Präbiotische Maisfasern: Knochenmineralgehalt bei Mädchen steigt um 18,8 Prozent
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 13:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deGezielte Ernährungsinterventionen können den Aufbau der Knochendichte im Jugendalter maßgeblich beeinflussen. Eine im Fachjournal The American Journal of Clinical Nutrition erschienene Untersuchung unter Leitung von Cristina Palacios von der Florida International University liefert neue Belege für die Wirkung präbiotischer Ballaststoffe auf den Knochenapparat.
An der klinischen Studie nahmen 213 Jugendliche im Alter von 9 bis 14 Jahren teil, deren Kalziumzufuhr unzureichend war. Über einen Zeitraum von 12 Monaten erhielten die Probanden zweimal täglich entweder lösliche präbiotische Maisfasern oder ein Placebo.
Geschlechtsspezifische Zuwächse beim Knochenmineralgehalt
Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Bei den teilnehmenden Mädchen führte die Gabe der löslichen Maisfasern nach 12 Monaten zu einem Anstieg des Knochenmineralgehalts um +18,8%, während die Kontrollgruppe mit Placebo ein Plus von +12,9% verzeichnete. Laut Palacios ist diese Differenz von 6 Prozentpunkten klinisch relevant.
Bei den männlichen Studienteilnehmern wurde hingegen kein entsprechender Effekt der präbiotischen Maisfasern festgestellt. Als mögliche Erklärung für dieses Ausbleiben gilt ein unterschiedliches Pubertätsstadium zwischen den Gruppen; die Forscher empfehlen daher eine Bestätigung der Ergebnisse durch größere Studien.
Bereits zuvor verwies die MetA-Bone-Studie der Florida International University darauf, dass präbiotische Ballaststoffe bei Kindern die Mineralaufnahme und damit stärkere, dichtere Knochen begünstigen können.
Mikrobiom und Knochenabbau im Alter
Über das Jugendalter hinaus rückt die Rolle des Darms für den Erhalt des Skelettsystems zunehmend in das Blickfeld der Forschung. Ein Übersichtsartikel von LongevityWatch thematisiert den Zusammenhang zwischen einer Dysbiose des Darmmikrobioms und altersbedingtem Knochenabbau.
Demnach könnte ein Ungleichgewicht im Mikrobiom über das Immunsystem chronische, niedriggradige Entzündungen auslösen. Dieser Mechanismus verschiebt die RANKL/OPG-Balance zugunsten einer höheren RANKL-Aktivität, was wiederum knochenabbauende Osteoklasten aktiviert.
Wer sich mit dem Einfluss von Entzündungsprozessen auf die langfristige Gesundheit befasst, sollte die Rolle der Ernährung nicht unterschätzen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie stille Entzündungen erkennen und mit gezielten Lebensmitteln aus dem Supermarkt natürlich gegensteuern können. 12 natürliche Entzündungs-Killer jetzt kostenlos entdecken
Die Autoren dieses Überblicks betonen zugleich den vorläufigen Charakter der Erkenntnisse: Es handele sich um eine Zusammenfassung vorhandenen Wissens ohne neuen experimentellen Beleg. Viele der Mechanismen seien bislang lediglich in Tiermodellen oder Beobachtungsstudien nachgewiesen worden, sodass weiterhin unklar bleibt, in welchem Ausmaß gezielte Mikrobiom-Interventionen den Knochen beim Menschen schützen können.
Nährstoffversorgung und Lebensstil zur Frakturprävention
Die Knochendichte erreicht Fachleuten zufolge mit etwa 30 Jahren ihren Höhepunkt und nimmt ab dem 50. Lebensjahr auch bei gesunden Personen ab. Insbesondere Frauen sind nach der Menopause durch den sinkenden Östrogenspiegel gefährdet.
Allein in Österreich sind schätzungsweise rund 370.000 Frauen und 90.000 Männer von Osteoporose betroffen, womit Frauen etwa dreimal häufiger erkranken. Zudem stürzen 30% der über 65-Jährigen in Österreich einmal jährlich; bei den 80-Jährigen steigt das Sturzrisiko auf 40 bis 50%.
Um der natürlichen Abnahme der Knochendichte und der damit verbundenen Instabilität im Alltag aktiv entgegenzuwirken, ist gezielte Bewegung entscheidend. Ein spezialisierter Trainingsplan für zu Hause hilft dabei, Muskelkraft und Sicherheit zurückzugewinnen – ganz ohne Fitnessstudio. 7 Übungen gegen Muskelabbau gratis herunterladen
Um Knochenverlust und Frakturen vorzubeugen, raten Fachleute zu einer Kombination aus Mikronährstoffen und körperlicher Aktivität. Ernährungswissenschaftlerinnen wie Alyssa Pike und Carly Saint-Laurent Bosejour verweisen auf Nahrungsmittel wie Milch, Kürbiskerne, konservierte Sardinen und Lachs.
Kürbiskerne zeichnen sich durch einen hohen Magnesiumgehalt aus, während Sardinen und Lachs mit Gräten zusätzliches Kalzium und Protein bereitstellen. Blattgemüse wie Brokkoli, Kresse, Senf und Pak Choi liefern gut verwertbares Kalzium; zudem unterstützen Omega-3-Fettsäuren die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine D, A, E und K.
Neben der Kalziumversorgung über die Nahrung empfehlen Mediziner gewichtsbelastende Sportarten wie Gehen, Joggen oder Krafttraining, da Schwimmen für den Knochenaufbau als wenig effektiv gilt. Der Verzicht auf Tabak sowie ein maßvoller Umgang mit Alkohol tragen ebenfalls dazu bei, den Knochenverlust in späteren Lebensphasen zu begrenzen.
