Präeklampsie, Nephrologen

Präeklampsie: Nephrologen empfehlen Frauen lebenslange medizinische Nachsorge

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach Präeklampsie steigen Risiken für Herz-Kreislauf-Leiden und Bluthochdruck; Fachärzte empfehlen langfristige Kontrollen der Nierenfunktion.
Ein minimalistischer, heller medizinischer Untersuchungsraum mit einem leeren Behandlungsstuhl und natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Frauen, die während einer Schwangerschaft an einer Präeklampsie gelitten haben, benötigen nach Ansicht von Nierenfachärzten eine dauerhafte medizinische Begleitung. Da das Risiko für spätere Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie chronischen Bluthochdruck nach einer solchen Komplikation erheblich steigt, empfehlen Nephrologen eine lebenslange Nachsorge mit regelmäßiger Kontrolle der Nierenfunktion.

Erhebliche kardiovaskuläre Folgeerkrankungen im späteren Leben

Hypertensive Schwangerschaftsstörungen gehören zu den häufigeren Komplikationen während der Gestation. Etwa 10 Prozent der Frauen sind während der Schwangerschaft von Bluthochdruck betroffen. Dieser tritt typischerweise nach der 20. Schwangerschaftswoche auf und wird ab Werten von systolisch mindestens 140 mmHg oder diastolisch mindestens 90 mmHg diagnostiziert.

Nach Angaben der European Society of Cardiology ist das Risiko für Folgeerkrankungen bei betroffenen Frauen nachhaltig erhöht. Demnach weisen Frauen nach einer Präeklampsie im späteren Leben ein 1,5- bis 2,7-fach erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Zudem verdreifacht sich ihr Risiko für die Entwicklung eines dauerhaften Bluthochdrucks, und auch die Wahrscheinlichkeit für Diabetes steigt messbar an.

Risikofaktoren und Überwachung während der Schwangerschaft

Zu den Risikofaktoren für das Auftreten einer Schwangerschaftshypertonie zählen unter anderem ein höheres Alter der Schwangeren, Erst- oder Mehrlingsschwangerschaften sowie Adipositas. Vorerkrankungen wie Diabetes, chronische Nierenerkrankungen, Autoimmunkrankheiten oder eine bereits bekannte Hypertonie-Anamnese erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen zusätzlich.

Während der Schwangerschaft raten Mediziner zu einer engmaschigen Vorsorge. Neben der kontinuierlichen Überwachung des Blutdrucks sind wiederkehrende Kontrollen der Organfunktion sowie des Urinproteins notwendig. Zur Absicherung des ungeborenen Kindes kommen regelmäßige Ultraschalluntersuchungen und CTG-Messungen zum Einsatz.

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Ganzheitliche Erholung und langfristige Begleitung erforderlich

Die Bedeutung der Phase nach der Geburt für die spätere Gesundheit rückt zunehmend in den Fokus der Forschung. Wissenschaftler von Mass General Brigham legten in der Fachzeitschrift Trends in Endocrinology & Metabolism dar, dass die Regenerationsphase im Wochenbett das biologische Altern und die Herzgesundheit von Müttern maßgeblich prägt.

Daraus leiten Fachleute die Notwendigkeit ab, betroffene Frauen nach der Entbindung nicht allein zu lassen, sondern eine ganzheitliche Erholung und medizinische Begleitung zu gewährleisten.

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Dabei spielt auch die langfristige medikamentöse Einstellung eine zentrale Rolle. Fachärzte der Deutschen Herzstiftung warnen eindringlich davor, verordnete Blutdrucksenker eigenmächtig abzusetzen. Häufig seien vermeintlich gute Blutdruckwerte ausschließlich auf die Einnahme der Medikamente zurückzuführen.

Ein Absetzen ohne ärztliche Rücksprache berge daher erhebliche Risiken und komme meist nur dann infrage, wenn durch Lebensstiländerungen und Gewichtsreduktion eine nachweisbare Stabilisierung erreicht werde. Ob eine Dosisanpassung vertretbar ist, sollte grundsätzlich über eine 24-Stunden-Blutdruckmessung überprüft werden.

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