Portraitbox-Hack, Fotografen

Portraitbox-Hack: 2.000 deutsche Fotografen verlieren Bilder

10.06.2026 - 23:25:54 | boerse-global.de

Fast jedes zweite Elternfoto mit Kindern ist kommerziell motiviert, warnt eine aktuelle Studie. Experten sehen erhebliche Risiken durch Deepfakes und Cybergrooming.

Studie: Finanzielle Motive bei Kinderfotos in sozialen Medien
Portraitbox-Hack - Eine Kinderhand greift nach einem leuchtenden digitalen Bildschirm, mit verschwommenen Social-Media-Symbolen im Hintergrund. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Laut einer aktuellen Studie, die von der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes aufgegriffen wurde, ist beinahe jeder zweite Elternbeitrag mit Kinderfotos finanziell motiviert. In jedem dritten Fall sind die Kinder auf den Aufnahmen eindeutig identifizierbar.

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Deepfakes, Cybergrooming und dauerhafte digitale Spuren

Experten warnen vor erheblichen Risiken. Neben der Entstehung dauerhafter digitaler Spuren drohen Cybermobbing, Cybergrooming und die Erstellung von Deepfakes. In sozialen Netzwerken wächst der Widerstand gegen diese Praxis. Einzelne Akteure gaben zuletzt bekannt, ihre Kinder künftig nicht mehr öffentlich zeigen zu wollen.

Kritik wird auch an Marken wie H&M geübt. Ihnen wird vorgeworfen, durch Kooperationen mit entsprechenden Profilen die Reichweite solcher Inhalte zu fördern.

Cyberangriff auf Bildplattform: Tausende Fotografen betroffen

Wie gefährdet digitale Bilddaten sind, zeigte ein schwerwiegender Vorfall Mitte Mai. Die Onlineplattform „Portraitbox“ wurde Ziel eines Cyberangriffs. Hacker entwendeten sämtliche hochgeladenen Bilder und Kundendaten und löschten sie anschließend.

Mehr als 2.000 Fotografen in Deutschland sind betroffen – darunter zahlreiche Profis, die Kinderfotos aus Schulen und Kindergärten auf der Plattform verwaltet hatten. Die Täterschaft drohte mit einer Veröffentlichung des Materials im Darknet. Die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) in Nordrhein-Westfalen hat Ermittlungen eingeleitet. Behörden raten betroffenen Nutzern zur Änderung von Passwörtern und mahnen zur Vorsicht vor möglichen Phishing-Versuchen.

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Weniger als die Hälfte der Eltern spricht mit Kindern über Online-Aktivitäten

Eine Studie des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zeigt: Nur 47 Prozent der Eltern von 6- bis 13-Jährigen sprechen aktiv mit ihren Kindern über deren Online-Aktivitäten. Bei den 14- bis 17-Jährigen sinkt dieser Wert auf 42 Prozent.

Gleichzeitig gewinnt künstliche Intelligenz an Bedeutung in der Kindererziehung. Eine Untersuchung der Pronova BKK ergab, dass bereits 58 Prozent der Eltern KI-Tools für Erziehungsfragen genutzt haben. Besonders brisant: 41 Prozent der Befragten halten KI bei der Vermittlung von Werten wie Respekt, Fairness und Empathie für kompetenter als sich selbst. 74 Prozent der Eltern befürchten jedoch, dass ihre Kinder der KI künftig mehr Vertrauen schenken könnten als den eigenen Eltern.

Justizministerin will riskante Online-Challenges unter Strafe stellen

Auf politischer Ebene wird über eine Verschärfung des Strafrechts diskutiert. Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Jacqueline Bernhardt strebt eine Initiative an, um die Anbahnung von Manipulationen zu Selbstverletzungen – etwa im Rahmen riskanter Online-Challenges – unter Strafe zu stellen.

Ein entsprechender Beschlussvorschlag soll bei der Justizministerkonferenz Mitte Juni in Hamburg diskutiert werden. Hintergrund sind unter anderem juristische Auseinandersetzungen wie der seit Anfang des Jahres in Hamburg geführte Prozess im Fall „White Tiger“.

Eltern unterschätzen die digitale Lebenswelt ihrer Kinder

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert mehr elterliches Interesse an der digitalen Lebenswelt. Eine Forsa-Umfrage ergab: 58 Prozent der 10- bis 17-Jährigen nutzen fast täglich digitale Spiele. Doch nur rund die Hälfte der Jugendlichen empfindet das Interesse der Eltern an diesem Hobby als angemessen.

Experten des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz und der Verbraucherzentralen empfehlen daher, den Einstieg in die Smartphone-Nutzung aktiv zu begleiten. Technische Schutzmaßnahmen wie die Deaktivierung von In-App-Käufen und die Prüfung von App-Berechtigungen sollten konsequent umgesetzt werden.

de | wissenschaft | 69517318 |