Produktivität: 86% Unternehmen setzen auf KI, aber nur 22% messen Erfolg
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 23:46 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während Unternehmen auf Künstliche Intelligenz als Produktivitätstreiber setzen, zeigt eine aktuelle Analyse: Nur wer Aufgaben richtig priorisiert, kann wirklich wachsen.
Das zentrale Werkzeug dafür heißt Prioritätenmatrix. Ein Fachbericht des Softwareunternehmens Asana beschreibt sie als essentielles Hilfsmittel, um Aufgaben nach Dringlichkeit, Wichtigkeit oder Aufwand zu sortieren. Das Ziel: Ressourcen gezielter einsetzen und Verzettelung vermeiden.
Zeitrendite statt Zeitmanagement
Experten für Zeitökonomie gehen noch einen Schritt weiter. In einer Mitteilung vom heutigen Donnerstag betonten sie: Nicht klassisches Zeitmanagement entscheidet über Erfolg, sondern die Qualität der Entscheidungen. Neben Methoden wie der Prioritätenmatrix seien Kompetenzen in der Informationsverarbeitung und der gezielte KI-Einsatz entscheidend.
Die Dringlichkeit wird durch aktuelle Wirtschaftsdaten untermauert. Laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) stieg die Produktivität in den vergangenen fünf Jahren nur um jährlich 0,4 Prozent. Dabei sehen 86 Prozent der Unternehmen in KI einen wesentlichen Produktivitätstreiber – aber jedes fünfte nutzt die Technologie noch gar nicht.
Das Transparenzproblem
Ein wesentliches Hindernis: mangelnde Transparenz. Eine Analyse im Behörden Spiegel vom Mittwoch zeigt, dass oft das Gesamtbild über Prozesse und deren Abhängigkeiten fehlt. Ohne diese Übersicht lassen sich Prioritäten kaum fundiert setzen. Prozessmanagement und Architekturtransparenz könnten hier Abhilfe schaffen.
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Doch selbst wer optimiert, hat ein Messproblem. Eine Lünendonk-Studie vom Juli belegt: 80 Prozent der Industrieunternehmen setzen auf Prozessoptimierung, aber nur 22 Prozent können klare Effekte durch Digitalisierung oder KI messen.
Projekte am Nutzen messen
In der IT-Wirtschaft wird daher gefordert, Projekte nicht am Fortschritt, sondern am konkreten Nutzen zu messen. Ein Fachbeitrag vom Mittwoch argumentiert: Jedes Projekt müsse einen messbaren Effekt auf einen betroffenen Dienst haben – etwa stabilere Anwendungen oder schnellere Reaktionszeiten. Ein konsequentes Portfolio-Management sollte Projekte stoppen, die keinen nachweisbaren Beitrag leisten.
Die Schattenseite des Effizienzdrucks
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Die Produktivitätsoffensive hat aber auch eine Kehrseite. Das Strukturwandelbarometer 2026, eine Erhebung unter 1.500 Betriebsratsvorsitzenden von Arbeiterkammer und ÖGB, zeigt: 73 Prozent der Befragten sehen Produktivität als zentrales Thema. 54 Prozent berichten von Steigerungen in den letzten drei Jahren – aber oft zulasten der Beschäftigten.
Die Folgen: höherer Leistungsdruck, steigende Krankenstände, schlechteres Arbeitsklima. 61 Prozent der Betriebsräte nennen Prozessoptimierung als Treiber, 59 Prozent die Einbindung der Mitarbeiter. Die Botschaft ist klar: Nachhaltige Produktivitätssteigerung – sei es durch Prioritätenmatrix oder KI – funktioniert nur, wenn sie die Belastungsgrenzen der Belegschaft berücksichtigt.
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