PRO-MENTAL-Studie: Blutzuckerwerte beeinflussen die Lebensqualität am Folgetag
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 23:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Erkenntnisse, die im Rahmen der EASD-Jahrestagung im September 2026 in Mailand vorgestellt wurden, geben neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen dem Glukosestoffwechsel und der psychischen Verfassung von Menschen mit Diabetes.
Die Ergebnisse der PRO-MENTAL-Studie unter der Leitung von Prof. Dominic Ehrmann vom Forschungsinstitut der Diabetes Academy Mergentheim (FIDAM) deuten darauf hin, dass die Blutzuckerwerte eines Tages maßgeblich die Lebensqualität des darauffolgenden Tages beeinflussen können.
Methodik und Datenbasis der Untersuchung
Die PRO-MENTAL-Studie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung basiert auf einer Untersuchung von 400 Teilnehmenden. Die Zusammensetzung der Probanden umfasste zu 72 % Personen mit Typ-1-Diabetes und zu 28 % Personen mit Typ-2-Diabetes. Das Durchschnittsalter der Gruppe betrug 47 Jahre, wobei 55 % der Teilnehmenden Frauen waren. Der durchschnittliche HbA1c-Wert lag bei 7,6 %.
Methodisch stützte sich die Forschung auf ein 14-tägiges kontinuierliches Glukosemonitoring (CGM). Parallel dazu wurden tägliche Befragungen zum Wohlbefinden durchgeführt, die auf dem WHO-5-Index basieren und im Rahmen eines Ecological Momentary Assessment (EMA) erhoben wurden. Ziel war es, die unmittelbaren und zeitversetzten Auswirkungen der Stoffwechselparameter auf die subjektiv empfundene Lebensqualität zu erfassen.
Wer seinen Blutzucker stabilisieren und die eigene Lebensqualität verbessern möchte, kann dies oft schon mit minimalem Zeitaufwand im Alltag erreichen. In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie, wie Sie mit nur 3 Minuten täglich Ihre Werte natürlich unterstützen können. 7 einfache Übungen mit Sofortwirkung jetzt kostenlos herunterladen
Zeitversetzte Effekte auf die Lebensqualität
Ein wesentliches Ergebnis der Analyse ist die Beobachtung, dass Glukosewerte am selben Tag keine unmittelbare Assoziation mit der Lebensqualität im gleichen Zeitraum aufweisen. Stattdessen zeigte sich eine signifikante Korrelation mit dem Befinden am Folgetag. Demnach führte eine längere Zeitdauer im Normalbereich von 70–140 mg/dl an einem Tag zu einer höheren Lebensqualität am nächsten Tag.
Zusätzlich identifizierten die Forscher weitere Faktoren des Vortags, die das Wohlbefinden positiv beeinflussten. Ein besserer Schlaf sowie ein höheres Energieniveau am Vortag waren ebenfalls mit einer gesteigerten Lebensqualität am darauffolgenden Tag assoziiert.
Interessanterweise zeigten extreme Werte außerhalb des sicheren Bereichs – also Werte unter 70 mg/dl oder über 180 mg/dl – in dieser Untersuchung keine signifikante statistische Verbindung zur Lebensqualität am Folgetag.
Neben der täglichen Bewegung spielt auch die richtige Auswahl der Lebensmittel eine entscheidende Rolle für ein ausgeglichenes Wohlbefinden bei Diabetes. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Genuss und gesunde Blutzuckerwerte ohne Verzicht miteinander verbinden. Gratis-Ratgeber mit 7 Rezepten und den 6 Goldenen Regeln sichern
Die psychologische Rolle der Glukosevariabilität
Ein überraschender Befund der Studie war der Zusammenhang zwischen der Glukosevariabilität und dem psychischen Befinden. Eine höhere Schwankungsbreite der Werte war laut den Ergebnissen mit einer besseren Lebensqualität am Folgetag verbunden. Prof. Dominic Ehrmann und die beteiligten Autoren betonen jedoch, dass dies nicht dahingehend missverstanden werden dürfe, dass eine mangelhafte Glukosekontrolle vorteilhaft sei.
Vielmehr könne dieser Befund auf die psychische Belastung hindeuten, die durch ein zu striktes Diabetesmanagement entsteht. Übermäßige Versuche, jegliche Glukoseschwankung konsequent zu eliminieren, könnten den Alltag der Betroffenen erheblich einschränken.
Die Ergebnisse legen nahe, dass eine sehr rigide Kontrolle, die keine Variabilität zulässt, die Lebensqualität mindern kann, während eine gewisse Flexibilität im Umgang mit den Werten das tägliche Wohlbefinden fördern könnte.
Die Studie verdeutlicht damit die Notwendigkeit, bei der Diabetestherapie neben den klinischen Zielen auch die psychologischen Auswirkungen der Behandlungsintensität zu berücksichtigen.
