Polizei-Betrug: 18 Millionen Franken Schaden in der Westschweiz
04.07.2026 - 13:53:35 | boerse-global.de
Sechs Kantone haben gemeinsam mit dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) eine Großoffensive gegen Betrügerbanden gestartet, die sich als Polizisten ausgeben.
Die koordinierte Aktion am heutigen Samstag richtet sich gegen organisierte Netzwerke, die vor allem in der Westschweiz ihr Unwesen treiben. Die Täter haben in den vergangenen Jahren systematisch ahnungslose Bürger um ihr Erspartes gebracht.
Hunderttausende Franken Schaden
Allein in den Kantonen Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis wurden über 5.000 Menschen Opfer der Betrugsmasche. Die Gesamtschadenssumme beläuft sich auf rund 18 Millionen Franken.
Die Täter gehen dabei stets nach dem gleichen Muster vor: Sie rufen ihre Opfer an, geben sich als Polizisten oder andere Amtspersonen aus und behaupten, das Vermögen der Angerufenen sei in Gefahr. Angeblich habe es Einbrüche oder Sicherheitslücken gegeben. Dann schicken sie Kuriere – oft junge Leute, die über soziale Netzwerke in Frankreich angeworben wurden – vorbei, um Bargeld oder Wertsachen abzuholen.
Die Polizei stellt klar: Echte Beamte fordern niemals am Telefon Kontodaten oder schicken Boten, um Geld oder Gold abzuholen. Wer einen solchen Anruf erhält, soll sofort auflegen und den offiziellen Notruf wählen.
Internationale Dimension des Betrugs
Allein in der Westschweiz wurden über 5.000 Menschen Opfer dieser Masche – der Schaden: 18 Millionen Franken. Doch Sie können sich schützen: Der kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen die 3 Erkennungsmerkmale falscher Polizisten und eine Schritt-für-Schritt-Checkliste für den Ernstfall. Jetzt kostenlosen Schutz-Leitfaden anfordern
Der Schweizer Einsatz ist Teil einer größeren europäischen Welle von Maßnahmen gegen falsche Amtsträger. Erst gestern zerschlugen türkische Behörden ein internationales Betrugsnetzwerk, das von einem Callcenter in Istanbul aus operierte. Die Bande nutzte KI-gestützte Software, um sich als Polizisten, Staatsanwälte oder Soldaten auszugeben. Die Opfer – überwiegend Tschechen – verloren mehr als 26 Millionen Euro.
Ebenfalls gestern verhaftete die belgische Polizei in Antwerpen einen 19-Jährigen, der als mutmaßlicher Anführer einer Phishing-Bande gilt. Die Gruppe soll über 500.000 Euro erbeutet haben, indem sie gefälschte Regierungsmitteilungen verschickte und per Telefon Schadsoftware auf den Geräten der Opfer installierte.
In Turin nahmen italienische Ermittler am heutigen Samstag einen Mann fest, der sich als Carabiniere ausgegeben hatte. Er soll vor allem ältere Menschen bestohlen haben – die Beute: Wertsachen im Wert von über 100.000 Euro, darunter ein halbes Kilo Gold.
Auch Deutschland betroffen
Die Betrugswelle erfasst auch die Nachbarländer. Am vergangenen Donnerstag wurde ein Senior in Schwäbisch Gmünd-Straßdorf um Bargeld und Schmuck im Wert von mehreren Zehntausend Euro gebracht – die Täter gaben sich ebenfalls als Polizisten aus. Am selben Tag verlor eine 74-Jährige in Dießen ihr Erspartes an einen angeblichen Versicherungsfotografen.
Die Täter nutzen Ihr Vertrauen in Amtspersonen schamlos aus. Aber echte Polizisten fordern niemals Geld oder Wertsachen am Telefon. Unser Leitfaden gibt Ihnen die wichtigsten Notfall-Kontakte und eine Sofort-Checkliste – damit Sie im Zweifel richtig handeln. Sofort-Checkliste jetzt sichern
In der Ukraine deckte die Polizei am Freitag ein betrügerisches Callcenter in Lwiw auf. Die Bande gab sich als Finanzdienstleister aus und schädigte Bürger der Ukraine und der EU um umgerechnet rund 2,7 Millionen Griwna.
Die Ermittler aller betroffenen Länder warnen eindringlich: Offizielle Stellen fordern niemals persönliche Finanzdaten am Telefon – auch nicht in Notfällen.
