Powerbank-Sicherheit: 6 von 11 No-Name-Modellen fallen im Test durch
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 06:52 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie tatsächliche Ladegeschwindigkeit beim Einsatz von Powerbanks hängt maßgeblich vom Zusammenspiel aus Smartphone, Kabel, Anschluss und Ladestandard ab. Darauf weisen redaktionelle Ratgeber wie powerbank-berater.de in aktuellen Veröffentlichungen hin. Wer mobile Geräte unterwegs zügig und sicher aufladen möchte, muss mehrere technische Faktoren aufeinander abstimmen.
Anschlüsse und Ladestandards bestimmen das Tempo
Bei der Verbindung mobiler Geräte kommen unterschiedliche Schnittstellen zum Einsatz. Ältere Modelle des iPhones nutzen den Lightning-Anschluss, während aktuelle Geräte auf USB-C setzen. Im Android-Segment ist USB-C weitgehend etabliert, während ältere Endgeräte noch über Micro-USB verfügen.
Für das Schnellladen ist der Standard USB Power Delivery von zentraler Bedeutung, bei Android-Geräten kommt zudem teilweise Quick Charge zum Einsatz. Herkömmliche USB-A-Anschlüsse laden in der Praxis häufig langsamer als moderne USB-C-Ports mit Power Delivery.
Ratgeber weisen darauf hin, dass die Wahl eines falschen Kabels, ein leistungsschwacher Ausgang oder das Fehlen passender Schnellladestandards die Ladezeit spürbar verlängern können. Zudem mindern Schmutz im Port oder ein unzureichend geladener Akku der Powerbank die Effizienz.
Werden mehrere Geräte gleichzeitig an einem externen Speicher angeschlossen, teilt sich die verfügbare Leistung meist auf die Ports auf. Die Funktion des Pass-Through-Ladens, bei der die Powerbank zeitgleich geladen wird und Energie an andere Geräte abgibt, unterstützen zudem nur ausgewählte Modelle.
Energieverluste und Kapazitätsberechnung
Die Nennkapazität eines externen Akkus entspricht nicht der Energiemenge, die am Endgerät ankommt. Bei typischen Lithium-Ionen-Zellen mit einer Nennspannung von 3,6 bis 3,7 Volt errechnet sich die Energie nach der Formel: Wattstunden entsprechen den Milliamperestunden multipliziert mit der Nennspannung geteilt durch 1000. Der praktische Wirkungsgrad liegt im Bereich von 60 bis 90 Prozent, woraus rechnerische Umwandlungs- und Leitungsverluste von 10 bis 40 Prozent resultieren.
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Für Smartphones genügen in der Regel Ladeleistungen von 18 bis 30 Watt. Bei Laptops wird hingegen zwingend eine Powerbank mit USB Power Delivery und einer definierten Wattangabe vorausgesetzt.
Zudem muss der USB-C-Anschluss des Laptops eingehenden Ladestrom akzeptieren, da manche Anschlüsse ausschließlich für Bildsignale oder Datentransfers vorgesehen sind. Kabelloses Laden erzeugt im Vergleich zur Verbindung über Kabel mehr Abwärme und weist höhere Energieverluste auf.
Sicherheitsstandards und Brandrisiken bei Billigmodellen
Beim Kauf externer Batterien spielen Sicherheitszertifikate wie CE, UN38.3 und RoHS eine entscheidende Rolle. Seriöse Hersteller setzen auf Akkuzellen bekannter Produzenten sowie auf integrierte Schutzschaltungen des Batteriemanagementsystems.
No-Name-Produkte verzichten laut Fachberichten häufig auf diese Prüfnachweise, weisen übertriebene Kapazitätsangaben auf und verfügen oft nur über ein rudimentäres Batteriemanagement. Daraus resultieren Gefahren wie Überhitzung, Aufblähen der Zellen, Kurzschlüsse und Brandrisiken.
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Produkttests belegen diese Risiken: Bei Überprüfungen durch Which? fielen 6 von 11 No-Name-Powerbanks bei Sicherheitstests durch; ein Gerät schmolz während des Ladevorgangs.
Untersuchungen von Electrical Safety First zeigten, dass 93 Prozent der geprüften Elektrogeräte von Drittanbieter-Marktplätzen die Sicherheitskriterien verfehlten. In einer Testrunde fielen sämtliche 13 Geräte von Plattformen wie AliExpress, Amazon Marketplace und TikTok Shop durch, wobei zwei Einheiten explodierten.
Britische Feuerwehren registrierten im Jahr 2025 durchschnittlich 4,8 Brände von Lithium-Batterien pro Tag, was einem Anstieg von 147 Prozent gegenüber 2022 entspricht. 45 Prozent dieser Zwischenfälle betrafen Handys, Tablets und Powerbanks, fast die Hälfte davon ereignete sich in Wohnungen. Die London Fire Brigade verzeichnete dabei 522 Einsätze.
Vorgaben für Reisen und Flugverkehr
Für die Mitnahme im Flugzeug gelten internationale Grenzwerte. Powerbanks dürfen nach Vorgaben der EASA ausschließlich im Handgepäck transportiert werden und müssen gegen Kurzschlüsse gesichert sein. Im Aufgabegepäck sind sie verboten. Das allgemeine Limit liegt bei einer Kapazität von unter 100 Wattstunden, was rund 27.000 Milliamperestunden entspricht.
Fluggesellschaften wie Ryanair begrenzen die Mitnahme auf maximal zwei Einheiten pro Passagier mit jeweils bis zu 100 Wattstunden. Bei 3,7 Volt entspricht eine Powerbank mit 10.000 Milliamperestunden etwa 37 Wattstunden und eine Einheit mit 20.000 Milliamperestunden rund 74 Wattstunden, womit beide Varianten innerhalb der zulässigen Grenzen bleiben.
