Prognosemärkte, US-Gericht

Prognosemärkte: US-Gericht bestätigt Glücksspiel-Regulierung für Kalshi

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 02:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein US-Berufungsgericht bestätigt Nevadas Glücksspielaufsicht über Kalshi. Der Betreiber muss täglich 120.000 US-Dollar Strafe zahlen.

Kalshi verliert vor Gericht: Nevada darf Sportwetten regulieren
Ein leerer Gerichtssaal mit polierten Holzmöbeln und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einem richtungsweisenden Urteil hat der Ninth Circuit Court of Appeals am 28. August 2026 entschieden, dass Sportwett-Kontrakte rechtlich nicht als Swaps einzustufen sind. Damit bestätigte das US-Berufungsgericht eine Entscheidung der Vorinstanz und räumte dem Bundesstaat Nevada das Recht ein, seine nationalen Glücksspielgesetze gegen den Prognosemarkt-Betreiber Kalshi durchzusetzen.

Für das Unternehmen hat der Beschluss unmittelbare finanzielle Konsequenzen: Kalshi sieht sich in Nevada nun einer täglichen Strafe in Höhe von 120.000 US-Dollar ausgesetzt.

Rechtliche Tragweite der Gerichtsentscheidung

Die Entscheidung der Richter fiel mit einem einstimmigen Ergebnis von 3-0 Stimmen deutlich aus. Im Kern des Verfahrens stand die Frage, ob digitale Prognosemärkte unter die Regulierungshoheit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fallen oder als Glücksspiel durch die einzelnen Bundesstaaten reguliert werden dürfen.

Das Gericht wies die Anträge auf einstweilige Verfügungen von Kalshi sowie der Mitkläger Crypto.com und Robinhood gegen den Bundesstaat Nevada zurück.

In der Begründung stellte das Gericht fest, dass der Commodity Exchange Act (CEA) die Glücksspielregulierung Nevadas für die Sportkontrakte von Kalshi wahrscheinlich nicht verdrängt. Dabei wandte das Gremium die sogenannte Major-Questions-Doktrin an, ein juristisches Prinzip, das die Befugnisse von Bundesbehörden bei Fragen von erheblicher wirtschaftlicher oder politischer Bedeutung einschränkt, sofern keine explizite gesetzliche Grundlage vorliegt.

Zudem verwiesen die Richter auf die CFTC-Regel 40.11, die Glücksspielkontrakte weiterhin untersagt. Die CFTC selbst vertrete den Standpunkt, dass Sportwetten außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs liegen.

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Finanzielle Folgen und strategische Reaktion der Betreiber

Während Kalshi mit der täglichen Strafzahlung von 120.000 US-Dollar belastet wird, kündigte das Unternehmen bereits an, eine weitere Überprüfung des Urteils anzustreben. Dies schließe eine mögliche Petition an den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten ein. Parallel dazu wurden die Wahlkontrakte von Kalshi an das zuständige Bezirksgericht zurückverwiesen.

Die rechtliche Situation wird durch widersprüchliche Urteile in verschiedenen Gerichtsbezirken verkompliziert. So steht die aktuelle Entscheidung des Ninth Circuit im Gegensatz zu einem Urteil des Third Circuit vom 6. April 2026. Diese Divergenz in der Rechtsprechung erhöht laut Branchenbeobachtern die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Supreme Court abschließend mit der Materie befassen muss. Für den Bundesstaat New Jersey besteht zudem eine Frist bis zum 3. September für eine entsprechende Petition an das höchste US-Gericht.

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An den Aktienmärkten löste das Urteil positive Impulse bei etablierten Glücksspielanbietern aus. Die Papiere von DraftKings verzeichneten ein Plus von 7 %, während die Aktien von Flutter um 6 % stiegen. Marktteilnehmer werteten die Bestätigung der staatlichen Regulierungshoheit offenbar als Schutz für bereits lizenzierte Betreiber gegenüber neuen Prognosemärkten.

Dennoch bleibt die Branche mit einer geografischen Regulierungsinkonsistenz konfrontiert. Während Betreiber in einigen Bezirken unter strengere Glücksspielvorgaben fallen, sind in anderen Gebieten Verfahren noch nicht abgeschlossen. So ist derzeit ein separater Fall beim Fourth Circuit anhängig, der die Rechtsunsicherheit für Anbieter digitaler Vorhersagemärkte in den USA weiter verlängert.

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