PREDIMED-Studie: Mediterrane Kost senkt Herz-Kreislauf-Risiken um 30 Prozent
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 08:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ernährungsmuster spielen bei der Prävention und Behandlung von Bluthochdruck eine zentrale Rolle. Fachratgeber weisen darauf hin, dass insbesondere etablierte Konzepte wie die DASH-Diät und die mediterrane Ernährung den Blutdruck effektiv senken können. Der physiologische Ansatz beruht dabei vor allem auf einer konsequenten Reduktion der Natriumaufnahme sowie einer gesteigerten Zufuhr von Kalium, Magnesium und Calcium.
Etablierte Ernährungsmuster im wissenschaftlichen Fokus
Die DASH-Studie belegt, dass eine Kost reich an Gemüse, Obst und fettarmen Milchprodukten in Verbindung mit einer verringerten Natriumzufuhr messbare blutdrucksenkende Wirkungen erzielt.
Auch die mediterrane Ernährungsweise weist robuste klinische Belege auf: In der spanischen PREDIMED-Studie mit Erwachsenen, die ein hohes kardiovaskuläres Risiko trugen, führte eine mediterrane Kost mit nativem Olivenöl extra oder einer Nussmischung zu rund 30 Prozent weniger kardiovaskulären Hauptereignissen im Vergleich zu einer fettarmen Diät.
Nach methodischen Anpassungen bezüglich der Randomisierung wurde die Studie im Jahr 2018 erneut publiziert, wobei das Hauptergebnis unverändert blieb.
Gleichzeitig verdeutlichen Fachkreise, dass einzelne Mahlzeiten – etwa aus Lachs, Rucola, Avocado und Olivenöl – keinen akuten Schutz vor Herzinfarkten bieten, da ausschließlich langfristig umgesetzte Ernährungsmuster präventiv wirksam sind.
Die EPIC-Oxford-Studie von Tong et al. aus dem Jahr 2019, die 48.188 Erwachsene über durchschnittlich 18,1 Jahre begleitete, zeigte zudem bei den 7.506 untersuchten Pescetariern ein geringeres Auftreten ischämischer Herzerkrankungen gegenüber Fleischessern (Hazard Ratio 0,87; 95%-Konfidenzintervall 0,77–0,99).
Natriumreduktion und die Rolle von Mineralstoffen
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In Deutschland liegt der durchschnittliche Salzkonsum bei 8 bis 10 Gramm pro Tag. Mehr als 50 Prozent der Männer und rund 39 Prozent der Frauen überschreiten damit die Orientierungswerte, die eine maximale Aufnahme von 6 Gramm täglich vorsehen. Eine Absenkung der Zufuhr um wenige Gramm kann das kardiovaskuläre Risiko bereits um ein Fünftel reduzieren.
Für die Deckung des täglichen Jodbedarfs von 150 bis 200 Mikrogramm raten Experten zu jodiertem Speisesalz (15 bis 25 Milligramm Jod pro Kilogramm), da rund 32 Prozent der Erwachsenen unterhalb des geschätzten mittleren Bedarfs liegen. Himalayasalz (rund 98 Prozent Natriumchlorid) und Meersalz (circa 0,1 bis 2 Milligramm Jod pro Kilogramm) eignen sich dagegen kaum als Jodquelle.
Für Mineralstoffe wie Kalium gilt ein blutdrucksenkender Effekt, wenngleich bei Nierenerkrankungen oder bestimmten Medikamenten Vorsicht geboten ist. Bei Magnesium existieren für Gefäßverkalkungen bislang nur Beobachtungsdaten.
Laut der Gesellschaft für Magnesiumforschung erzielte die Zufuhr von 10 bis 20 Millimol Magnesium pro Tag (20 Millimol entsprechen 360 Milligramm) eine durchschnittliche Senkung des diastolischen Blutdrucks um 10 mmHg.
Eine weitere Studie zeigte nach der Gabe von 368 Milligramm pro Tag über drei Monate positive Effekte auf den systolischen und diastolischen Blutdruck. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt gesunden Männern 350 Milligramm und Frauen 300 Milligramm täglich; als reiche Quellen gelten Kürbiskerne, Quinoa und Tofu.
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Genussmittel und Nahrungsergänzungen
Bestimmte Genussmittel und Würzstoffe verlangen eine differenzierte Betrachtung:
- Kaffee: Eine Auswertung aus dem Jahr 2011 dokumentierte nach 200 bis 300 Milligramm Koffein kurzfristige Blutdruckanstiege.
Die langfristige PAMELA-Studie aus dem Jahr 2024 (1.408 Teilnehmende, 10 Jahre) fand hingegen ähnliche Blutdruckverläufe bei Kaffeetrinkern und Nichttrinkern.
- Lakritze: Glycyrrhizin kann bei regelmäßigem Verzehr den Blutdruck erhöhen und den Kaliumhaushalt stören.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, weniger als 100 Milligramm Glycyrrhizinsäure pro Tag aufzunehmen.
- Fischölkapseln: Große Untersuchungen wie die VITAL- und die ASCEND-Studie wiesen in den untersuchten Gruppen keinen eindeutigen kardiovaskulären Nutzen nach.
Bei bestehender koronarer Herzkrankheit und Bluthochdruck nennt Herzstiftungs-Experte Schunkert einen systolischen Zielwert von unter 140 mmHg. Neben medikamentösen Therapien bleiben Lebensstilmaßnahmen wie ausgewogene Kost, Gewichtsreduktion und mindestens 150 Minuten moderate Bewegung wöchentlich die Basis zur Eindämmung kardiovaskulärer Risiken.
