Porsche-Krise, Stellen

Porsche-Krise: 8.900 Stellen bis 2035 abgebaut

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 19:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Porsche streicht tausende Stellen und kürzt Gehälter, während Audi die Jahresprognose senkt. Die Krise bei Volkswagen verschärft sich.

VW-Töchter Porsche und Audi: Sparkurs und Stellenabbau verschärft
Ein modernes Montageband in einer Automobilfabrik mit verschwommenen Maschinen und dem Rahmen eines Luxuswagens. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Volkswagen-Töchter reagieren mit massiven Sparprogrammen auf die Krise. Porsche baut bis 2035 rund 8.900 Stellen ab, Audi senkt seine Jahresprognose drastisch.

„Sportwagenschmiede 35": Porsche legt Sparkurs vor

Porsche will bis 2035 rund 5.000 zusätzliche Stellen streichen. Zusammen mit einer bereits im Februar 2025 eingeleiteten Sparrunde (1.900 Stellen) summiert sich der Abbau auf 8.900 Positionen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2035 ausgeschlossen. Der Abbau erfolgt sozialverträglich über Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge.

Gleichzeitig investiert Porsche 2,1 Milliarden Euro in die Standorte Stuttgart-Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum Weissach. Der Grund für die Sparmaßnahmen: Die wirtschaftliche Lage ist angespannt. 2025 brach der Überschuss um 91 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. Der Absatz sank um zehn Prozent auf 279.400 Fahrzeuge. Für 2026 prognostiziert das Management einen weiteren Rückgang auf rund 250.000 Einheiten.

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Audi senkt Prognose nach schwachem Halbjahr

Auch bei Audi läuft es nicht rund. Das Unternehmen hat seine Umsatzprognose von 63 bis 68 Milliarden Euro auf 58 bis 63 Milliarden Euro gesenkt. Die operative Rendite soll nun bei fünf bis sieben Prozent liegen – statt der zuvor anvisierten sechs bis acht Prozent.

Besonders das zweite Quartal belastete die Bilanz: Der Gewinn fiel um 21 Prozent auf 563 Millionen Euro. Hauptgrund ist das schwächelnde China-Geschäft. Dort sank der Ergebnisbeitrag von 292 Millionen auf 73 Millionen Euro. Finanzchef Rittersberger erklärte, dass die bisherigen Sparmaßnahmen nicht ausreichten. Bereits bekannt war, dass Audi bis 2029 bis zu 7.500 Stellen streichen will. Erste Konsequenz: Die Nachtschicht am Standort Neckarsulm wurde gestrichen.

Mitarbeiter verzichten auf Gehalt und Weihnachtsgeld

Die Sparpläne treffen die Belegschaften hart. Bei Porsche verzichten Mitarbeiter bis 2035 auf 3,5 Prozent der Tariferhöhungen. Das Weihnachtsgeld sinkt von 100 auf 60 Prozent eines Monatsgehalts. Boni werden stärker an die Ertragslage gekoppelt. Das Management verzichtet 2027 und 2028 komplett auf Gehaltserhöhungen.

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Auch beim Homeoffice wird nachgeschärft: Maximal acht Tage pro Monat sind künftig erlaubt. Im Gegenzug erhalten Beschäftigte eine einmalige Transformationsprämie von 1.500 Euro sowie ein IG-Metall-Bonuspaket mit einem zusätzlichen freien Tag und jährlichen Gutscheinen.

Die Kapazitätsauslastung bei Porsche liegt derzeit bei etwa 250.000 Fahrzeugen – die Anlagen sind aber auf 350.000 bis 400.000 Einheiten ausgelegt. Die neuen Vereinbarungen sollen die Fixkosten an das niedrigere Absatzniveau anpassen und gleichzeitig die Investitionsfähigkeit für Zukunftstechnologien sichern.

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