommt auf 35 Milliarden Parameter und ein 256K-Kontextfenster. Bei spezifischen Benchmarks für Excel sollen bestimmte MAI-Modelle bis zu zehnmal effizienter sein als GPT-5.4.

Börse reagiert nervös

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Die Nachricht von Microsofts Strategiewechsel sorgte für Bewegung an den Märkten. Am 9. Juli 2026 fiel die Microsoft-Aktie um 1,52 Prozent auf 377,52 Euro. Der Kursrückgang ist Teil einer längeren Phase der Verunsicherung: In den vergangenen neun Monaten hat der Konzern angesichts hoher KI-Investitionen erheblich an Börsenwert eingebüßt.

Microsoft steht mit diesem Spagat nicht allein. Branchenbeobachter sehen einen wachsenden Trend unter großen Technologiekonzernen. Auch Amazon, Meta und Uber überprüfen ihre KI-Ausgaben und entwickeln eigene Modelle, um sich von externen Anbietern unabhängiger zu machen. Die Partnerschaft mit OpenAI bleibt für Microsoft zwar ein Eckpfeiler der Strategie. Doch der zunehmende Einsatz der MAI-Modelle zeigt: Der Konzern will technisch und finanziell auf eigenen Beinen stehen.

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