Pinterest-Amazon-Deal: 3,7 Milliarden Euro für KI bis 2031
05.06.2026 - 20:15:37 | boerse-global.de
Das neue Abkommen läuft bis 2031 und ist die größte Infrastruktur-Investition der Firmengeschichte.
Milliarden-Deal für die Bildersuche
Pinterest hat einen umfassenden Langzeitvertrag mit Amazon Web Services (AWS) unterzeichnet. Das am 4. Juni bekanntgegebene Abkommen umfasst ein Volumen von umgerechnet rund 3,7 Milliarden Euro und erstreckt sich bis zum Jahr 2031. Die Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen besteht bereits seit 2010.
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Im Zentrum der erweiterten Zusammenarbeit steht der Ausbau der KI-gestützten Funktionen. Dazu gehören die visuelle Bildersuche sowie der „Pinterest Assistant“. Konkret erhält Pinterest Zugriff auf Amazons proprietäre Hardware: AWS Trainium-Chips für das Training großer Sprachmodelle und Graviton-Prozessoren für die Inferenz-Aufgaben.
Technologievorstand Matt Madrigal betonte, die Investition solle die nächste Phase des KI-Wachstums ermöglichen. Die nötige Rechenleistung werde für multimodale Vision-Language-Modelle gebraucht. Diese Technologien treiben den sogenannten „Taste Graph“ an – das System für personalisierte Empfehlungen – sowie die Werbesuite „Performance+“. Bereits heute laufen rund ein Drittel aller Pinterest-Compute-Operationen auf AWS-Graviton-Prozessoren.
Strategischer Umbau mit Stellenabbau
Der Milliarden-Deal folgt auf eine strategische Neuausrichtung. Erst im Januar 2026 hatte Pinterest rund 780 Stellen gestrichen. Das Unternehmen kündigte damals an, die freiwerdenden Mittel in KI-Initiativen umzulenken.
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Parallel dazu modernisiert Pinterest seine technische Infrastruktur. Die Workloads werden auf Kubernetes migriert, genauer gesagt auf den Amazon Elastic Kubernetes Service (EKS). Ziel ist es, die wachsende Nutzerbasis zu stemmen: Im ersten Quartal 2026 verzeichnete Pinterest 631 Millionen monatlich aktive Nutzer. Der Umsatz lag im selben Zeitraum bei umgerechnet rund 930 Millionen Euro – ein Plus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Börse reagiert positiv
Die Anleger zeigten sich begeistert. Die Pinterest-Aktie legte nach der Bekanntgabe um bis zu sechs Prozent zu und notierte bei etwa 22 US-Dollar. Auch die Amazon-Aktie gewann moderat hinzu, mit einem Plus von rund 1,5 bis 1,7 Prozent.
Branchenbeobachter wiesen darauf hin, dass AWS selbst wieder deutlich schneller wächst. Das Cloud-Geschäft von Amazon verzeichnete Anfang 2026 ein Jahreswachstum von rund 20 Prozent. Für Pinterest sichert der Deal die Rechenleistung, um im Wettbewerb um visuelle Entdeckung und automatisierte Werbung bestehen zu können. Das Unternehmen erwartet für das zweite Quartal einen Umsatz, der über den ursprünglichen Markterwartungen liegen soll.
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