PrevenTRON-Studie, Blutwert

PrevenTRON-Studie: Blutwert p-tau217 prognostiziert Alzheimer mit 95%

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 14:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Roche untersucht Trontinemab an 1.600 gesunden Menschen mit erhöhtem Alzheimer-Risiko. Die Langzeitstudie soll präventive Wirkung klären.

Roche prüft Trontinemab erstmals zur Alzheimer-Prävention
Ein steriles Glasfläschchen mit einer klaren Flüssigkeit in einem modernen medizinischen Forschungslabor. Illustration mit AI erstellt.

In der pharmazeutischen Forschung markiert der Übergang von der Behandlung bestehender Symptome hin zur Prävention einen bedeutenden Strategiewechsel.

Im Zentrum dieser Entwicklung steht die PrevenTRON-Studie, ein Kooperationsprojekt des Surrey and Borders NHS Trust und des Pharmaunternehmens Roche. Es handelt sich dabei um die weltweit erste klinische Prüfung, die den Antikörper Trontinemab präventiv an einer Gruppe von 1.600 gesunden Erwachsenen testet.

Die Probanden im Alter zwischen 55 und 80 Jahren weisen zum Zeitpunkt der Rekrutierung keine Gedächtnisprobleme auf, verfügen jedoch über ein nachgewiesen erhöhtes Risiko, in Zukunft an Alzheimer zu erkranken.

Identifikation von Risikogruppen durch hochpräzise Bluttests

Ein entscheidendes Element der Studie ist das Auswahlverfahren der Teilnehmer, das auf modernen Biomarkern basiert. Im Rahmen des Screenings, das für den Standort Surrey am Montag, dem 9. September 2026, angesetzt wurde, wird der p-tau217-Blutwert gemessen. Dieser spezifische Test erreicht laut vorliegenden Daten eine Genauigkeit von bis zu 95 Prozent bei der Identifizierung pathologischer Veränderungen.

Ein erhöhter p-tau217-Wert gilt in der medizinischen Forschung als verlässlicher Indikator für ein zukünftiges Krankheitsrisiko. Personen mit entsprechenden Werten tragen ein Risiko von 78 Prozent, innerhalb der folgenden zehn Jahre kognitive Beeinträchtigungen zu entwickeln.

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Die PrevenTRON-Studie nutzt diese diagnostische Präzision, um eine Probandengruppe zusammenzustellen, bei der eine präventive Intervention durch das Medikament Trontinemab oder ein Placebo den größten therapeutischen Nutzen verspricht.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit des Wirkstoffs Trontinemab

Trontinemab zielt darauf ab, Amyloid-Plaques im Gehirn abzubauen, bevor diese zu irreversiblen Nervenschädigungen führen. Ergebnisse aus einer früheren Phase-2-Studie mit rund 100 Teilnehmern belegen das Potenzial des Wirkstoffs: Bei 90 Prozent der Patienten mit früher Alzheimer-Krankheit oder leichter kognitiver Beeinträchtigung konnten die Amyloid-Plaques innerhalb eines Zeitraums von 28 Wochen vollständig entfernt werden.

Hinsichtlich des Sicherheitsprofils zeigten die Daten der Phase-2-Untersuchung, dass sogenannte ARIA-Nebenwirkungen (Amyloid-Related Imaging Abnormalities) bei weniger als 5 Prozent der Teilnehmer auftraten. Lediglich in einem Fall wurde eine symptomatische, jedoch milde Ausprägung dokumentiert. Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse verfügt Trontinemab derzeit noch nicht über eine Marktzulassung.

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Umfang und zeitlicher Rahmen der klinischen Prüfung

Die PrevenTRON-Studie ist als langfristige Untersuchung mit einer Laufzeit von vier bis sechs Jahren konzipiert. Parallel dazu führt Roche zwei weitere Phase-3-Studien mit jeweils etwa 800 Teilnehmern durch, deren Ergebnisse im Jahr 2028 erwartet werden. Diese umfangreichen Datenreihen sollen die Grundlage für eine mögliche Zulassung des Medikaments schaffen.

Die Relevanz solcher Präventionsansätze wird durch aktuelle Gesundheitsstatistiken unterstrichen. Beispielsweise leben allein in der Schweiz über 160.000 Menschen mit einer Demenzerkrankung, wobei jährlich rund 35.000 Neuerkrankungen verzeichnet werden.

Sollte sich der präventive Ansatz von Trontinemab in der groß angelegten Untersuchung an gesunden Erwachsenen bestätigen, könnte dies die künftige Versorgungsstruktur bei neurodegenerativen Erkrankungen grundlegend verändern.

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