Profeco warnt vor Brühwürfeln: 36 Produkte auf Salz und Kennzeichnung geprüft
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie mexikanische Verbraucherschutzbehörde Profeco hat am 2. November 2026 vor den gesundheitlichen Risiken eines regelmäßigen Konsums von industriellen Brühwürfeln und Würzmitteln gewarnt.
Eine in der November-Ausgabe der Zeitschrift „Revista del Consumidor“ veröffentlichte Qualitätsuntersuchung von 36 Produkten ergab, dass bereits eine einzige zubereitete Portion bei bestimmten Erzeugnissen mehr als die Hälfte der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Tagesmenge an Natrium liefern kann.
Neben dem hohen Natriumgehalt kritisierte die Behörde den Einsatz von Zusatzstoffen wie Mononatriumglutamat, das Vorkommen gesättigter Fette sowie den generell geringen Nährwert vieler Produkte.
Drastische Unterschiede beim Natriumgehalt pro Portion
Die von Profeco ermittelten Werte beziehen sich ausdrücklich auf zubereitete Portionen und nicht auf das reine Trockengewicht einzelner Würfel. Den höchsten Wert wies die Chedraui-Hühnerbrühe in Pulverform mit 1.400 Milligramm Natrium pro zubereiteter Portion auf.
Dahinter folgten die Hühnerbrühe von Calnort mit 1.303 Milligramm sowie die Calnort-Gemüsebrühe in Würfeln mit 1.091 Milligramm Natrium. Auch die Hühnerbrühen von Great Value mit 810 Milligramm und Bon Sabor mit 751 Milligramm erreichten hohe Konzentrationen.
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Unter den weiteren analysierten Produkten verzeichnete Knorr bei Garnelenbrühe 749 Milligramm, bei Gemüsebrühe Rind 694 Milligramm, bei Gemüsebrühe 676 Milligramm, bei Huhn mit Koriander 675 Milligramm, bei klassischer Hühnerbrühe 661 Milligramm und bei Gemüsebrühe Rippchen 650 Milligramm. Die Variante Knorr Huhn mit 100 Prozent natürlichen Zutaten kam auf 578 Milligramm Natrium.
Chedraui Huhn lag bei 666 Milligramm, während Selecto Brand Huhn 572 Milligramm aufwies. Bei den Pulvervarianten von Knorr Huhn wurden 598 Milligramm in der klassischen Rezeptur und 475 Milligramm bei den naturbasierten Zutaten gemessen. Einen deutlich niedrigeren Wert verzeichnete das Rikopollo-Konzentrat mit 147 Milligramm Natrium.
Kennzeichnungsmängel und fehlende Pflichtangaben
Neben dem Salzgehalt deckte die Behörde erhebliche Mängel bei der Deklaration auf. Zahlreiche der getesteten Produkte tragen aufgrund ihrer Rezeptur das Warnsiegel für übermäßigen Natriumgehalt. Bei zwölf Produkten in Mehrfachpackungen fehlten die Angabe der Losnummer oder das Haltbarkeitsdatum.
Zudem fielen mehrere Hersteller durch abweichende oder unvollständige Etikettierungen auf: Knorr deklarierte bei seiner Gemüsebrühe Rind in Pulverform einen Inhalt von 200 Gramm, der tatsächliche Packungsinhalt lag jedoch bei 188,7 Gramm.
Das Würzmittel der Marke Origen Sano wies kein Herkunftsland aus. Vier Produkte von Calnort enthielten weder eine Nährwertangabe pro zubereiteter Portion noch eine Gebrauchsanweisung, während zwei Produkte von Selecto Brand den Natriumgehalt fälschlicherweise in Gramm statt in Milligramm deklarierten.
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Gesundheitliche Folgen und behördliche Ratschläge
Die WHO empfiehlt Erwachsenen eine Zufuhr von unter 5 Gramm Salz pro Tag, was rund 2.000 Milligramm Natrium entspricht. Profeco rät Verbraucherinnen und Verbrauchern, den Konsum von Fertigbrühen strikt zu mäßigen, um chronischen Erkrankungen wie Hypertonie und Herz-Kreislauf-Problemen vorzubeugen.
Fachleute empfehlen, bei der Zubereitung von Speisen auf zusätzliche Salzzugaben zu verzichten, Nährwerttabellen sorgfältig zu prüfen und stattdessen auf hausgemachte Brühen, frische Kräuter und natürliche Gewürze zurückzugreifen.
Daten von Gesundheitsorganisationen verdeutlichen, dass der Großteil des täglich aufgenommenen Salzes aus verarbeiteten Lebensmitteln stammt, weshalb eine bewusste Produktauswahl im Alltag als zentraler Hebel zur Senkung des Blutdruckrisikos gilt.
