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Project Meridian: Pentagon startet 120-Tage-Studie zu KI und Robotik

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 14:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die 120-Tage-Studie soll Technologielücken aufzeigen; parallel plant das Pentagon ein Autonomiekommando und Änderungen an Personal und Infrastruktur.

Project Meridian: Pentagon prüft Militärtechnologien und plant Umbau
Eine weite, unberührte Wüstenlandschaft mit einer einsamen, minimalistischen Betonstruktur in der Abenddämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Das US-Verteidigungsministerium hat die Einleitung einer umfassenden Strategiestudie mit dem Namen Project Meridian bekannt gegeben. Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte die Initiative im Rahmen seiner Rede zur Lage der Streitkräfte auf der Marine Corps Base Quantico in Virginia an.

Die Untersuchung ist auf einen Zeitraum von 120 Tagen ausgelegt und soll die technologischen Anforderungen künftiger Schlachtfelder definieren. Geleitet wird das Projekt von Unterstaatssekretär Emil Michael, unterstützt durch eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Technologiebranche und Politik.

Strategische Analyse technologischer Domänen

Project Meridian hat den Auftrag, Waffen und Systeme für künftige Konfliktszenarien zu identifizieren. Das Mandat umfasst dabei ein breites Spektrum, das von unterirdischen Anlagen bis hin zum cislunaren Raum jenseits des Mondes reicht.

In einem entsprechenden Memo nannte Hegseth spezifische Technologiefelder, die als kriegsverändernd eingestuft werden. Dazu gehören Künstliche Intelligenz (KI), autonome Systeme, gerichtete Energie (Directed Energy), Robotik sowie Biotechnologie.

Das Ziel der Untersuchung ist die Sicherung der technologischen Dominanz auf den Schlachtfeldern der nächsten Generation. Dabei sollen kritische Fähigkeitslücken identifiziert und umsetzbare Lösungen vorgeschlagen werden, ohne neue politische Grundsatzdokumente zu erstellen. Die Ergebnisse der Studie sollen bis zum 28. Januar 2027 vorliegen und sowohl in einem öffentlichen Bericht als auch in einem klassifizierten Anhang zusammengefasst werden.

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Kooperation mit Vertretern der Technologiebranche

Für die Co-Leitung des Projekts wurden xAI-CEO Elon Musk, der Gründer des Rüstungsunternehmens Anduril, Palmer Luckey, sowie der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, gewonnen. Während keiner der drei Co-Leiter in den US-Streitkräften gedient hat, verfügen sie über Verbindungen zum Verteidigungssektor oder politische Erfahrung.

Für Elon Musk markiert die Berufung eine Rückkehr in die Regierungsarbeit, nachdem er im Vorjahr aus der Effizienzkommission DOGE ausgeschieden war. Sein Unternehmen SpaceX ist bereits ein bedeutender Auftragnehmer des Pentagons. Palmer Luckey betonte, dass die Zusammenarbeit Analysen für potenzielle Konflikte in den Jahren 2030, 2050 und 2100 liefern solle.

Sein Unternehmen Anduril hält bereits Regierungsaufträge für Langstreckenraketen und halbautonome Kampfflugzeuge. Berichten zufolge belaufen sich bestehende Pentagon-Verträge mit SpaceX und Anduril auf einen Wert von bis zu 4,16 Milliarden US-Dollar. Newt Gingrich, der 2025 die Ehrendoktorwürde der Air University erhielt, war zuvor bereits kurzzeitig Mitglied des Defense Policy Board.

Strukturelle Neuausrichtung und autonome Kriegsführung

Parallel zu Project Meridian kündigte das Verteidigungsministerium die Schaffung eines neuen Vier-Sterne-Kommandos an, des sogenannten Autonomous Warfare Command (AUTOWARCOM). Diese Einheit soll für unbemannte und autonome Kriegsführung zuständig sein und über eigene Befugnisse in den Bereichen Personal, Budget und Beschaffung verfügen. Die vollständige Aufstellung ist bis zum 1. Oktober 2027 geplant.

AUTOWARCOM basiert auf den Erfahrungen bestehender Programme, wie etwa dem Drone-Dominance-Programm, das Robotersysteme für Einsätze im Nahen Osten bereitstellte. Schätzungen zufolge werden derzeit etwa 70 Prozent der gegnerischen Verluste im Ukraine-Krieg durch Drohnen verursacht.

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Ein weiteres Vorhaben, Project Agincourt, soll unter der Leitung von Owen West von der Defense Innovation Unit (DIU) innerhalb von 30 Tagen einen Aktionsplan für den Bereich unbemannte Systeme vorlegen.

Umbau der militärischen Hierarchie und Infrastruktur

Verteidigungsminister Hegseth kündigte zudem weitreichende personelle Einschnitte an. Bis zum 1. Januar 2027 sollen die Stellen für General- und Flaggoffiziere um rund 20 Prozent reduziert werden. Dies stellt eine Verdopplung früherer Kürzungsziele dar.

Darüber hinaus plant das Pentagon eine Neuausrichtung der Infrastruktur unter dem Schlagwort „Fortress America“. Dies beinhaltet die Förderung eigener Energieerzeugung sowie die Sicherung der Lieferketten für Seltene Erden, Halbleiter und Treibstoffe.

Im Rahmen eines Wettbewerbs unter den US-Bundesstaaten soll zudem ein neuer Militärstützpunkt für 15.000 bis 25.000 Soldaten entstehen. Gleichzeitig prüft das Verteidigungsministerium deutliche Kürzungen der US-Militärpräsenz in Europa.

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