PPI-Medikamente: 44 Prozent höheres Demenzrisiko bei Langzeitnutzung
06.07.2026 - 18:42:30 | boerse-global.de
Gleichzeitig warnen Forscher vor den Risiken einer Langzeiteinnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI) – sie könnten das Demenzrisiko deutlich erhöhen.
PPI-Medikamente: 44 Prozent höheres Demenzrisiko
Die Langzeitanwendung von Protonenpumpenhemmern gerät zunehmend in die Kritik. Eine im Juni 2026 in Nature Metabolism veröffentlichte Studie mit rund 66.000 Probanden zeigt: Eine PPI-Dauertherapie erhöht das Demenzrisiko um 44 Prozent. Bei älteren Patienten steigt über einen Zeitraum von zehn Jahren zudem das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen um 47 Prozent.
Auch die Atemwege leiden. Daten aus der Fachzeitschrift Chest – basierend auf über 932.000 Erwachsenen – belegen: Asthma- oder COPD-Patienten, die PPI einnehmen, haben eine um 18 Prozent höhere Rate an akuten Verschlechterungen.
DASH-Diät schützt Gehirn und Kreislauf
Eine Alternative könnte die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) sein. Sie senkt nicht nur den Blutdruck, sondern schützt auch das Gehirn. Eine in JAMA Neurology veröffentlichte Studie mit rund 160.000 Erwachsenen zeigt: Das Risiko für kognitiven Abbau sinkt um 41 Prozent.
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Die positiven Effekte auf das Herz-Kreislauf-System sind ebenfalls beeindruckend. Der systolische Blutdruck fällt um 11 mmHg, der diastolische um 5,5 mmHg. Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren sich um 20 Prozent, das Schlaganfallrisiko um 19 Prozent.
Ernährungstherapie bei Diabetes: HbA1c-Wert sinkt deutlich
Auf der ADA-Konferenz 2026 präsentierten Experten neue Daten zur medizinischen Ernährungstherapie bei Typ-2-Diabetes. Demnach kann eine Umstellung auf mediterrane oder pflanzenbasierte Kost den HbA1c-Wert um 0,3 bis 2 Prozent senken. Empfohlen werden mindestens 14 Gramm Ballaststoffe pro 1000 Kilokalorien.
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Eine Studie der Universität Tel Aviv zeigt zudem: Sport allein reicht oft nicht zur Gewichtsreduktion. Die Bewegung muss zwingend mit einer Ernährungsumstellung kombiniert werden.
Rheuma: 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag empfohlen
Auch in der Rheumatologie gewinnen Ernährungsvorgaben an Bedeutung. Eine im Juni 2026 aktualisierte S3-Leitlinie empfiehlt Rheuma-Patienten die Aufnahme von 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag – zur Senkung des kardiovaskulären Risikos. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der durchschnittliche Konsum derzeit bei nur 18 Gramm.
KI sucht nach gesunden Molekülen – App hilft bei Umsetzung
Die Identifikation gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe wird zunehmend digitalisiert. Die KI-Plattform DreamLab des Imperial College London identifizierte 110 Moleküle in Lebensmitteln wie Tee, Karotten oder Orangen, die eine gesundheitsfördernde Wirkung haben könnten. Laut Lancet senkt eine pflanzliche Ernährung das Risiko für Multimorbidität um 32 Prozent.
Seit Juli 2026 gibt es mit der App MacroBrain ein neues Tool, das maschinelles Lernen zur Erstellung individueller Ernährungspläne nutzt. Die Bereitschaft der Deutschen für solche Lösungen wächst: Laut Stada Health Report 2026 sind 45 Prozent bereit, KI für Gesundheitsfragen zu nutzen, die generelle Offenheit liegt bei 81 Prozent. Das dürfte auch mit der sinkenden Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem zu tun haben – sie fiel in den letzten sechs Jahren von 80 auf 63 Prozent.
