Project Orchard: Microsoft senkt KI-Kosten um 40 Prozent
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 17:58 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Rund vier Jahre nach dem Start hat Windows 11 die Marke von einer Milliarde aktiven Geräten überschritten. Der Meilenstein fällt mit einer neuen Welle KI-gestützter Funktionen zusammen.
Das Betriebssystem legt damit schneller zu als sein Vorgänger Windows 10. Branchenbeobachter führen das Wachstum auf mehrere Faktoren zurück: neue Hardwareverkäufe, das nahende Ende des Windows-10-Supports im Oktober 2025 und ein stark gestiegenes Interesse an KI-Funktionen in den vergangenen 18 Monaten.
Neue KI-Werkzeuge für Produktivität und Bildbearbeitung
Mit dem Juli-Update 2026 führt Microsoft Snap Suggestions ein – eine Funktion, die das Fenstermanagement vereinfacht. Das Tool analysiert lokale KI-Modelle, um bevorzugte Anordnungen von Fenstern vorherzusagen. Die Verarbeitung erfolgt direkt auf dem Gerät, schützt die Privatsphäre und spart Klicks beim Multitasking.
Die Fotos-App erhielt am 7. Juli 2026 ebenfalls ein Upgrade. Der Image Creator für Copilot+-PCs nutzt cloudbasierte DALL-E-Modelle, um aus Textvorgaben Bilder zu generieren. Für Geräte mit Snapdragon-X-Prozessoren gibt es zudem ein KI-gestütztes Relight-Tool, das die Beleuchtung vorhandener Fotos lokal auf dem Gerät anpasst. Voraussetzung ist Windows 11 Version 24H2 oder neuer.
Strategischer Schwenk zu eigenen KI-Modellen
Microsoft baut parallel die Hintergrundsysteme seiner Produktivitätssoftware um. Seit dem 7. und 8. Juli 2026 leitet der Konzern zehntausende wöchentliche Anfragen aus Excel und Outlook über die eigenen MAI-Modelle statt ausschließlich über OpenAI.
Hinter der internen Initiative Project Orchard steckt ein klares Ziel: die Betriebskosten um rund 40 Prozent senken. Die Umstellung ermöglicht neue Funktionen wie den KI-Facilitator für Teams, der im August 2026 erscheinen soll, sowie neue Agenten für Vertrieb und Service. Microsoft 365 Copilot für Unternehmen kostet derzeit ab 18 Euro pro Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung, Premium-Tarife liegen bei knapp 29 Euro pro Nutzer und Monat.
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Neue Hardware und kritische Sicherheitsupdates
Die KI-Offensive wird durch neue Geräte unterstützt. Die Dell Pro 7 Notebook-Serie setzt auf Intel Core Ultra oder AMD Ryzen AI PRO 400 Prozessoren und bis zu 64 Gigabyte schnellen LPDDR5x-Arbeitsspeicher – optimiert für lokale KI-Verarbeitung.
Microsoft arbeitet zudem an der Behebung eines hartnäckigen Fehlers: In den Versionen 24H2 und 25H2 kann die Datenbankdatei CapabilityAccessManager.dbwal auf bis zu 500 Gigabyte anwachsen. Ein Preview-Fix liegt seit Ende Juni vor, der reguläre Rollout ist für den 14. Juli 2026 geplant. Bereits am 8. Juli 2026 schloss ein Update die als „RoguePlanet“ bekannte Zero-Day-Lücke (CVE-2026-50656) in der Malware Protection Engine – betroffen waren Windows 10 und 11.
Ausblick: Windows 11 Version 26H2 und Cloud-Rebuild
Für den Herbst 2026 kündigt Microsoft Windows 11 Version 26H2 (Build 26300) an. Das Update bringt unter anderem die Möglichkeit, die Taskleiste an verschiedene Bildschirmränder zu verschieben, sowie verbesserte Barrierefreiheitsoptionen.
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Ein besonderes Highlight ist Cloud Rebuild, verfügbar im aktuellen Insider Build 26300.8772 seit dem 6. Juli 2026. Das Tool erlaubt eine komplette Neuinstallation des Betriebssystems und der Treiber direkt aus der Cloud – selbst wenn das lokale System nicht mehr bootet. Version 26H2 aktiviert zudem automatisch die Windows-Einstellungssicherung und -Wiederherstellung für die meisten Nutzer. In der Europäischen Union bleibt diese Automatisierung ausgeschlossen, um die Vorgaben des Digital Markets Act zu erfüllen.
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