Preceon-Mais: Bayers kompakte Sorte trotzt Sturm und Starkregen
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 06:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die europäische und globale Landwirtschaft steht vor tiefgreifenden Umbrüchen. Wachsender regulatorischer Druck sowie Debatten über den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel zwingen Agrarkonzerne dazu, alternative Konzepte für den Ackerbau zu entwickeln.
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung in einem Bericht vom 14. September 2026 darlegt, positioniert der Leverkusener Konzern Bayer mit dem sogenannten Preceon-Mais eine Neuerung, die als Antwort auf strengere Vorgaben und einen möglichen Glyphosat-Ausstieg dienen soll.
Kompaktere Pflanzen gegen Wetterextreme
Ein zentrales Merkmal der Neuentwicklung liegt in der veränderten Wuchshöhe der Nutzpflanze. Der Preceon-Mais wächst dem Bericht zufolge rund 30 Prozent kürzer als herkömmliche Maissorten. Durch den niedrigeren Schwerpunkt und den kompakteren Wuchs erweist sich die Pflanze als widerstandsfähiger gegenüber extremen Wetterereignissen wie Sturm oder Starkregen, die in vielen Anbauregionen zunehmend Ernteverluste verursachen.
Gleichzeitig eröffnet die geringere Höhe landwirtschaftlichen Betrieben erweiterte Möglichkeiten bei der Feldbearbeitung, da Maschinen das Feld auch zu späteren Zeitpunkten im Wachstumszyklus befahren können.
Praktische Erkenntnisse sammelt der Konzern unter anderem in Norddeutschland: Laut einem Bericht des Nordkuriers vom 14. September 2026 forscht Bayer auf einem Versuchsfeld im mecklenburgischen Raden an den Eigenschaften und Erträgen des Bestands.
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Wirtschaftliche Dimensionen und strategische Wachstumsziele
Hinter der Züchtung steht für Bayer auch eine wirtschaftliche Neuausrichtung im Pflanzenschutz- und Saatgutbereich. Für das Jahr 2025 wies die Agrarsparte des Konzerns einen Gesamtumsatz von 21,6 Milliarden Euro aus.
Den größten Anteil daran bildete das Saatgutgeschäft mit mehr als 10 Milliarden Euro, dicht gefolgt vom klassischen Pflanzenschutz mit knapp 10 Milliarden Euro. Innerhalb des Pflanzenschutzsegments entfielen rund 2,5 Milliarden Euro auf das umstrittene Herbizid Glyphosat.
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Angesichts künftiger Marktverschiebungen setzt das Unternehmen auf neue Produktlinien. Bayer verspricht zehn neue Großprodukte mit einem jährlichen Umsatzpotenzial von jeweils mindestens 500 Millionen Euro. Für den Preceon-Mais stellt der Konzern sogar einen Spitzenumsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr in Aussicht.
Die Innovation ist Teil einer längerfristigen Konzernplanung: Ein Fünfjahresprogramm sieht vor, den Jahresumsatz des Unternehmens bis 2029 um 3,5 Milliarden Euro zu steigern. Mit Neuzüchtungen wie dem kurzhalmigen Mais versucht der Konzern, wegfallende Umsätze im traditionellen Chemiesegment durch angepasstes Saatgut zu kompensieren.
