Post-Zoster-Neuralgie: Bei 3 bis 5 Prozent wird der Nervenschmerz schwer
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Behandlung anhaltender Schmerzzustände stellt das Gesundheitssystem vor komplexe Herausforderungen. Aktuelle Fachberichte befassen sich in diesem Zusammenhang sowohl mit der Bewältigung schwerer Langzeitfolgen wie der Post-Zoster-Neuralgie als auch mit strukturellen Erweiterungen lokaler Medizinischer Versorgungszentren und Fachabteilungen für orthopädische Schmerzpatienten.
Post-Zoster-Neuralgie: Risiken und therapeutische Grenzen
Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose-Infektion gehören zu den besonders belastenden Schmerzsyndromen. Knapp ein Drittel aller Erkrankungen an Gürtelrose führt zu Komplikationen, bei denen es sich zumeist um länger anhaltende Nervenschmerzen handelt.
Etwa 3 bis 5 Prozent der Betroffenen entwickeln eine schwer ausgeprägte Post-Zoster-Neuralgie (PZN). Bis zur Hälfte aller PZN-Fälle betrifft Menschen im Alter von über 60 Jahren. Als wesentliche Risikofaktoren gelten neben dem höheren Lebensalter ein geschwächtes Immunsystem sowie ein Befall von Augen oder Ohren.
Für das Krankheitsbild existiert bislang keine heilende Therapie. Gängige rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol erweisen sich bei Erwachsenen oft als wirkungslos. In der medizinischen Praxis werden vorrangig Wirkstoffe wie Pregabalin oder Gabapentin empfohlen, die bei Bedarf mit einem Antidepressivum kombiniert werden können.
Ergänzend kommen Lidocain- oder Capsaicin-Pflaster infrage, während bei einem Versagen sonstiger Therapien Opioide eingesetzt werden. Fachleute betonen zudem die Bedeutung einer frühzeitigen Behandlung der akuten Gürtelrose, um dem Entstehen chronischer Schmerzen vorzubeugen.
Neue Anlaufstellen in der ambulanten Versorgung
Parallel zu den medikamentösen Ansätzen bei neuropathischen Beschwerden wird die ambulante Infrastruktur für orthopädische Schmerzpatienten vor Ort angepasst. Am 1. Oktober 2026 eröffnete in der ehemaligen Praxis von Dr. Rawitzer in Rheda ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen (KHO).
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Drei Fachärzte übernehmen dort die Behandlung von orthopädischen Beschwerden, Unfallverletzungen und Erkrankungen der Wirbelsäule. Die Trägergesellschaft KHO ringt zugleich um mehrere Standorte in der Region.
Ebenfalls am 1. Oktober 2026 nahm Dr. med. Christoph Grzega seine Tätigkeit als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im MVZ Gesundheitspark Saarpfalz gGmbH in St. Ingbert auf. Die dortige Sprechstunde soll die stationäre Versorgung des Kreiskrankenhauses gezielt um ambulante Behandlungsmöglichkeiten ergänzen.
Spezialisierung und Umstrukturierung im Klinikbereich
Neben dem Ausbau von MVZ-Praxen reagieren auch Krankenhäuser auf die Nachfrage nach spezialisierten Behandlungsangeboten. Am Sana-Klinikum Remscheid wurde eine neue eigenständige Klinik für Neurotraumatologie und Wirbelsäulenchirurgie eingerichtet.
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Die Abteilung, die bereits im Vorjahr innerhalb der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie existierte, behandelt unter anderem Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen, Nervenkompressionssyndrome und Hirnblutungen. Ausschlaggebend für die Ausgründung waren wachsende Patientenzahlen sowie positive Behandlungsergebnisse.
In Bayern verständigte sich der Aufsichtsrat der Kliniken Nordoberpfalz AG (KNO) am 24. September 2026 auf ein Zukunftskonzept für seine Standorte. Das Krankenhaus Kemnath, das im Jahr 2025 insgesamt 4.435 Fälle zählte – davon rund ein Drittel aus dem chirurgisch-orthopädischen Bereich und rund zwei Drittel internistisch –, soll zu einem internistisch-geriatrischen Fachkrankenhaus umgestaltet werden.
Die chirurgische Versorgung wird verlagert: Während die Allgemein- und Viszeralchirurgie nach Weiden wandert, soll der Bereich Endoprothetik und Orthopädie künftig in Tirschenreuth als spezialisiertem Fachkrankenhaus gebündelt werden.
