Pleo-Agenten ab Juli: KI übernimmt Buchhaltung und Zahlungen
13.06.2026 - 00:10:42 | boerse-global.de
Klassische Robotic Process Automation (RPA) erledigte bisher einfache, regelbasierte Aufgaben. Jetzt kombinieren Unternehmen diese Technik mit Large Language Models (LLM) und agentenbasierter KI. Das Ergebnis: Intelligente Prozessautomatisierung (IPA) bearbeitet komplexe, unstrukturierte Daten – im Finanzwesen, der Beschaffung und der IT.
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Von Pilotprojekten zur industriellen Skalierung
Der zentrale Trend im Juni 2026: KI verlässt das Labor und geht in produktive Umgebungen. Siemens stellte am 11. Juni das Intelligence Center X vor – eine Plattform, die KI-Anwendungen für die Industrie industrialisiert. Die ersten Ergebnisse sind beeindruckend: Die Lösung Vivix beschleunigt Problemlösungen um 85 Prozent. Das Pricing-Tool Axiz reduziert den manuellen Aufwand um 95 Prozent.
Auch die ERP-Anbieter ziehen nach. SAP veröffentlichte am selben Tag das Release für das erste Quartal 2026. Es enthält spezifische KI-Funktionen für Beschaffung und Kundenerlebnis. In SAP Fieldglass lassen sich Leistungsverzeichnisse nun KI-gestützt erstellen – der Zeitaufwand sinkt um bis zu 70 Prozent. Die SAP Commerce Cloud steigert mit einem Katalogoptimierungsagenten die Übersetzungsgeschwindigkeit um 70 Prozent.
NTT DATA und das SAP AppHaus gaben am 11. Juni eine erweiterte Partnerschaft bekannt. Ihr Ziel: die tiefe Integration von Business AI in Cloud-ERP-Systeme. Die Bilanz des AppHaus spricht für sich: 80 Prozent der dort entwickelten Projekte erreichen inzwischen die operative Skalierung.
Die Welle autonomer KI-Assistenten
Im Bereich Büro- und Wissensarbeit zeichnet sich ein deutlicher Trend ab. Zwischen dem 10. und 12. Juni präsentierten mehrere Softwarehäuser neue Plattformen für sogenannte „AI Teammates“. Asana führte eine Agentic Work Management Suite ein. FedEx konnte damit seine Planungszyklen verkürzen – bei jährlichen Einsparungen von rund 1.200 Arbeitsstunden. Die Modekette COS reduzierte mit ähnlichen Werkzeugen die Einrichtungszeit für Kampagnen um 90 Prozent.
ServiceNow und Adobe erweiterten ebenfalls ihre Portfolios. ServiceNow stellte am 12. Juni EmployeeWorks vor. Adobe machte seinen CX Enterprise Coworker allgemein verfügbar. Diese digitalen Assistenten agieren zunehmend autonom und greifen auf unternehmensinterne Datenquellen zu. Auf der Konferenz SuperAI in Singapur präsentierte Tencent Cloud am 11. Juni die Werkzeuge WorkBuddy und Miora – sie automatisieren Büroabläufe und unterstützen Kreativprozesse bei 3D-Modellen.
Finanzwesen: KI übernimmt Buchhaltung und Zahlungen
Besonders dynamisch entwickelt sich die KI-Integration in Finanzprozessen. Pleo kündigte am 11. Juni eine Suite von fünf spezialisierten KI-Agenten an. Sie gehen ab Juli 2026 in die Beta-Phase und übernehmen Aufgaben in Buchhaltung, Treasury und Rechnungsmanagement. Aktuelle Umfragen zeigen: 73 Prozent der Finanzteams sehen die Zukunft in KI-gestützten Abläufen. Allerdings geben noch 63 Prozent Wissensdefizite in diesem Bereich zu.
Ein neuer Aspekt ist die Abwicklung von Zahlungen zwischen Maschinen. Mastercard startete am 10. Juni das System Agent Pay for Machines (AP4M). Es ermöglicht KI-Agenten, eigenständig Transaktionen über Bankkonten oder Stablecoins durchzuführen. Dass dies bereits praktiziert wird, belegen Zahlen von Coinbase: Ein am 11. Juni vorgestelltes Protokoll verarbeitete seit Mitte 2025 rund 100 Millionen Transaktionen. Allein in den letzten 30 Tagen wurden rund 157.000 KI-Agenten als aktive Käufer registriert.
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Hindernisse und technologische Basis
Trotz der Fortschritte bleibt die Implementierung komplex. Eine Studie von Pegasystems vom 11. Juni identifizierte die größten Hindernisse: mangelndes Wissen (75 Prozent) und fehlende Ressourcen (77 Prozent). Erfolgreiche Organisationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie spezifische KI-Strategien verfolgen und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine kulturell neu verankern.
Um die notwendige Datenbasis zu sichern, kooperieren Infrastrukturanbieter enger. IBM und ServiceNow kündigten am 11. Juni eine Zusammenarbeit an. Sie wollen Altsysteme modernisieren und Datenbestände über die ServiceNow-Plattform für KI-Modelle zugänglich machen. Die ersten Lösungen sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 verfügbar sein. Auf der Hardware-Seite stellte NVIDIA am 10. Juni den RTX Spark Superchip vor – speziell zugeschnitten auf die hohen Rechenanforderungen lokaler KI-Agenten. Die Auslieferung startet im Herbst 2026.
