PowerEdge, XE8812

PowerEdge XE8812: Dell und NVIDIA starten KI-Supercomputer-Ära

23.06.2026 - 07:35:13 | boerse-global.de

Dell und NVIDIA präsentieren den PowerEdge XE8812 mit Vera Rubin Architektur und 144 GPUs pro Rack für anspruchsvolle KI-Aufgaben.

Dell PowerEdge XE8812: 144 GPUs mit Flüssigkeitskühlung
PowerEdge - A close-up of a futuristic server rack with blue glowing components and liquid cooling pipes, representing advanced AI infrastructure. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der PowerEdge XE8812 ist das Herzstück der „Dell AI Factory" – einer gemeinsamen Initiative mit NVIDIA. Das System wurde speziell für die extrem rechenintensiven Anforderungen sogenannter „agentischer KI" und großer Hochleistungsrechner (HPC) entwickelt. Möglich macht dies die brandneue NVIDIA Vera Rubin NVL4-Architektur, die erstmals zum Einsatz kommt.

Ein Rack, 144 GPUs – und eine revolutionäre Kühlung

Der PowerEdge XE8812 setzt neue Maßstäbe in puncto Rechendichte. In einem einzigen Rack-Schrank finden bis zu 144 Grafikprozessoren (GPUs) Platz. Die enorme Hitzeentwicklung – die Konfiguration kann eine Leistungsaufnahme von über 300 Kilowatt erreichen – erfordert eine innovative Kühlung. Dell setzt hier auf eine 100-prozentige Direkt-Flüssigkeitskühlung. Der Server kommt komplett ohne Lüfter aus und folgt dem offenen ORv3-Standard für Rechenzentren.

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Die Umstellung auf die Vera-Rubin-Architektur bringt einen gewaltigen Leistungssprung mit sich. Im Vergleich zur Vorgängergeneration bietet das System 50 Prozent mehr Speicher pro Sockel und einen vergrößerten GPU-Speicher. Auch die Zahl der Prozessorkerne wurde von 144 auf 176 Kerne erhöht – ein deutliches Plus für komplexe Parallelberechnungen.

Forschungseinrichtungen setzen auf die neue Technologie

Mehrere renommierte Forschungseinrichtungen und Organisationen haben sich bereits als Erstanwender für den PowerEdge XE8812 und die Vera-Rubin-Plattform positioniert. Das US-Energieministerium plant den Einsatz für seinen Doudna-Supercomputer am National Energy Research Scientific Computing Center (NERSC). Dieser soll die zehnfache Leistung des bestehenden Perlmutter-Systems erreichen.

Weitere bedeutende Projekte sind:

  • Wellcome Sanger Institute: Das britische Institut will mit der Technologie ein vollständiges menschliches Genom in nur sieben Stunden entschlüsseln – bei Datenmengen von über 100 Petabyte.
  • InstaDeep: Der Kyber-Cluster des KI-Unternehmens soll eine Rechenleistung von 0,5 ExaFLOPS (FP16) erreichen.
  • Monash University: Die australische Universität investiert umgerechnet rund 37 Millionen Euro in ihr MAVERIC-System für die Spitzenforschung.
  • Leibniz-Rechenzentrum (LRZ): Der Blue Lion-Supercomputer in Garching bei München soll ab 2027 die 30-fache Leistung seiner Vorgängersysteme bieten.

Die Vera Rubin-Plattform: Zahlen, die beeindrucken

NVIDIA selbst hat die technischen Details der Vera Rubin-Plattform am 22. Juni 2026 veröffentlicht. Die Architektur ist in der Lage, pro Rack eine KI-Rechenleistung von über 7 ExaFLOPS und eine native FP64-Leistung von 5 PetaFLOPS zu liefern.

Die Vera Rubin NVL4-Architektur umfasst 41 Terabyte HBM4-Speicher und bietet eine etwa 2,8-mal höhere Bandbreite als die Vorgängerarchitektur Blackwell. Diese gewaltigen Ressourcen sind notwendig, um „agentische KI" zu ermöglichen – autonome Systeme, die komplexe, mehrstufige Denkprozesse für wissenschaftliche Entdeckungen durchführen können.

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Markt im Boom – Verfügbarkeit ab 2027

Die Vorstellung dieser Hochleistungssysteme fällt in eine Phase rasanten Wachstums. Laut Marktforschern von Gartner sind die Investitionen in KI im Jahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent gestiegen. Dell selbst gibt an, dass seine „AI Factory" in Partnerschaft mit NVIDIA bereits weltweit mehr als 5.000 Kunden bedient.

Während die grundlegenden Komponenten der NVIDIA Vera Rubin-Plattform voraussichtlich ab dem vierten Quartal 2026 für andere Hersteller verfügbar sein werden, ist der Dell PowerEdge XE8812 für die allgemeine Verfügbarkeit erst Anfang 2027 vorgesehen. Auch andere Hersteller wie HPE, Supermicro und GIGABYTE werden in diesem Zeitraum eigene Systeme auf Basis der Rubin-Architektur auf den Markt bringen.

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