Postman, Passport

Postman Passport: Zertifikate statt API-Keys für KI-Agenten

24.06.2026 - 22:37:20 | boerse-global.de

Postman stellt Passport vor, eine zertifikatsbasierte Lösung zur Absicherung von API-Zugriffen durch autonome KI-Agenten.

Postman Passport: Neue Sicherheitslösung für KI-Agenten
Postman - A glowing digital padlock icon over a network of interconnected nodes, representing secure API access for AI agents. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der API-Spezialist Postman bringt mit Passport eine Sicherheitslösung auf den Markt, die den Zugriff autonomer KI-Agenten auf Schnittstellen absichern soll. Statt herkömmlicher API-Schlüssel setzt das System auf zertifikatsbasierte Zugriffskontrolle.

Schluss mit ungeschützten API-Keys

Das Problem ist bekannt: API-Keys liegen oft an vielen Stellen gleichzeitig herum. Branchendaten zufolge finden sich sensible Schlüssel auf einem einzigen Rechner durchschnittlich an acht verschiedenen Orten. Diese unkontrollierte Verteilung macht sie zu einem beliebten Ziel für Angreifer.

Postman Passport ändert das grundlegend. Statt roher API-Schlüssel, die oft unsicher gespeichert werden, nutzt das System individuelle Zertifikate und sogenannte Credential References. Die echten API-Keys verlassen dabei nie ein sicheres Vault. Ein Secure Access Proxy, der in der virtuellen Privat-Cloud (VPC) des Kunden läuft, löst die Referenzen erst im Moment der Anfrage in die benötigten Zugangsdaten auf. Private Schlüssel bleiben so beim Nutzer oder in der sicheren Infrastruktur – und werden nicht übers Netz übertragen oder in Agenten-Code gespeichert.

Identitäten für die Ära der KI-Agenten

Der Wandel hin zu „agentischen" Arbeitsabläufen macht eine feinere Kontrolle nötig. Schätzungen zufolge greifen KI-Agenten tausendmal häufiger auf APIs zu als menschliche Entwickler. Postman Passport unterstützt daher sowohl dauerhafte als auch ephemere Identitäten – Organisationen können Agenten so temporären, eingeschränkten Zugriff für bestimmte Aufgaben gewähren.

Die Entwicklung reiht sich in einen breiteren Branchentrend ein: Spezialisierte Identitätsverwaltung für nicht-menschliche Identitäten (NHIs) wird immer wichtiger. Marktforscher von Gartner schätzen, dass bis 2025 rund 75 Prozent der Sicherheitsvorfälle auf unzureichendes Management von Identitäten zurückgehen – einschließlich der von Maschinen und KI.

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Welle von Sicherheitsankündigungen

Die Vorstellung von Postman Passport fällt in eine Woche voller Identity- und Security-News:

  • Vercel präsentierte auf der Ship-Konferenz am 24. Juni eine eigene „Passport"-Identitätsschicht. Diese verbindet KI-Agenten mit bestehenden IAM-Systemen wie Microsoft Entra und Okta.
  • Okta erweiterte am selben Tag sein Cross App Access (XAA)-Ökosystem um mehr als 25 Integrationen mit Plattformen wie Slack, Zoom und Atlassian.
  • Cloudflare führte selbstverwaltete OAuth-Funktionen ein, die delegierten API-Zugriff mit verbesserten Widerrufs- und Sicherheitskontrollen ermöglichen.

Im Wettlauf gegen die Zeit

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Der Vorstoß für robustere API-Sicherheit wird durch die zunehmende Geschwindigkeit von Cyberangriffen befeuert. Auf der Zscaler Zenith Live-Konferenz am 24. Juni warnten Sicherheitsexperten: Die mittlere Zeit, die Angreifer benötigen, um eine neu entdeckte Schwachstelle auszunutzen, ist 2026 auf weniger als einen Tag gesunken – gegenüber 23 Tagen in den Vorjahren.

Die Cloud Security Alliance (CSA) empfiehlt daher den Einsatz von Zero-Trust-Architekturen und kontinuierlicher Verifizierung für alle KI-gesteuerten Interaktionen. Postmans neuer Proxy-basierter Ansatz folgt genau diesem „Least-Privilege"-Prinzip: Agenten erhalten nur die minimal nötigen Berechtigungen für die Dauer eines bestimmten Vorgangs.

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