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PISA 2025: Deutschlands Schüler erreichen historische Tiefstände

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 02:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die PISA-Studie 2025 zeigt sinkende Leistungen deutscher Jugendlicher, wachsende Bildungsunterschiede und ambivalente Folgen digitaler Werkzeuge.

PISA 2025: Deutschlands Schüler verlieren bei Bildung und Digitalisierung
Ein leerer Klassenraum mit leeren Holztischen und einer unbeschriebenen Tafel bei einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Am 8. September 2026 zog der PISA-Koordinator Andreas Schleicher eine kritische Bilanz zum aktuellen Stand der Digitalisierung an deutschen Schulen. Seinen Ausführungen zufolge versäume es das Bildungssystem, die Chancen des digitalen Wandels effektiv zu nutzen.

Während in den vergangenen drei Jahren die konsumptive Nutzung digitaler Medien unter Schülern zugenommen habe, sei die kreative Anwendung hingegen zurückgegangen. Deutschland befinde sich in diesem Bereich noch lange nicht auf einem guten Weg.

Rückgang der Kompetenzen auf historische Tiefstände

Die zeitgleich veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Studie 2025 unterstreichen die Herausforderungen im deutschen Bildungswesen. Die Erhebung, an der rund 6.700 deutsche Schüler teilnahmen, zeigt einen deutlichen Leistungsabfall.

Demnach erreichen deutsche 15-Jährige derzeit lediglich das Kompetenzniveau, das in früheren Jahren bereits von 13-Jährigen erwartet wurde. Insbesondere die Lesekompetenz sei so schwach ausgeprägt wie nie zuvor seit Beginn der Studienreihe.

In den Naturwissenschaften erzielten die Probanden 486 Punkte, was einen Rückgang im Vergleich zum Jahr 2022 (492 Punkte) bedeutet. Damit liegt Deutschland erstmals seit 2006 nicht mehr über dem OECD-Durchschnitt von 482 Punkten.

Auch in der Lesekompetenz (465 Punkte nach zuvor 480) und in der Mathematik (464 Punkte nach zuvor 475) wurden die niedrigsten Werte der Messgeschichte registriert. Ein Drittel der 15-Jährigen verfüge demnach nicht über die notwendigen Basiskompetenzen in Lesen und Mathematik, in den Naturwissenschaften betreffe dies ein Viertel der Schüler.

Ambivalente Rolle digitaler Werkzeuge und Künstlicher Intelligenz

Die Studie liefert zudem detaillierte Einblicke in den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). In Deutschland nutzen 50 Prozent der Schüler wöchentlich KI-Chatbots, was leicht über dem OECD-Schnitt von 46 Prozent liegt. Dabei lasse sich beobachten, dass die Kompetenzen sinken, je intensiver KI genutzt wird.

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Höhere Leistungen wurden bei jenen Schülern gemessen, die KI nicht verwenden, es sei denn, die Vermittlung umfasst explizit die Interpretation der von der KI gelieferten Informationen.

Zudem wird ein Drittel der deutschen Schüler nach eigenen Angaben durch digitale Tools im Unterricht abgelenkt. Schleicher betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, Schulen müssten den reflektierten Umgang mit Digitalisierung vermitteln, anstatt lediglich den Konsum zu fördern. Er verwies auf positive Beispiele aus Korea, Singapur und China, wo KI das Lernen intensivieren könne.

So hätten etwa in Shanghai bereits im Jahr 2018 Grundschulkinder Scanner für Kalligraphie-Übungen eingesetzt. Für Deutschland forderte er übergreifende Standards und eine engere Zusammenarbeit der Bundesländer.

Soziale Ungleichheit und politische Reaktionen

Ein weiteres Ergebnis der PISA-Studie 2025 ist die Vergrößerung der sozialen Kluft im Bildungssystem seit 2015. Der sozioökonomische Status hat in Deutschland einen dreimal so starken Einfluss auf die schulische Leistung wie beispielsweise in Kanada. Lediglich zwei Prozent der Schüler aus einkommensschwachen Familien erreichen hohe Kompetenzstufen, während dies bei 25 Prozent der Schüler aus wohlhabenden Verhältnissen der Fall ist.

Die Politik reagierte besorgt auf die Daten. Karin Prien (CDU) bezeichnete die Ergebnisse als dramatisch und besorgniserregend. Dr. Bernhard Rohleder vom Branchenverband Bitkom wertete die Zahlen als Alarmsignal und betonte, dass Grund- und Digitalkompetenzen zusammengehören müssten. Er forderte eine schnelle und unbürokratische Umsetzung des Digitalpakts 2.0.

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Als Reaktion auf die schwachen Ergebnisse kündigten Bund und Länder an, die Mittel für digitale Ausstattung, Lehrerfortbildungen und Grundbildungsprogramme zu erhöhen. Im Rahmen des Startchancen-Programms sollen zudem 20 Milliarden Euro für 4.000 Schulen in sozial benachteiligten Lagen bereitgestellt werden.

Bildungsminister diskutieren zudem über eine stärkere Integration digitaler Kompetenzen bereits in die Lehrpläne der Grundschulen. Die Studienautoren empfehlen darüber hinaus eine frühe Förderung sowie eine datenbasierte Kontrolle der Lernfortschritte.

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