Primärprävention, BMG

Primärprävention: BMG weitet Apotheken-Rollen bei Impfungen aus

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das BMG will Apotheken stärker in die Gesundheitsvorsorge einbinden und für Anfang 2027 neue Regeln zur Prävention vorlegen.

BMG plant größere Apothekenrolle bei Impfungen und Prävention
Ein heller, aufgeräumter Verkaufsraum einer modernen Apotheke mit Regalen voller Medikamentenpackungen. Illustration mit AI erstellt.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) beabsichtigt, die Rolle der Apotheken im Bereich der Gesundheitsvorsorge deutlich auszuweiten. Im Rahmen der seit Juli 2026 laufenden Präventionsoffensive sollen Apotheken künftig als zentrale Orte für die Primärprävention etabliert werden.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist die verstärkte Einbindung der pharmazeutischen Fachkräfte in das nationale Impfgeschehen, um den Zugang zu präventiven Maßnahmen niederschwelliger zu gestalten.

Hohe Kosten durch Volkskrankheiten treiben Reformpläne voran

Die Initiative des Ministeriums erfolgt vor dem Hintergrund einer kritischen Analyse der deutschen Gesundheitsdaten. Wie das Bundesgesundheitsministerium darlegte, liegen die Gesundheitsausgaben in Deutschland über dem Durchschnitt der Europäischen Union, während die Lebenserwartung der Bevölkerung im Vergleich dazu niedriger ausfällt.

Insbesondere die wirtschaftliche Belastung durch weit verbreitete Leiden ist erheblich. Laut Ministeriumsangaben verursachen Volkskrankheiten jährlich Kosten von über 175 Mrd. Euro.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt die Präventionsoffensive auf eine frühzeitige Intervention. Die Apotheken sollen hierbei eine Schlüsselrolle einnehmen, da sie über ein dichtes Netz an Anlaufstellen verfügen und bereits in die medizinische Grundversorgung integriert sind.

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Für Anfang 2027 hat das BMG zudem die Vorlage eines Vorschlags zur Weiterentwicklung des Präventionsgesetzes angekündigt, um die rechtlichen Rahmenbedingungen für diese Neuausrichtung zu konkretisieren.

Erweiterte Impfkompetenzen für Apotheken im Fokus

Ein zentrales Instrument der Primärprävention in der Apotheke ist das Impfangebot. Bereits jetzt sind Apotheken dazu berechtigt, Erwachsene ab einem Alter von 18 Jahren mit einer breiten Palette an Impfstoffen zu versorgen.

Ausgenommen von dieser Regelung sind lediglich Lebendimpfstoffe. Durch diese Befugnis soll die Impfquote in der breiten Bevölkerung gesteigert werden, indem zusätzliche Kapazitäten abseits der klassischen Arztpraxen geschaffen werden.

Das Ministerium sieht in der Impfung durch Apotheker eine Möglichkeit, Barrieren abzubauen und den Gesundheitsschutz direkt in den Alltag der Bürger zu integrieren. Diese Maßnahme wird als wesentlicher Baustein betrachtet, um die Inzidenz schwerer Krankheitsverläufe bei vermeidbaren Infektionen zu reduzieren und damit langfristig auch die Kosten im Gesundheitssystem zu stabilisieren.

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Ergänzende Vorsorgeangebote auf kommunaler Ebene

Neben der medizinischen Primärprävention spielt auch die rechtliche und organisatorische Vorsorge eine wichtige Rolle in der ganzheitlichen Gesundheitsstrategie. Während das Ministerium die medizinischen Rahmenbedingungen auf Bundesebene schärft, finden auf kommunaler Ebene Informationsangebote statt, die Bürger bei der individuellen Absicherung unterstützen.

In diesem Zusammenhang veranstaltet die Betreuungsbehörde Wiesbaden am 29.09.2026 einen kostenlosen Informationsabend im dortigen Rathaus. In der Zeit von 18 bis 19:30 Uhr informieren die Referentinnen Jutta Meth und Gertrude Henn über die Bedeutung und Erstellung von Vorsorgevollmachten, Betreuungsverfügungen sowie Patientenverfügungen.

Solche Angebote unterstreichen die Notwendigkeit, Prävention nicht nur als medizinische Leistung, sondern als umfassende Vorsorge für verschiedene Lebenslagen zu begreifen. Für die Teilnahme an der Veranstaltung im Schlossplatz 6 ist eine vorherige Anmeldung bei der Behörde erforderlich.

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