Powerbank-Brand, Bord

Powerbank-Brand an Bord: Lufthansa-Maschine mit 198 Passagieren landet in Lyon

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 20:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Akku-Feuer landete die Maschine sicher in Lyon; Lufthansa brachte die Reisenden unter und organisierte Ersatzverbindungen.

Lufthansa-Flug nach Powerbank-Brand nach Lyon umgeleitet
Leere Flugzeugkabine mit gedimmter Beleuchtung bei Nacht Illustration mit AI erstellt.

Auf einem Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Lissabon ist es zu einem sicherheitskritischen Zwischenfall durch eine brennende Powerbank gekommen. Die betroffene Maschine vom Typ Airbus A321 mit der Kennung D-AISB musste am Abend des 26. September 2026 unplanmäßig in Lyon landen, nachdem ein mobiles Ladegerät in der Nähe eines Passagiersitzes Feuer gefangen hatte.

Die Besatzung des Fluges LH1170 reagierte umgehend auf die Rauchentwicklung und sicherte das defekte Gerät in einem speziellen Sicherheitsbehälter für Lithium-Batterien, einem sogenannten Lithium-Safe-Bag. Die Piloten erklärten eine Luftnotlage, um eine priorisierte Landung am Flughafen Lyon einzuleiten. Das Flugzeug, das Frankfurt um 20:47 Uhr verlassen hatte, setzte um 21:55 Uhr sicher in Lyon auf.

Keine Verletzten unter den Passagieren

An Bord der Maschine befanden sich 198 Passagiere sowie sechs Besatzungsmitglieder. Nach Angaben der Lufthansa gab es bei dem Vorfall keine Verletzten. Die Reisenden wurden für die Nacht in Hotels untergebracht und für den 27. September 2026 auf alternative Verbindungen nach Lissabon umgebucht.

Der Vorfall ereignete sich trotz strenger Sicherheitsvorschriften, die Lufthansa bereits seit dem 15. Januar 2026 für den Transport von Powerbanks implementiert hat.

Demnach ist die Nutzung sowie das Laden der Geräte während des gesamten Fluges untersagt. Passagiere dürfen maximal zwei Powerbanks im Handgepäck mitführen, wobei Geräte mit einer Kapazität von mehr als 100 Wh vorab angemeldet werden müssen. Der Transport im Aufgabegepäck ist gänzlich untersagt.

Zudem dürfen die Akkus im Handgepäck nicht in den Gepäckfächern über den Sitzen verstaut werden, um im Falle eines Defekts einen schnellen Zugriff zu ermöglichen. Ähnliche Regelungen gelten laut Branchenberichten auch bei den Konzerntöchtern Eurowings, Discover, Swiss, Austrian, Brussels Airlines sowie bei ITA.

Zweiter Vorfall am selben Wochenende

Parallel zu der Notlandung in Lyon verzeichnete Lufthansa einen weiteren Zwischenfall. Der Flug LH470 von Frankfurt nach Toronto musste am selben Wochenende über Schottland umkehren. Die eingesetzte Boeing 747-400 mit der Kennung D-ABVY landete außerplanmäßig in Manchester, nachdem in der Kabine Brandgeruch und Rauch wahrgenommen wurden.

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Die 371 Passagiere berichteten zudem von einem Ausfall der Toilettenbeleuchtung und des Bordunterhaltungssystems. Auch in diesem Fall erklärten die Piloten eine Luftnotlage.

Da die Maschine aufgrund des hohen Treibstoffgewichts schwerer als bei einer regulären Landung war, wurde das Flugzeug nach dem Aufsetzen vorsorglich von der Feuerwehr untersucht. Die Passagiere setzten ihre Reise nach einer Hotelübernachtung mit einer Ersatzmaschine fort, während Techniker die Ursache untersuchten.

Weltweite Zunahme von Batterie-Zwischenfällen

Die Vorfälle reihen sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse ein. Erst am 24. September 2026 kam es bei der Fluggesellschaft Air Seoul in Incheon zu einem Powerbank-Brand in einer Passagiertasche vor dem Start. 221 Passagiere mussten das Flugzeug verlassen; einige klagten über Atemwegsbeschwerden. Auch bei American Airlines entzündete sich kürzlich eine Laptopbatterie während des Fluges, was zu Verbrennungen bei mehreren Passagieren führte.

Statistische Daten unterstreichen das wachsende Risiko durch Lithiumbatterien. In Südkorea wurden von März 2025 bis August 2026 über 600.000 regelwidrige Powerbanks bei Sicherheitskontrollen entdeckt. Allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 registrierten die Behörden dort 267.983 solcher Fälle.

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Ein südkoreanischer Abgeordneter forderte angesichts dieser Zahlen eine stärkere Aufsicht und wirksame Sanktionen, da die zunehmende Nutzung von Mobile-Check-ins die Vorabkontrollen durch die Fluggesellschaften erschwere.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA verzeichnete für das Jahr 2026 bereits 58 bestätigte Vorfälle mit Lithiumbatterien an Bord. Internationale Behörden reagieren bereits: Die chinesische Zivilluftfahrtbehörde untersagt seit dem 28. Juni 2026 auf Inlandsflügen Powerbanks, die keine oder eine unklare 3C-Zertifizierung aufweisen oder Teil von Rückrufaktionen sind. Auch Singapore Airlines hat nach Vorfällen mit Sitz-Steckdosen die Nutzung und das Laden von Powerbanks während des Fluges strikt untersagt.

Mehr zum Thema bei FAZ: „Lufthansa-Flug wegen brennender Powerbank umgeleitet“

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